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Liessmann, Konrad Paul#

* 13. 4. 1953, Villach


Philosoph
Literaturkritiker und Kulturpublizist


Konrad Paul Liessmann wurde am 13. April 1953 in Villach geboren.

Er absolvierte an der Universität Wien ein Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie, das er 1976 mit der Sponsion abschloss.
Er promovierte mit einer Arbeit über "Anfang und Ende der Philosophie – Studien zum Verhältnis von Theorie und Praxis im griechischen und nachhegelschen Denken" und schrieb 1989 seine Habilitation über den "Begriff der Distanz als ästhetische Kategorie".

1995 wurde er außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Philosophie, 2011 wurde er als Professor für 'Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik' an die Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien berufen.


Konrad Paul Liessmann veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche und essayistische Arbeiten zu Fragen der Ästhetik, Kunst- und Kulturphilosophie, Gesellschafts- und Medientheorie, Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts und der Bildungstheorie.

Er ist Gründungsmitglied und wissenschaftlicher Leiter des seit 1997 stattfindenden "Philosophicum Lech" und Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe im Zsolnay-Verlag.

Einem breiten Publikum wurde Liessmann durch seine gesprochenen Beiträge der Ö1-Hörfunkreihe "Denken und Leben" bekannt. (In dieser Sendung wurden die bekanntesten Philosophen des Abendlandes biographisch und thematisch behandelt.)

Ob im Radio oder in seinen pointierten publizistischen Beiträgen - immer versucht er, für komplizierte Sachverhalte einfache, zugespitzte Formulierungen zu finden. Konrad Paul Liessmann ist es ein Anliegen, Philosophie und Geisteswissenschaften in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Er ist bekennender "Bildungsbürger", seine Bücher sind Plädoyers für den mündigen, denkenden, gebildeten und kritischen Menschen.


Darüber hinaus war bzw. ist Univ.-Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann in einer Vielzahl von verschiedenen Funktionen tätig: von 2002 bis 2006 Leiter des "Friedrich-Heer-Arbeitskreises" der Österreichischen Forschungsgemeinschaft, von 2004 bis 2008 Studienprogrammleiter für Philosophie und von 2008 bis 2012 Vizedekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien.
Er war von 1997 bis 2002 Wissenschaftlicher Beirat der "Deutschen Gesellschaft für Ästhetik" und von 2011 bis 2015 ihr Vizepräsident. Von 2002 bis 2006 war er Leiter des "Friedrich-Heer-Arbeitskreises" der Österreichischen Forschungsgemeinschaft und Herausgeber der Werke Friedrich Heers im Böhlau-Verlag. Seit 2001 ist er Mitglied des Kuratoriums des Europäischen Forum Alpbach, seit 2010 Vizepräsident der "Gesellschaft für Bildung und Wissen", seit 2012 Gründungsmitglied und Obmann der "Internationalen Günther Anders-Gesellschaft" und seit 2014 Leiter des Universitätslehrganges "Philosophische Praxis" an der Universität Wien.

Auszeichungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Förderungspreis der Stadt Wien, 1991
  • Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik, 1996
  • Kulturpreis der Stadt Villach, 1998
  • Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln, 2003
  • Österreichischer "Wissenschafter des Jahres 2006", 2006
  • Sachbuchpreis "Danubius", 2010
  • VIZE 97 der Dagmar und Vaclav Havel Foundation Prag, 2010
  • Deutscher Schulbuchpreis, 206
  • Paul Watzlawick-Ehrenring, 2016

Werke (Auswahl)#

  • Günther Anders, 1988
  • Ästhetik der Verführung. Kierkegaards Konstruktion der Erotik aus dem Geiste der Kunst, 1991
  • Ohne Mitleid. Zum Begriff der Distanz als ästhetische Kategorie mit ständiger Rücksicht auf Theodor W. Adorno, 1991
  • Karl Marx 1818-1989. Man stirbt nur zweimal, 1992
  • Sören Kierkegaard – Zur Einführung, 1993
  • Der Aufgang des Abendlandes. Eine Rekonstruktion Europas, 1994
  • Über Nutzen und Nachteil des Vorlesens. Eine Vorlesung über die Vorlesung, 1994
  • Der gute Mensch von Österreich. Essays 1980–1995, 1995
  • Vorlesungen zur Einführung in die Philosophie, 2 Bände, 1997/98
  • Philosophie des verbotenen Wissens, 2000
  • Kitsch! Oder warum der schlechte Geschmack der eigentlich gute ist, 2002
  • Die Insel der Seligen. Österreichische Erinnerungen, 2005
  • Theorie der Unbildung: Die Irrtümer der Wissensgesellschaft, 2006
  • Spähtrupp im Niemandsland, 2004
  • Die Freiheit des Denkens, 2007
  • Zukunft kommt - Die säkularisierte Heilserwartung und ihre Enttäuschungen, 2007
  • Schönheit, 2009
  • Das Universum der Dinge: Zur Ästhetik des Alltäglichen, Zsolnay Verlag, 2010
  • Bildung ist ein Lebensprojekt - Im Gespräch mit Konrad Paul Liessmann, Hrsg. Martin Kolozs, Studien Verlag Innsbruck, 2011
  • Lob der Grenze: Kritik der politischen Unterscheidungskraft, 2012
  • Geisterstunde: Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift, 2014
  • Totgesagte leben länger. Karl Marx und der Kapitalismus im 21. Jahrhundert.( E-Book), 2015

Herausgeber

  • Ruhm, Tod und Unsterblichkeit — Über den Umgang mit der Endlichkeit (mit Beiträgen von R. Brandt, N. Neutert, Th. Macho u.a.), 2004
  • Vom Zauber des Schönen - Reiz, Begehren und Zerstörung, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2010, ISBN 9783552054950

Hörfunkreihe

  • Denken und Leben. Annäherungen an die Philosophie in biographischen Skizzen (5-teilige ORF-CD-Edition), 1999
  • Denken und Leben II. Annäherungen an die Philosophie in biographischen Skizzen (4-teilige ORF-CD-Edition), 2000
  • Denken und Leben III. Annäherungen an die Philosophie des 20. Jahrhunderts in biographischen Skizzen (5-teilige ORF-CD-Edition), 2001
  • Denken und Leben IV. Annäherungen an die Philosophie in biographischen Skizzen. Rebellen und Exzentriker (4-teilige ORF-CD-Edition), 2007
  • Erzählen und Denken. Michael Köhlmeier und Konrad Paul Liessmann im Dialog über Staat, Schönheit und Geld (3-teilige ORF-CD-Edition), 2011

Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler, I. Schinnerl