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Texte und Bilder sind dem Buch 'Hausner - Neue Bilder - 1982 bis 1994' von Walter Schurian mit freundlicher Genehmigung von Anna Hausner und der Edition Volker Huber entnommen.


Walter Schurian: HAUSNER, Neue Bilder - 1982 bis 1994#

Hauser - Neue Bilder

Rudolf Hausners Werk ist einzigartig. Alle Versuche, es in die gängigen Kategorien der Kunstgeschichte einzuordnen, müssen mißlingen. Denn schon vor Jahren erkannte Wieland Schmied in Rudolf Hausner den einzigen psychoanalytischen Maler, weil in sein Werk Bewußtsein und Unterbewußtsein gleichwertig eingehen.

Mit Goethe sieht Hausner »in der Gestalt des Menschen den besten Text zu allem, was sich über ihn empfinden und sagen läßt«. Deshalb schuf er nach seinem Ebenbild die Kunstfigur des Adam, weil er niemanden besser kennt und zu vermitteln vermag, als sein eigenes Ich. Mit diesem Leitmotiv hat Hausner eine Gestalt des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt: den neugierigen, aufgeklärten, rastlosen, aber auch skeptischen Zeitgenossen, der den Dingen auf den Grund gehen will. Indem wir uns mit ihm identifizieren, weist sein Werk über das Individuelle hinaus. Hausner ist das kollektive Selbstporträt des modernen Menschen gelungen.

Günter Engelhard: »Das Werk des Malers Rudolf Hausner ist eine autobiographische Sensation, Als durch Malerei kontrollierte Lebensgeschichte muß es abseits aktueller Richtungskämpfe gesehen werden. Literaten und Psychologen tun das schon lange. Es könnte aber auch sein, daß die narzißtisch neu bewegte Jugend in den Spacelab-Startlöchern den alten Adam als ihren Kultmaler entdeckt. Das wäre, am Ende des Jahrtausends, die eigentliche Pointe«. In diesem Buch untersucht Walter Schurian, überragender Kenner des Oeuvres, Hausners malerisches Werk der Jahre 1982 bis 1994 und bindet es ein in das Gesamtwerk. In vielen Gesprächen mit dem Künstler konnte Schurian Hausners Vorstellungen ausloten und einbringen.

Neben aller inhaltlichen Bestimmung führt dieses Buch aber auch auf exemplarische Weise die stupende malerische Leistung des Künstlers vor. In zahlreichen großformatigen Farbreproduktionen und Detailabbildungen entfaltet sich dem Betrachter im malerischen Vortrag die Handschrift des Künstlers. Am Ende des Buches steht ein chronologisch geordnetes Werkverzeichnis der Gemälde von 1935 bis 1994.

Walter Schurian, Autor zahlreicher Publikationen über Kunst des 20. Jahrhunderts, ist Professor für Psychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster.


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