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Lehmden, Anton#

* 2. 1. 1929, Neutra (heute Nitra, Slowakische Republik) Nitra


Maler und Graphiker


Anton Lehmden
Anton Lehmden
© Schloss Deutschkreuz

Anton Lehmden wurde am 2. Jänner 1929 als Sohn eines Gärtners in Neutra (heute Nitra, Slowakische Republik) geboren und kam 1945 als 16jähriger nach Wien, wo er an der Akademie der Bildenden Künste in der Meisterklasse von Albert Paris Gütersloh und bei Robin Christian Andersen studierte.

Ab 1948 beteiligte er sich an den Ausstellungen des Wiener Art-Clubs und zählt - gemeinsam mit Ernst Fuchs, Arik Brauer, Wolfgang Hutter und Rudolf Hausner - zu den Begründern und Hauptvertretern der "Wiener Schule des Phantastischen Realismus".


Nach einer Lehrtätigkeit an der Akademie für angewandte Kunst in Istanbul (1962/63) übernahm er 1971 an der Ulmer Akademie eine Professur. In den Jahren 1969 und 1975 war er außerdem Leiter der Klasse für Malerei an der Sommerakademie Salzburg.


Von 1971 bis 1997 war Anton Lehmden Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und leitete die Meisterklasse für Malerei.
Er gestaltete unter anderem die U-Bahn-Station Volkstheater in Wien sowie die zum St. Georgs-Kolleg gehörige Kirche in Istanbul.


1966 erwarb er das Renaissanceschloss Deutschkreutz im Burgenland, an dessen Restaurierung er seither arbeitet und wo er seitdem auch lebt. (Seit 2003 gibt es hier verschiedene Kulturveranstaltungen und seit 2005 findet die "Lehmden Sommerakademie" im Schloss statt.)


Seine ersten wichtigen Werke entstanden zwischen 1947 und 1950, er beteiligte sich an mehreren Ausstellungen und unternahm Reisen nach Italien. Seine Technik hatte Anton Lehmden an den alten Meistern wie P. Breugel und Albrecht Altdorfer geschult, das wichtigste Motiv blieb für ihn von den frühen Bildern bis heute die Landschaft: Angeregt durch seine Liebe zur chinesischen Landschaftsmalerei, beschäftigte er sich in den Anfängen vorwiegend mit dem lyrischen Moment in der Landschaft; doch bald änderten sich seine Landschaften – sie waren nicht mehr nicht "idyllisch", sondern berstende und versinkende Landstriche, die den Menschen ohne Zuflucht lassen.

(In seinem Bild Panzerschlacht (1954-1956) werden die Schrecken des Krieges auf metaphysische Weise überhöht.)


Schwerpunkt seines Schaffens ist über Jahrzehnte hinweg in immer wiederkehrenden Variationen der Zugang zu mythischen Themen, kosmischen Träumen und apokalyptischen Visionen.


Anton Lehmden gestaltete unter anderem die U-Bahn-Station Volkstheater in Wien sowie die zum St. Georgs-Kolleg gehörige Kirche in Istanbul.


Anton Lehmden, Flaktürme
Anton Lehmden, Flaktürme. Gemälde, 1953 (Historisches Museum der Stadt Wien)
© Historisches Museum der Stadt Wien, für AEIOU

U3 Volkstheater
U3 - Volkstheater
© P. Diem

U3 Volkstheater
U3 - Volkstheater
© P. Diem

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Kritikerpreis, 1952
  • Förderungspreis der Stadt Wien, 1963
  • 1. Graphik Preis Innsbruck, 1956
  • Förderungspreis des Staatspreises Wien, 1956
  • Preis Mainichi Shinbun Tokio, 1957
  • Goldmedaille der Stadt Rom, 1957
  • Preis der Stadt Wien, 1968
  • Premio Fiorino Florenz, 1968
  • Österreichisches Ehrenkreuz 1.Klasse für Wissenschaft und Kunst Wien, 1978
  • Dürerpreis Nürnberg, 1978
  • Lovis-Corinth-Preis Regensburg, 1983
  • Goldmedaille der Stadt Wien, 1994
  • Komtur-Kreuz des Landes Burgenland, 2000
  • Ehrenmitglied der Accademia delle Arte del Disegno in Florenz


Einzelausstellungen (Auswahl):

  • Turin, 1949
  • Venedig, 1950
  • Wien, 1958
  • Baden-Baden, 1960
  • Wien, 1961
  • Istanbul, 1962
  • Philadelphia, 1963
  • Paris, 1963
  • Klagenfurt, 1964
  • Rom, 1965
  • Warschau, 1967
  • Salzburg,1968
  • Wien, 1968
  • Schloss Deutschkreutz, 1968
  • Rom 1975
  • Schloss Deutschkreutz, 1976
  • Nürnberg, 1978
  • Regensburg, 1983
  • Erlangen, 1984
  • Wien, 1984
  • Schloss Deutschkreutz, 1985
  • Tokio, 1992
  • "Ölmalerei 1946-1997", Schloss Deutschkreutz 1998
  • "Ölmalerei-Aquarelle-Zeichnungen 1950 bis 2000", Schloss Deutschkreutz 2000
  • Schloss Hartberg (Steiermark), 2003
  • Burgenländische Landesgalerie Eisenstadt/Ölbilder, 2004
  • "Galerie 1990"/ Aquarelle, Eisenstadt 2004,
  • ORF Landesstudio Eisenstadt / Graphiken, 2004,
  • Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen, Istanbul 2008

Literatur#

  • A. Schmeller, Anton Lehmden Weltlandschaften, 1968
  • W. Koschatzky, A. Lehmden. Die Graphik, 1970
  • S. Stock, Die Graphik A. Lehmdens, Dissertation, Salzburg 1976
  • Die Phantasten, Ausstellungskatalog, Künstlerhaus Wien, 1990
  • Über die Wahrheit der Malerei, Ausstellungskatalog, Akademie der bildenden Künste in Wien, 1990


--> Historische Bilder zu Anton Lehmden (IMAGNO)

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl