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Innsbruck "Heiligwasser" Wallfahrtskapelle und Quelle#

Stadt Innsbruck; Ort und Pfarre Igls; Bezirk Innsbruck


Innsbruck, Heiligwasser

Tourist/Web Info

Tel. 0512 370361
www.innsbruck-igls.at

Wegbeschreibung

Innsbruck - Autobahnabfahrt Patsch-Igls - Richtung Lans Igls, Innsbruck, Tirol

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, ausreichend Wasser


Der Ort:#

Die Pisten am Hausberg von Igls, dem Patscherkofel, sind durch die Olympischen Winterspiele in aller Welt bekannt. Igls war zweimal Austragungsort der spektakulären Herrenabfahrten. Im Sommer bieten der Zirbenwanderweg und der höchstgelegene botanische Garten Österreichs Naturerlebnis pur, zum Teil mit Blick auf über 300 Berggipfel. Man geht einige Kilometer durch den größten Zirbenbestand in den Ostalpen und der Alpengarten der Universität Innsbruck zeigt Pflanzengesellschaften, die anderswo bereits verdrängt bzw. ausgestorben sind. Mit Kongresszentrum, Kurzentrum und Kurpark, mit Seilbahn, Bob- und Rodelkunstbahnen ist Igls ein ausgesprochener Fremdenverkehrsort vor den Toren der Landeshauptstadt.

Der Weg zur Quelle:#

Nach dem Ortszentrum von Igls fährt man weiter bis zur Kreuzung Lans und Patsch. Hier hält man sich links und stellt den Wagen nach etwa 100 Metern auf einem Parkplatz ab. Ein Wanderweg führt, gut ausgeschildert, zu Fuß in etwa 35 Minuten zur Kapelle Heiligenwasser. Man nimmt entweder den Asphaltweg oder den Heiligenwasserweg mit vielen schönen Bildstöcken.

Innsbruck, Heiligwasser

Allgemeines:#

Eine Legende, die auf das Jahr 1606 zurückgeht, erzählt von den beiden Bauernbuben Johann und Paul Mayr, die verzweifelt nach Vieh suchten, das sich offenbar verstiegen hatte. Die Suche blieb erfolglos und sie trauten sich ohne die Rinder nicht mehr nach Hause. In ihrer Not beteten sie zur Muttergottes. Die heilige Jungfrau erschien ihnen und wies ihnen den Weg zu einer Quelle, dem "Butterbrünnlein", wo die Buben die Rinder friedlich wiederkäuend fanden. Aus den Buben wurden alte Männer, aber einer von ihnen pilgerte nach wie vor alljährlich zum heiligen Ort, den er nie vergessen konnte. Und in einem Jahr nahm Johann Mayr das taubstumme Kind eines Nachbarn auf seine Wallfahrt mit. Als es vom Wasser trank, war es plötzlich geheilt, es konnte sprechen. Da nahm er sich ein Herz und setzte um, was die heilige Frau schon Jahre zuvor aufgetragen hatte. Er ging zu den Chorherren von Wilten und erzählte von seiner wundersamen Erscheinung. Da die Quelle inzwischen schon von vielen Menschen aus Igls aufgesucht wurde, entstand 1651 eine neue Andachtsstätte beim "Muttergottes-Baum" im Igler Wald. Die Verehrung von Quelle und Baum dürfte um das Jahr 1651 bereits längere Zeit bestanden haben, denn auf der großen Tanne befanden sich viele Votivbilder und es gab auch eine kleine hölzerne Kapelle. Bildbaum und Andachtsstätte brannten ab und einige Jahre später gab es bereits eine gemauerte Kapelle und ein Mesnerhaus. Aus den Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass 1662 in dem Kirchlein eine Madonna aufgestellt wurde. Es bestand eine Einsiedelei und die Kirche wurde "Maria Schnee" genannt. Eine eigene Brunnenkapelle entstand 1736, die Kirche wurde laufend vergrößert und verschönert. Unter Joseph&nbsp.II. sollte die Wallfahrt zu "Heiligwasser" aufgehoben werden Joseph&nbsp.II. hielt nicht viel von den vielen Wallfahrtsstätten in Österreich und auch das Kirchlein in Igls sollte geschliffen werden. Das "heilsame" Wasser verhinderte dies, denn in einem Attest konnte die gesundheitsfördernde Wirkung nachgewiesen werden.

Die Quelle:#

Der Ort wurde von der Bevölkerung immer in hohen Ehren gehalten und auch laufend renoviert. Bei der letzten Renovierung fand man im Bereich des Hochaltars einen Felsen mit Wasserrinne. Dies war wohl der Ort, an dem die Quelle entsprang und wo das heilige Wasser ursprünglich floss. Der wunderbare Platz mit dem entzückenden Kirchlein, einer kleinen Grotte und dem Steinbrunnen neben dem Haupteingang bietet einen weiten Ausblick ins Land. Hier wird man fröhlich, alle Last fällt ab und dankbar nimmt man vom klaren Quelltrunk, der zwar nicht üppig, aber doch ausreichend aus der Felswand fließt. Hier haben sich schon Könige und Erzherzöge gestärkt und sich das geholt, was der Mensch für seine Zukunft braucht - Vertrauen. Das Wasser ist rechtsdrehend, es ist kalt und schmeckt äußerst angenehm, fast ein wenig süß.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.