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Diamant#

Der aus Kohlenstoff bestehende Edelstein ist das härteste Mineral (gr. adamas - unbezwingbar). Diamanten unterschiedlichen Alters werden in allen Kontinenten gewonnen, seit 1955 auch synthetisch hergestellt. Meist finden sie aufgrund ihrer Materialeigenschaften in der Industrie Verwendung. Die größten Vorkommen befinden sich in Russland, Südafrika, Australien und Kanada. Schon vor 4000 Jahren sollen in Indien Diamanten gefunden worden sein. In der Antike schätzten sie die Römer als Talisman und Heilmittel. Diamanten zu schleifen, um ihre optische Wirkung zu steigern, ist seit dem 14. Jahrhundert üblich. Der größte Rohdiamant, der Cullinan, wurde 1905 in Südafrika gefunden und in 105 Stücke geteilt, neun davon zieren die englischen Kronjuwelen. 

Diamanten als Schmucksteine zeichnen sich durch sehr hohe Lichtbrechung und starken Glanz aus. Der entsprechende Schliff bringt das "Feuer", zahlreiche innere Lichtreflexionen, zur Geltung. Ein Brillant (frz. brillant - glänzend, strahlend) ist ein Diamant mit einem speziellen Schliff - nur dieser darf so bezeichnet werden. Der Brillantschliff wurde um 1910 entwickelt. Die frühere Vorstadt Schottenfeld (Wien 7) trug den Spitznamen "Brillantengrund". Für diese Bezeichnung gibt es zwei Erklärungen: Die von Kaiser Josef II. (1741-1790) angesiedelten Textilfabrikanten hätten es zu großem Reichtum gebracht. Oder: Die ebenfalls dort tätigen Gürtler stellten Kristallluster her, deren geschliffene Anhänger Brillanten genannt wurden. 

Die Härte des Minerals machte es zum Symbol der Unbezwingbarkeit (auch gegenüber bösen Mächten), die auf den Träger eines Diamantrings übergehen sollte. Als Monatsstein der im April Geborenen symbolisiert er Treue, Tapferkeit und Beständigkeit.


Quellen: 
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 2/Sp. 194 f.
Wikipedia: Diamant (Stand: 11.5.09)
Wikipedia: Brillant (stand: 11.5.09)