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200. Geburtstag von Johann Nestroy#

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Der am 7.12.1801 in Wien geborene Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy studierte zunächst Jus, ging mit 20 Jahren zum Theater, zunächst als Opernsänger, dann als Schauspieler und Sänger. Er schrieb als satirisch-humoristischer Dramatiker im Laufe seines Lebens 80 Stücke mit effektvollen Gesangseinlagen, die zum Teil auch heute noch gerne gespielt werden. Der Durchbruch zu großen Erfolgen gelang ihm 1832 am Theater an der Wien mit der noch an Raimund erinnernden Zauberposse "Der böse Geist Lumpazivagabundus". 1838-44 begeisterten "Der Talisman", "Das Mädel aus der Vorstadt", "Einen Jux will er sich machen" und "Der Zerrissene" seine Zeitgenossen. 1854 übernahm er die Leitung des Leopoldstädter (Carl-)Theaters. 1860 zog er sich nach Graz zurück, wo er am 25.5.1862 starb. Er führte den Typus des "Wiener Volkstheater" zur Vollendung, war ein Meister des Dialektes und der Hochsprache, der mit urwüchsiger Komik die boshafte Satire genussreich benützte, um die Schwächen der Gesellschaft seiner Zeit anzuprangern. Er vergaß dabei auch nicht auf einen versöhnlichen Humor. Der Kritiker Karl Krauss (1874-1936), anerkannte moralisch-künstlerische Autorität seiner Zeit, stellte fest, dass die Nestroy-Stücke, die doch für das aktuelle Unterhaltungstheater geschrieben wurden, in ihrer Qualität über diesen Bedarf weit hinausgingen, wodurch die Nestroystücke im 20. Jahrhundert neu entdeckt wurden. Wahrscheinlich sollte man auch heute seine Stücke vermehrt zur Aufführung bringen oder fehlt uns ganz einfach ein neuer Nestroy?