unbekannter Gast

Jüngstes Gericht#

Juengstes_Gericht

Die Vorstellungen vom Gottesgericht (Jüngster Tag, Weltuntergang) dürften ihren Ursprung im Zoroastrismus, babylonischen Gottkönigtum und ägyptischen Jenseitsglauben haben. Im Christentum ist es als Gericht aller Lebenden und Toten mit der Idee der Auferstehung verknüpft. Es entscheidet über ewiges Leben oder ewige Verdammnis. Im Neuen Testament sind die Reden Jesu in den historischen Kontext der endzeitlichen Erwartung (Naherwartung, Parusie) eingebettet. Es schließt mit der Apokalypse des Johannes. Auf das Jüngste Gericht folgen dort der „neue Himmel“ und die „neue Erde“ und das „neue Jerusalem“ als abschließende Erfüllung aller Verheißungen vom Reich Gottes (Offb 21,1). 

Das Jüngste Gericht spielte im mittelalterlichen Europa eine große Rolle, da man der Meinung war, es stehe als konkretes, historisches Ereignis kurz bevor. Dem entsprechend häufig findet man bildliche Darstellungen von der Romanik bis in die frühe Renaissance, vor allem aber in der Gotik. Meist befindet sich in der oberen Mitte der thronende Christus (Pantokrator, Allherrscher), Salvator Mundi (Erlöser der Welt, Heiland), flankiert von Aposteln und/oder Heiligen. Zu seiner Rechten fahren die Seligen in den Himmel auf, während zu seiner Linken die Verdammten in die Hölle stürzen. (Vgl. Mt 25,33) Oft begegnet man auf solchen Darstellungen dem Erzengel Michael (mit Seelen-Waage und Schwert), den vier Evangelisten, den zehn klugen und törichten Jungfrauen.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 422
Wikipedia: Jüngstes Gericht (Stand 18.7.2008)

Bild: Albrecht Dürer: Apokalypse, 1498


Siehe auch:
--> Jüngstes Gericht