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Fledermaus#

von Kerstin Gölles; HS Markt Hartmannsdorf, 2b; Betreuung: Zoller; 50 Punkte;

• Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Ihre Flügel sind aus Haut.

• Mit ihren krallenbewehrten Hinterbeinen halten sie sich an Ästen, Felsvorsprüngen oder im Dachgebälk fest und lassen sich kopfunter hängen. So verbringen sie auch ihren Winterschlaf.

• Fledermäuse gibt es – abgesehen von den Polarregionen – auf der ganzen Welt.

• Viele von ihnen sind Insektenfresser, aber es gibt auch Ausnahmen: Manche Fledermäuse trinken lieber Blut(Vampirfledermaus).

• Es gibt 1000 verschiedene Fledermausarten. Ein einzelnes Tier frisst pro Nacht etwa 3000 Insekten.

Allgemein: #

Chiroptera: Fledertiere sind die einzigen Säuger, die aktiv fliegen können. Die uns in Europa bekannten, relativ kleinen Fledermäuse (Unterordnung Microchiroptera) sind überwiegend Insektenfresser und weltweit verbreitet, sogar in Australien, dem Land der Beuteltiere. Die meist größeren Flughunde (Megachiroptera) fressen Früchte und leben in den Subtropen und Tropen.

Bild einer Fledermaus, Bild aus Wikicommons3.jpg
Fledermaus, Bild aus Wikicommons, Bild ist gemeinfrei

Merkmale:#

Wenn du deine Arme und Hände anschaust, findest du alle Elemente umgebaut im Fledermausflügel wieder. Ober- und Unterarm sehen noch sehr ähnlich aus, die Mittelhandknochen und die Finger sind mit Ausnahme des Daumens dagegen stark verlängert. Zwischen Fingern, Armen, Körper und Beinen ist die Flughaut aufgespannt. Fledermäuse haben häufig komische Nasenaufsätze: Sie dienen dazu, den Ultraschall besser zu bündeln. Die großen Ohren mancher Fledermäuse sind hilfreich, die Echos besser zu hören.

Verbreitung:#

Weltweit gibt es fast 1000 verschiedene Fledermausarten – damit sind die Fledermäuse nach den Nagetieren die artenreichste Säugetiergruppe! In Europa gibt es ungefähr 34 verschiedene Arten, in Österreich immerhin 26.

Lebensraum: #

Dieser kann von Art zu Art und je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich sein. Im Sommer können Fledermäuse die Dachböden von Kirchen und anderen Gebäuden bewohnen, viele verstecken sich auch in Spalten an verschiedenen Häusern: Dort sind sie gerne hinter Wandverschalungen, im Zwischendach oder einfach hinter Fensterläden. Andere Fledermausarten wiederum bewohnen Baumhöhlen. Manche dieser Arten wohnen auch im Winter in diesen Baumhöhlen, die meisten Fledermäuse verbringen den Winter aber in Höhlen oder Stollen

Nahrung: #

Wenn Fledermäuse groß sind, fressen sie ausschließlich Insekten. Die kleinste heimische Fledermaus, ist die „Zwergfledermaus“, sie stellt Mücken und kleineren Nachtfaltern nach. Die größte heimische Fledermaus, das „Große Mausohr“, frisst dagegen große Laufkäfer oder sogar Maikäfer.
In anderen Teilen der Welt haben die verschiedenen Fledermausarten die verschiedensten Ernährungsweisen: es gibt natürlich auch Insektenfresser, aber auch Fledermäuse, die kleine Wirbeltiere (Frösche, Mäuse, Fische) fressen, es gibt Fruchtfresser, Nektarfresser und natürlich die Blutfresser.
Die Vampirfledermäuse kommen allerdings nur in Mittel- und Südamerika vor. Außerdem saugen sie das Blut nicht, sondern ritzen dem „Blutspender“ mit ihren scharfen Zähnen eine Wunde und lecken das herausströmende Blut.

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Baby Fledermaus. Bild aus Austria Forum

Lebensweise:#

Sie sind überwiegend nachtaktiv. In Ruhestellung typischerweise hängend. Der Winterschlaf (November–März) dient zur Energieeinsparung, dabei senkt sich die Körpertemperatur bis auf 5–3° Celsius ab . Manche Arten ziehen weit vom Sommer- ins Winterquartier weiter.

Babys: #

Fledermäuse werden nackt und blind geboren. Eine drei Tage alte Zwergfledermaus ist nur einen Zentimeter groß! Das Junge ist zunächst völlig auf die Wärme und die Milch der Mutter angewiesen. Bis die junge Fledermaus mit etwa 6 Wochen selbst fliegen und jagen kann, ist sie völlig von der Muttermilch abhängig.

Orientierung: #

Da Fledermäuse meist nachts unterwegs sind, nützen ihnen ihre Augen nicht viel. Sie bedienen sich eines Echo-Orientierungs-Systems, welches mit Ultraschall funktioniert. Dieser Ultraschall ist so hoch, dass wir ihn mit unseren Menschenohren nicht hören können, weshalb die Fledermäuse scheinbar lautlos durch die Nacht fliegen. Mit diesem Orientierungssystem können sie Insekten und Hindernisse ausfindig machen und sogar deren Entfernung abschätzen. Der Ultraschall wird von der Fledermaus in regelmäßigen Abständen ausgestoßen. Trifft er auf einen Gegenstand (etwa ein Insekt), wird er als Echo zurückgeworfen. Hört die Fledermaus das Echo, weiß sie, dass da ein Insekt ist und kann darauf zusteuern.

Ein kurzer Film über den Einsatz von Echoortung von Fledermäusen bei der Jagd hier

Recherche zum Thema Fledermaus#




  • Quelle 4: Beaumont, Emilie; Paroissien, Emmanuelle: Weisst du das? TIERE fragen und antworten. Tandem Verlag, Köln 2010.