Egge#

Schießscheibe 19. Jh. mit Egge. Foto: Alfred Wolf
Schießscheibe 19. Jh. mit Egge. Foto: Alfred Wolf

Die Egge (lat. acer - scharf, ahd. egida - mit Spitzen versehen) ist neben dem Pflug das wichtigste landwirtschaftliche Gerät. Sie dient zum Zerkleinern der Schollen nach dem Pflügen oder vor der Saat, zum Zerstückeln von Pflanzenresten oder Einarbeiten von Dünger. Eggen bestanden aus einem Zinkengerüst mit 12 bis 42 Zähnen, zuerst aus Holz, dann aus Eisen. Sie wurden von Tieren, später von Traktoren gezogen. Moderne Modelle weisen nicht nur feststehende Zinken auf, sondern auch solche auf rotierenden Walzen oder Scheiben. Dadurch wird ein feiner Bodenzustand erreicht. 

Die ältere volkskundliche Literatur bringt das Arbeitsgerät aufgrund des Materials (Eisen) und der Form (Kreuze) mit verschiedenem Zauber in Verbindung. Um den für die Saat nötigen Regen zu erlangen, sollte man die Egge vor Beginn der Arbeit begießen, zur Abwehr der Vögel den Acker zuerst in Kreuzform eggen. Hölzerne Eggenzähne sollten Hexen sichtbar machen und (Zahn-)schmerzen heilen. Im Rechtsbrauch bedeutete die kurze Rast auf einer Egge Asyl vor Verfolgern.


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 159
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 1/Sp. 646, Bd. 2/Sp. 562
Wikipedia: Egge