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Briefmarke, Museum Liaunig
© Österreichische Post

Museum Liaunig#

Sondermarke#

Das Museum Liaunig im Kärntner Neuhaus (slowenisch: Suha) öffnet im Mai 2015 nach einem großen Um- und Ausbau wieder seine Pforten. Die Österreichische Post widmet diesem spektakulären Bauwerk eine Sondermarke aus der Serie „Moderne Architektur in Österreich“.

Das Privatmuseum beherbergt die Kunstsammlung des Industriellen und Wirtschaftsexperten Dkfm. Herbert W. Liaunig, der vor allem als Unternehmenssanierer bekannt ist. Liaunig erwarb 1988 das Schloss Neuhaus westlich von Lavamünd als Wohnsitz und Hort für seine Kunstsammlung, doch bald wurde der Platz zu klein, und man begann mit der Planung eines eigenen Museumsgebäudes. 2007 startete der Bau des außergewöhnlichen Museums, dessen Entwurf vom jungen Wiener Architektenbüro „querkraft“ stammt. Im Sommer 2008 konnte das Museum bereits eröffnet werden. Das Gebäude besteht aus vier in das Gelände integrierten Baukörpern, von denen nur der langgestreckte Galerietrakt sichtbar ist, der auffällig hervorragt. Dieser 160 Meter lange „White Cube“ erhält großteils natürliches Licht von oben und bietet zwei Terrassen mit hervorragender Aussicht auf die umgebende Landschaft. Die anderen Gebäudeteile liegen unter der Erde. Der Museumsbau vermittelt nach den Vorstellungen Liaunigs einen industriellen Stil, der durch die verwendeten Materialien Sichtbeton, Stahl und Glas noch unterstrichen wird. Insgesamt wies der Gebäudekomplex ursprünglich eine Nutzfläche von rund 5.000 Quadratmetern auf. Das architektonisch bemerkenswerte Gebäude wurde bereits 2012 unter Denkmalschutz gestellt und mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnet.

Die über vier Jahrzehnte aufgebaute Sammlung Liaunig umfasst vor allem zeitgenössische österreichische Kunst ab 1950, die durch einige markante Stücke ausländischer Maler und Bildhauer erweitert wird. Werke österreichischer Maler und Grafiker wie Arnulf Rainer, Marc Adrian, Hubert Schmalix, Peter Pongratz, Maria Lassnig und vielen mehr werden ergänzt durch Plastiken von Joannis Avramidis, Fritz Wotruba und zahlreichen anderen Künstlern. Einen Kontrast zur zeitgenössischen Kunst bildet die Dauerausstellung „Gold der Akan“: In einem großen schwarzen Kubus, der vom Hauptausstellungsraum aus begehbar ist, werden 600 Schmuck- und Kultobjekte afrikanischer Königsstämme aus dem 19. und 20. Jahrhundert gezeigt, eine der weltweit größten Sammlungen dieser Art.

Nach einer einjährigen Umbauphase durch das bereits bewährte Architektenteam „querkraft“ wird das großzügig erweiterte Museum im Mai 2015 wieder eröffnet. Neben der Kunstschau „Wirklichkeiten“, die die gleichnamige Künstlergruppe um Peter Pongratz präsentiert, gibt es auch eine Sonderausstellung über den irischen Künstler Sean Scully. Neue Objekte aus der Kunstsammlung der Familie wie dekorierte Gläser und Porträtminiaturen des 16. bis 19. Jahrhunderts werden ebenfalls gezeigt.

Mit der Erweiterung ändert sich auch der Besichtigungsmodus: Das Museum kann nach der Wiedereröffnung ohne vorherige Terminvereinbarung während der Öffnungszeiten von 26. April bis 31. Oktober 2015 von Mittwoch bis Sonntag in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Kinder ab 12 Jahren sind herzlich willkommen. Führungen durch die Ausstellungen werden jeweils um 11.00 und um 14.00 Uhr angeboten. Sie sind im Eintrittspreis inkludiert, müssen aber nicht verpflichtend wahrgenommen werden.