Weißes Gold, Seite 57 - Austria-Forum : Web Books : Geschichtliches

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Weißes Gold

Weißes Gold#

Günter Treffer
Verlag Fritz Molden
1981
indem sie als erste ein wirtschaftliches Verfahren entwickelten, auch aus schwachgrädiger Quellsole (Wasser mit schwachem NaCl-Gehalt) Salz zu gewinnen. Von Lothringen bis nach Mitteldeutschland errichteten sie ihre Sudwerke. Schwäbisch Hall, Halle a. d. Saale und auch Reichenhall sind keltische Gründungen. Auf dem Dürnberg indessen setzten die Kelten die bergbaumäßige Gewinnung des Salzes fort und lösten Hallstatt in dessen führender Rolle in Salzproduktion und -handel ab. Die Abbau Verhältnisse freilich waren am Dürrnberg schwieriger als in Hallstatt: die Steinsalzzüge waren weniger mächtig, meist nur 1 bis 2 m stark, und verliefen selten geradlinig. Man konnte daher keine schnurgeraden Baue anlegen. Das mag mit ein Grund dafür sein, daß die nachgewiesene Abbaufläche des prähistorischen Bergwerks auf dem Dürrnberg sogar größer ist als die von Hallstatt. Allerdings gingen Salzproduktion und -handel bereits im ersten vorchristlichen Jahrhundert merklich zurück, und seit der Eingliederung Noricums ins Römische Reich waren die politischen Voraussetzungen für einen internationalen Salzhandel im alten Stil nicht mehr gegeben. Wohl hielt sich das Bergwerk noch bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr., doch wohl eher, um den Salzbedarf der näheren Umgebung zu decken. Dann wird es still um den Dürrnberg. Erst 1198 gibt eine Urkunde wieder Nachricht von einem Salzbergwerk an der historischen Stätte. 55
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