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Pfingstkönig#

Grüner Georg in der Steiermark. Aus: Kronprinzenwerk, 1890
Grüner Georg in der Steiermark. Aus: Kronprinzenwerk, 1890

In ganz Europa weit verbreitet, jetzt in zwei Gemeinden Niederösterreichs gepflegt, ist der Umzug mit dem Pfingstkönig. Solche Grüngestalten gab es von England (Jack in the green), Frankreich (Le pere Mai), über die Schweiz (Maibär), Deutschland (Laubmann), Jugoslawien (Zeleny Juray) bis nach Russland. Im Kronprinzenwerk aus 1890 findet sich ein "Grüner Georg" aus der Steiermark.

Die älteste Nachricht des Brauches in Niederösterreich geht auf das Jahr 1555 zurück. Im Weinviertel hat ihn Ende des 19. Jahrhunderts ein Schuldirektor revitalisiert. In Patzmannsdorf (Gemeinde Stronsdorf, Bezirk Mistelbach) wird ein Bub der letzten Hauptschulklasse verkleidet. Kegelförmig zusammengebundene Birkenzweige umhüllen ihn, an der Spitze stecken drei Pfingstrosen. Kinder führen die Gestalt durch den Ort, Trommler und Sammler begleiten sie. Alle 100 Meter drehen sie den Pfingstkönig, umtanzen ihn und heischen mit dem Lied: "Wir reisen dahin, wir reisen daher und bringen den grünen Pfingstkönig daher. Aus grüner Au, aus grüner Au, das ist bei uns zu Pfingsten der Brauch. Ein jeder soll Gott ehren auf seinem höchsten Thron. Christus ist geboren als Gottes einziger Sohn. Maria so rein soll Jungfrau sein. Und ein Silberzwanziger soll auch dabei sein, Juche!". (Silberzwanziger = 20-Kreuzer-Münze, in Wien auch Koferl genannt) Die Dorfbewohner geben den Kindern Geld, das sich die Akteure teilen. Das Laubkleid wird am Ende in den Bach geworfen. Die Erklärung des Heischebrauchs (heischen, mhd. eischen - fordern, fragen) zum Frühlingstermin ist naheliegend. Es begann der Dienst des Viehhirten auf der Gemeindeweide, der sich seinen Lohn bei den einzelnen Bauern abholte. In Arbesthal zieht der Pfingstkönig mit seinen Begleitern durch die Kellergasse.