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Augustinerkirche#

Im unmittelbaren Bauverband der Hofburg befinden sich Kirche und Kloster der Augustiner. 1349 geweiht, ist die Kirche in der Augustinerstraße 3 (Wien 1) die älteste erhaltene dreischiffige Bettelordenskirche Wiens. Ihr um 1630 barockisiertes Innere wurde 1784 durch den Hofarchitekten Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg regotisiert - ein rundes Jahrhundert bevor sich Ringstraßenkünstler um historistische Rekonstruktionen bemühten. An den Chor schließt die zweischiffige Georgskapelle an, in der sich Mitte des 14. Jahrhunderts Tempelritter versammelten. Damals war die Blütezeit der Wiener Augustiner, die 50 Patres und zahlreiche Laienbrüder zählten. Nach einer Reform um 1600 lösten die strengeren „unbeschuhten“ Augustiner den älteren Zweig der „beschuhten“ ab. Nach der Erhebung zur Hofpfarrkirche 1634 wurde das Gotteshaus zum bevorzugten Schauplatz religiöser Zeremonien des Kaiserhauses - später mit Abraham a Sancta Clara (1644-1709) als Prior und Hofprediger. Aus der Ritter- wurde eine Totenkapelle mit dem Grabmal Kaiser Leopold II. (1747-1792). Von der Georgskapelle betritt man das „Herzgrüftl“, das 54 Urnen mit Herzen von Mitgliedern des Kaiserhauses aus der Zeit von 1637 bis 1878 enthält. Markant ist das Grabdenkmal für Erzherzogin Marie Christine (1742-1798) an dem der prominente Bildhauer Antonio Canova sieben Jahre lang arbeitete. Sie war die Lieblingstochter Maria Theresias und wohnte mit ihrem Gemahl Albert von Sachsen-Teschen im anschließenden Palais Taroucca, wo der Herzog die berühmte graphische Sammlung der Albertina gründete.

  • Siehe dazu die ausführliche Monographie von Selma Krasa: Antonio Canovas Denkmal der Erzherzogin Marie Christine, Albertina-Studien 1967/68, pp. 67-134

Quelle#

  • Helga Maria Wolf: Spurensuche Wien


Vom Eingang aus gesehen - Foto: P. Diem
Hauptschiff - Foto: P. Diem
Kreuzgewölbe - Foto: P. Diem
Hochaltar - Foto: P. Diem
Grabdenkmal für Erzherzogin Marie Christine von Antonio Canova - Foto: P. Diem
Blick auf die Orgel - Foto: P. Diem

Redaktion: hmw (Text)/Peter Diem (Fotos)