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Österreichisches Museumsgütesiegel, © http://www.museumsguetesiegel.at

Keltenmuseum Hallein (Salzburg Museum)#

5400 Hallein, Pflegerplatz 5 5400 Hallein, Pflegerplatz 5


Das Haus ist eines der größten Museen für keltische Geschichte in Europa. Das Keltenmuseum Hallein beleuchtet die außergewöhnliche Kombination aus Gräberfeldern, Siedlungsflächen und dem Salzbergbau am Dürrnberg. Als Highlight unter den zahlreichen Funden gilt die 2.500 Jahre alte, keltische Schnabelkanne.

Das Entree im Erdgeschoß ist publikumswirksam inszeniert. Die Rekonstruktion eines keltischen Streitwagengespannes, eine Biga, stürmt auf die BesucherInnen zu. Aussehen und Gestik des Wagenlenkers folgen den Beschreibungen antiker Autoren. Details von Pferden und Wagen, Kleidung und Waffen sind nach Vorlagen (z. B. Bilderfriesen auf konischen Bronzeeimern, den Situlen, oder von Grabsteinen) und archäologischen Bodenfunden entstanden. Schautafeln erläutern die Geschichte der Kelten, ihre Herkunft, Verbreitung und ihre Auseinandersetzung mit den antiken Völkern Süd- und Südosteuropas. Die schrittweise Unterwerfung und territoriale Eingliederung als römische Provinz Gallien durch G. J. Cäsar 52 v. Chr. zählen zu den wichtigen Eckdaten ihres Unterganges. Zuletzt war jene kulturelle Eigenständigkeit erloschen, die unter der Bezeichnung „La-Téne-Stil“, Mitteleuropa in den letzen 500 Jahren vor der Zeitenwende entscheidend geprägt hatte.

Die Geschichte der archäologischen Erforschung des Dürrnbergs ist verhältnismäßig jung. Wurde schon die Entdeckung der berühmten Bronzeschnabelkanne 1932 kaum gebührend beachtet, so setzte die gezielte Ausgrabung der prähistorischen Wirtschaftsmetropole erst nach zwei Jahrzehnten ein. Seit 1985 führt das österreichische Forschungszentrum Dürrnberg die wissenschaftliche Betreuung durch.

Das erste Obergeschoß widmet sich neben der Archäologie der Kelten der Auffindung der salzhaltigen Quellen. Bodenfunde belegen, dass sie auf dem Dürrnberg bis zu 4500 Jahre zurückreicht. Auch in den folgenden Epochen der Bronze- und Urnenfelderkultur dürfte die Quellsohle bekannt gewesen sein. Eine Dauersiedlung mit festen Wohnplätzen, Gewerbebauten, Gräberfeldern und eine kommerzielle Nutzung der Salzlagerstätten durch einen organisierten Untertagebau ist in der späten Eisenzeit, am Beginn des 6. vorchristlichen Jahrhunderts nachweisbar. Ein Geländemodell veranschaulicht die prähistorische Siedlungslandschaft, die sich auf einer mittleren Höhenlage von rund 700 m entwickelte. Auf dem Talboden, im Gebiet der oberen Altstadt von Hallein, befand sich später der Umschlagplatz für die Salzfracht. Auf der schiffbaren Salzach ergaben sich entlang der natürlichen Nord-Südverbindung ausgezeichnete Handelskontakte, auch mit Luxusgütern.

Das zweite Obergeschoß, das sich der Salzerzeugung widmet, vermittelt u.a. ein virtuelles Bauwerkserlebnis. Hier erfährt man alles Wissenswerte über Produktionsmethoden und das "Salz der Habsburger", bis zur Einstellung der Soleproduktion auf dem Dürrnberg im Jahr 1989.

Seit 2012 wird das Keltenmuseum Hallein vom Salzburg Museum geführt. Dazu gehört auch das Stille Nacht Museum in der einstigen Wohnung des Liedkomponisten Franz Xaver Gruber (Hallein, Gruberplatz 1).

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