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Burg Hollenburg#

Bezirkshauptmannschaft: Klagenfurt-Land Kaernten, Klagenfurt-Land

Gemeinde: Köttmannsdorf Kaernten, Koettmannsdorf

Katastralgemeinde: Hollenburg Kaernten, Hollenburg



Schloss Hollenburg, © Österreich Werbung/Trumler
Schloss Hollenburg
© Österreich Werbung/Trumler

Die äußere Front ist unregelmäßig und dem Felsen angepaßt. Prächtiger fünfeckiger Renaissancearkadenhof mit Römersteinen und einem Doppelwappen Dietrichstein-Starhemberg, 1588 (Vollendung des Baues). Saal im Erdgeschoß mit Kreuzgewölbe, Kapelle mit Fresken aus dem 14. Jh. (1945 entdeckt), Keller mit mächtigen Gewölben, lange, gedeckte Brücke (80 m, zum Teil Zugbrücke), Terrasse mit (berühmtem) Blick über das Rosental.

Die Burg ist die Nachfolgerin einer uralten Höhlenburg. In der Gründungsurkunde Viktrings aus dem Jahr 1142 wird erstmals ein castrum Holenburch und sein Besitzer Swiker de Holenburch erwähnt. Nach dem Aussterben der Hollenburger 1246 hatten die mit ihnen verwandten Herren von Pettau die Herrschaft inne. Sie ließen ihren Besitz von Pflegern verwalten. Friedrich, der letzte Pettauer, starb 1438. Die Hollenburg kam nun an seine Schwester Agnes von Stubenberg. Deren Sohn Johann beteiligte sich an der Verschwörung seines Schwiegervaters gegen Kaiser Friedrich III. Er wurde gefangen genommen und verlor nach seiner Verurteilung wegen Hochverrats 1472 seine Besitzungen.
1514 verkaufte der unter ständiger Geldnot leidende Kaiser Maximilian I. die Festung an Siegmund von Dietrichstein. Er war Landeshauptmann der Steiermark und führte in den Bauernkriegen von 1514 und 1525 das steirische Aufgebot.

Die Burg hatte durch das Erdbeben von 1348 und einen Brand während der Türkeneinfälle stark gelitten. Die Dietrichsteiner waren daher gezwungen, größere Umbauten vorzunehmen und gaben der Hollenburg ihre heutige schlossähnliche Gestalt. Der Rittersaal mit anschließenden Räumen wurde errichtet und 1559 wurde der Auftrag zum endgültigen Ausbau gegeben. Der einstige Bergfried wurde dabei zum größten Teil abgetragen und der Rest in den neuen Renaissancebau integriert. 1571 richtete ein neuerliches Erdbeben wieder größere Schäden an. 1621 musste der protestantisch gesinnten Bartholomäus von Dietrichstein auswandern und die Hollenburg einem katholisch gebliebenen Zweig der Familie abtreten. 1856 brannte das Dach infolge eines Blitzschlages ab. Auch die Zimmer des obersten Stockwerks wurden dabei schwer beschädigt.
Die gräflichen Linie Dietrichstein konnte die Herrschaft Hollenburg über vier Jahrhunderte halten, bis der gräfliche Stamm mit Johann Douglas 1861 erlosch.
1913 erwarb Ludwig Wittgenstein, ein Onkel des Philosophen, Burg und Herrschaft. Im Erbweg kam die Hollenburg 1923 an die Familie Maresch und schließlich an die Familie Kyrle.

Der Innenhof und der Söller sind wochentags frei zugänglich, die Innenräume können nicht besichtigt werden.
Auf Burg Hollenburg ist eine moderne Haflingerzucht untergebracht.


Eigentümer: Dr. Johannes und Alexander Kyrle


Schloss Hollenburg, Foto: Johann Jaritz. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Hollenburg
Foto: Johann Jaritz. Aus: WikiCommons unter CC
Hollenburg im Rosental. Kärnten. Photographie. Um 1999., © IMAGNO/Gerhard Trumler
Hollenburg im Rosental. Kärnten. Photographie. Um 1999.
© IMAGNO/Gerhard Trumler
Arkadenhof von Schloss Hollenburg., © Österreich Werbung/Trumler
Arkadenhof von Schloss Hollenburg.
© Österreich Werbung/Trumler


Schloss Hollenburg




Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. Der Beitrag wurde jedoch im Oktober 2010 mit folgenden Quellen aktualisiert:

www.burgen-austria.com

Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann

und mit Webrecherchen.

Literatur#

  • Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten, Vorarbeiten von Karl Ginhart, neubearb. von Ernst Bacher, Ilse Friesen, Geza Hajos, Wolfram Heike, Elisabeth Herzig, Horst R. Huber, Margarete Migaes, Jörg Oberhaidacher, Elisabeth Reichmann-Endres, Margareta Vyoral-Tschapka, 2. verb. Auflage, Wien 1981, Seite 238f;
  • Henckel, Hugo, Burgen und Schlösser in Kärnten II, Klagenfurt-Wien 1964, Seite II/86ff
  • Valvasor Topographia Archiducatus Carinthiae Nachdruck der Ausgabe von 1688, Klagenfurt 1975, Seite 99f
  • Wiessner, Hermann — Seebach, Gerhard — Vyoral-Tschapka, Margareta, Burgen und Schlösser in Kärnten (Kärnten II), Burgen und Schlösser um Klagenfurt, Feldkirchen, Völkermarkt, 2. erw. Aufl., Wien 1980, Seite II/86ff