Hund#

Hund

Der Hund ist wohl das älteste Haustier. Man schätzt seine feine Witterung, Klugheit und Treue, verwendet ihn seit langem als Wächter, Begleiter der Jäger und Hirten. Dennoch hat man ihn auch mit abergläubischer Scheu beobachtet. Besonders unheimlich erschienen schwarze Hunde, denen man u.a. nachsagte, Schätze zu hüten. Wie bei anderen Haustieren sollte das Verhalten orakelhafte Bedeutung haben: Gras fressen deutet auf Niederschläge, Schnee fressen auf Tauwetter, läuft ein Hund zu, bringt er Glück. Er sollte Erdbeben vorausahnen, galt als geistersichtig, Winseln als unheilbringend. Bellen in der Andreasnacht (30. November) wurde von heiratswilligen jungen Frauen als kommender Freier gedeutet, wobei sie die Richtung des Geräuschs beobachteten. War kein Hund zu hören, war keine Hochzeit in Sicht. 

In der Umgangssprache und Redensarten gilt "Hund" sogar als Schimpfwort. Wer "auf den Hund gekommen" ist, hat abgewirtschaftet. Angeblich, weil auf den Boden alter Zunfttruhen ein Hund gemalt war. War die Truhe leer, wurde das Bild sichtbar. Ein "bunter Hund" fällt nicht immer angenehm auf. Wer "schlafende Hunde weckt" ist unvorsichtig. Jemanden "einen Hund anhängen" (kränkenden Spott zufügen), wie man in Niederösterreich sagt, erinnert an alte Rechtsbräuche. Wurde ein Hund mit einem Verbrecher gehängt, galt dies als besonders schimpflich.



Weiterführendes: > Mehr über den Hund und andere Tiere in: Kostproben aus Servus in Stadt & LandBand 1Red Bull Media House GmbH2016

Quellen: 
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1932/1987. Bd. 4/Sp. 472
Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg 1992. Bd 2 / S. 764

Bild: Schäferhund "Daisy". Steinbach am Attersee (Oberösterreich). Foto: Alfred Wolf, 2001