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Dirndl#

Sondermarke#

Briefmarke, Dirndl
© Österreichische Post

Auf die Lederhosen-Briefmarke vom Vorjahr folgt heuer als dazu passende Bekleidung für die Damen wieder eine ganz besondere Novität: die weltweit erste Briefmarke in Silhouettenstickerei in der traditionsreichen Form eines Dirndls. Als „Dirndl“ bezeichnet man in manchen Gegenden in Österreich und Süddeutschland ein junges Mädchen, daher leitet sich wohl auch der Name für das Dirndlkleid ab. Heutige Dirndln haben mit traditionellen Trachtengewändern oft nicht mehr viel gemein: Kurze Röcke, tiefe Ausschnitte, raffinierte Schnürungen und gewagte Farbkombinationen findet man bei den sogenannten historischen Trachten nicht. Diese zeichnen sich durch traditionelle, regionalspezifische Farben und Muster und – zumindest bei den Werktagstrachten – meist schlichte Schnitte aus, denn das Dirndlkleid wurde und wird in vielen ländlichen Regionen heute noch als Alltagskleidung getragen. Für feierliche Anlässe oder Feiertage gibt es besonders aufwendig gestaltete und verzierte Festtagstrachten mit bestickten Bändern und Halstüchern, seidenen Schürzen, oft bodenlangen Röcken und passenden Kopfbedeckungen wie etwa den oberösterreichischen Goldhauben.

Lange Zeit galt das Dirndl als altmodisch und „verstaubt“, doch seit einigen Jahren sieht man vermehrt auch im städtischen Bereich Frauen wie Männer in Trachtenkleidung. Das hängt wohl auch mit der steigenden Popularität von Wiesenfesten zusammen, die sich vom Münchner Oktoberfest ausgehend weltweit immer mehr verbreiten. Dort werden eher die modernen Dirndlvarianten getragen – möglichst sexy und auffällig soll es sein.

Die Dirndlmarke besticht im wahrsten Sinn des Wortes durch ihre spezielle Fertigung. Die Vorarlberger Firma Hämmerle & Vogel, in Lustenau beheimatet und Spezialist für Stickereikunst auf höchstem Niveau, zeichnet für das Design und die Herstellung verantwortlich. Jede Marke wird aus rund 40 Meter Faden in drei Farben gefertigt. Die gestickte Silhouette, die verschiedenen Farben und unterschiedlichen Stiche lassen das Dirndl plastisch und zugleich filigran und luftig wirken. Sogar der Faltenwurf ist erkennbar. Die zierliche Bluse ist in gebrochenem Weiß gehalten, ebenso die Schürze, die eine andere Stichart aufweist. Das rote Dirndlkleid und die ebenfalls gestickte, gleichfarbige Aufschrift „Austria“ machen daraus ein rot-weiß-rotes kleines Kunstwerk. Die Schürzenschleife und der Nominalwert der Briefmarke in Grün sind ein besonderer Hingucker.

Hämmerle & Vogel ist ein traditionsreiches Vorarlberger Familienunternehmen, das seit über 100 Jahren hochwertige Stickereien für internationale Kunden fertigt, darunter Modehäuser wie Chanel, Marc Jacobs, Victoria’s Secret und Agent Provocateur.

Für die Dirndlmarken wurden insgesamt 5,6 Millionen Meter Faden verwendet. Hämmerle & Vogel stellte bereits mehrere Stickereimarken für die Österreichische Post her: ein Edelweiß- und ein Enzianmotiv sowie eine Petit-Point- Stickerei.