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Koralle#

Koralle

Korallen sind koloniebildende Blumentiere (Nesseltiere). Die unregelmäßig verzweigten Kolonien werden 5 bis 20 Zentimeter hoch, doch wurden früher auch solche von über einem Meter und 30 kg Gewicht beschrieben.

Bevorzugt war die Edelkoralle (Corallium rubrum), die in Tiefen von 2 bis 280 Metern im Mittelmeer lebt. Ihr Gewebe ist normalerweise rot und wächst auf einer dunkelroten Kalkachse - dem Rohmaterial für Schmuck. Koralle und Korallenäste galten schon in der Antike als Schutz gegen Krankheiten und Blitzschlag. Plinius (23-79 v. Chr.) schrieb über diese Verwendung bei Römern und Kelten. Später waren Rosenkränze aus Korallen beliebt. 

Besondere Bedeutung hatte das Amulett bei Kindern, die es vor dem "bösen Blick" schützen sollte. Daher trugen sie Arm- und Halsbänder aus Korallen. Das ist sogar auf manchen gotischen Darstellungen des Jesuskindes zu sehen.


Quellen:
Leopold Schmidt: Volkskunde von Niederösterreich. Horn 1972. Bd. 2/S. 48
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1933/1987. Bd. 5/Sp. 239 f.
Wikipedia: Koralle (Stand 29.10.2008)

Bild: Halskette aus roter Edelkoralle, Anfang 20. Jahrhundert. Foto: Helga Maria Wolf