Heiße Luft, Band -, Seite 34 - Austria-Forum : Web Books : Sachbuch

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Heiße Luft, Band -

Heiße Luft nach Kopenhagen#

Band -#

Reinhard Böhm
EDITION VA bENE
2010
genüber einem eisfreien Polarmeer. Vor allem sind sie einer dieser Effekte, die langsame und damit auch leichter berechenbare Klimaentwicklungen zu sprunghaften Brüchen in der Entwicklung führen können, die Mathematiker als „Nichtlinearitäten" bezeichnen und die ihnen die rechnerische Modellierung des Klimas schwermachen. Diese Schwierigkeit besteht auf allen Zeitskalen, von der „sprunghaften" möglichen Erwärmung in der Arktis gegen Ende des 21. Jahrhunderts im Fall des sommerlichen Abschmelzens des Packeises bis hin zur Fehlprognose der Temperaturen in einem winterlichen Alpental um mehrere Grad, wenn dort das Vorhersagemodell die Schneegrenze zu hoch angesetzt, und sich in der realen Welt doch eine Schneedecke ausgebildet hat. Daß sich die Sache mit der Albedo in der Realität allerdings weniger einfach darstellt, sei hier nicht verschwiegen, um vor allzu einfachen Vorstellungen über die tatsächlichen Verhältnisse im vernetzten Klimasystem der Erde zu warnen. Weder scheint sehr häufig die Sonne auf das arktische Packeis, noch ist es immer schneebedeckt, und auch in unserem fiktiven Alpental ist von oben betrachtet auch bei Schneelage oft mehr als die Hälfte der Oberfläche nicht weiß, sondern von Wald bedeckt, der sich sehr schnell des Neuschnees entledigt und dessen Albedo dann viel weniger als 90% beträgt. Auch in anderen Klimazonen der Erde wirkt die Albedo oft überraschend, man könnte überspitzt sagen „politisch inkorrekt". So reflektiert ein arides Wüstengebiet deutlich mehr Sonnenstrahlung als dicht bewachsener tropischer Urwald. Die in der Klimadebatte so oft zitierten und aus vielen Gründen sicher sehr wohl schützenswerten Waldgebiete des Amazonasbeckens sind das rein aus Gründen des Strahlungshaushaltes und damit der Erdtemperatur somit nicht. Die gleiche Fläche tropischer Regenwald nimmt mehr Sonnenenergie auf, als ein gleich großes Stück Steppe oder Wüste. Noch weiter kompliziert sich die Sache, wenn man bedenkt, daß ein Gutteil der Reflexion bereits durch die Wolkenoberflächen erfolgt. Von Satellitenbildern her, oder aus eigener Anschauung von einem Flugzeug oder einem Berggipfel aus, kennen wir die blendende Weiße der Wolken. Da nun die Wolken selbst zweifellos im Klimasystem selbst erzeugt werden, haben wir hier wieder eine Rückkopplung entdeckt, nur in diesem Fall nicht sofort eine klar negative (dämpfende) oder positive (aufschaukelnde). Wolken reflektieren ja nicht nur die Einstrahlung, sie behindern auch die Wärmeabstrahlung der Erde ins Weltall. Viel Arbeit 34

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