ÖBB 5081

ÖBB 5081/8081
Schienenbus 508101.jpg
Hersteller: Uerdingen, SGP, Jenbacher
Baujahr(e): 1964-1967
Ausmusterung: 1994
Achsformel: AA
Länge über Puffer: 13.950 mm
Dienstmasse: 20,7 t
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Dauerleistung: 222 kW (300 PS)
Anfahrzugkraft: 36 kN
Antrieb: Büssing U10
Zugheizung: Webasto
Sitzplätze: 56
5081 der Erzbergbahn im Bahnhof Erzberg

Der Dieseltriebwagen der Reihe 5081 der ÖBB ist die österreichische Variante des Uerdinger Schienenbusses.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

SGP (Simmering Graz Pauker) in Graz entwickelte 1954 eine österreichische Variante des Schienenbus. Von den ÖBB wurde diese Vorserie samt den beiden Beiwagen 1956 übernommenen, doch eine Serienfertigung dieser Leichttriebwagen der Reihe 5080 blieb aus. Stattdessen entschieden sich die ÖBB einige Jahre später für den testweisen Ankauf von drei Uerdinger Schienenbussen, die sich zuvor in Deutschland (als DB VT 98 bzw. 798), aber auch bei der Graz-Köflacher Eisenbahn bewährt hatten. 1964 wurden 5081.01-03 (Uerdingen) geliefert; erkennbar sind diese deutschen Exemplare an rautenförmigen Fabrikschildern an den Fronten. Zur Stützung der österreichischen Wirtschaft bekamen sowohl die Jenbacher Werke in Tirol (5081.11–22, Baujahr 1965) als auch SGP Wien (5081.51–65 Baujahr 1965–67) den Auftrag für die Lieferung einer in Lizenz gefertigten Serie. Gegenüber dem deutschen Original gab es in mehreren Details Abweichungen. So sind die ÖBB 5081 mit Übersetzfenstern ("Halbfenster") ausgestattet, die Türen reichen weiter nach unten (niedrigere Einstiegskante) oder z.B. Scheibenwischer und Scheinwerfer waren optimiert.

Ergänzend dazu wurden folgende Beiwagen beschafft: 7081.01–03 (Uerdingen, Bj 1964 – Umbau 1974–75 auf Steuerwagen 6581.01–03), 7081.04–09 (Bj 1965), 7081.11–27 (Jenbach, Bj 1966–67) und 7081.51–54 (SGP-Wien, Bj. 1967). Hinzu kamen noch die Steuerwagen 6581.11–20 (Jenbach, Bj. 1965–66) und 6581.51–67 (SGP-Wien, Bj. 1967).

Das Antriebskonzept war außergewöhnlich. Es handelte sich um zwei liegende Reihensechsyzlinder-Büssing-Dieselmotoren mit je 150 PS. Diese trieben über ein mechanisches Sechsganggetriebe jeweils eine Einzelachse an. Aufgrund des geringen Fahrzeuggewichtes konnten trotz der geringen Motorleistung gute Beschleunigungsraten im Vergleich zu Dampflokomotiven erzielt werden. In der Praxis konnten mit einem Triebwagen 1 oder 2 Anhänger verwendet werden. Sehr selten wurde auch ein Güterwagen beigegeben.

Nachdem sich die Personalvertretung weigerte, einem vorgesehenen und kostengünstigen Einmannbetrieb zuzustimmen (der Lokführer verkauft auch Fahrkarten) wurden die Fahrzeuge, anstatt damit den Betrieb auf Nebenbahnen zu rationalisieren, auch auf Hauptbahnen mit Zugführer und z.T. pro Beiwagen einem Schaffner (es fehlten Wagenübergänge) eingesetzt.

Ungeplanter Höhepunkt des Einsatzes der für Nebenbahnen konzipierten 5081-Garnituren war die Verwendung als Triebwagenschnellzug zwischen Linz und Selzthal. Weitere Einsatzgebiete bestanden im Bereich der Zugförderungen Wels, Knittelfeld, Villach, Lienz (hier als anspruchsvoller Korridorzug Innsbruck – Lienz), Vordernberg, Mürzzuschlag und Wiener Neustadt. Sechs Triebwagen wurden für den Einsatz auf der Erzbergbahn nachträglich mit zusätzlichen Magnetschienenbremsen und Außenspiegeln ausgestattet und als 5081.560–565 nummeriert. In diese wurde ein Batterieraum eingebaut, der an die Toilette anschließt, von außen erkennbar an einem Lüftungsgitter anstelle des zweiten Fensters; dabei sind auch vier Sitzplätze weggefallen.

Bei den Fahrgästen waren die Triebwagen sehr beliebt, da sie dank ihrer einzigartigen Bauart ähnlich einem Autobus eine echte Rundumsicht gestatteten und auch Gelegenheit boten, dem Triebfahrzeugführer über die Schulter zu schauen. Zudem konnten die Lehnen der Sitze jeweils in Fahrtrichtung umgelegt werden. Ein Nachteil gegenüber anderen Triebwagenbauarten war das unruhigere Laufverhalten der Zweiachser als auch die geringere passive Sicherheit im Falle einer Kollision.

Beschleunigt durch einen schweren Unfall auf der Schneebergbahn (Frontalzusammenstoß) wurden bis 1994 die letzten Schienenbusse aus dem Verkehr gezogen und durch die Triebwagen der Baureihen 5047 und 5147 abgelöst. Obwohl die 5081er wesentlich später als die DB-Originale der Reihe 798 ausgeliefert wurden, endete der Plandienst früher als in der BRD. Sechs Beiwagen wurden als 7047 zu Personenwagen mit modernen Sitzen und als 7147 zu Fahrradtransportwagen für den 5047 als Anhänger umgebaut und passend umlackiert. Vereinzelt wurden 7081er und 6581er auch ohne Umbaumaßnahmen den neuen Triebwägen als Radtransportwagen beigegeben (z.B. Almtalbahn). Weitere 3 Triebwagen werden seit dem Ausscheiden aus dem Planbetrieb mit der Nummernbezeichnung 8081 als Diensttriebwagen vorwiegend zur Streckenschulung von Triebfahrzeugführern eingesetzt.

Verbleib

Drei Schienenbusse waren bis Dezember 2010 als Baureihe 8081 (8081.001, 021, 055) noch im Bestand der ÖBB und wurden für betriebsinterne Bereisungen und Schulungsfahrten eingesetzt; sie wurden an ÖGEG und Erzbergbahn verkauft.[1] Vier Exemplare sind auf der als Museumsbahn erhaltenen Erzbergbahn im Einsatz, außerdem sind einige Triebwagen im Eisenbahnmuseum Strasshof abgestellt.

Einige Fahrzeuge wurden nach Ausserdienststellung nach Deutschland verkauft. Somit unter anderem 5081.003 als einer der drei erstgelieferten Uerdinger Schienenbusse wie auch der 1974 zum Steuerwagen umgebaute 6581.001. Mit dem 6581.053 gehören sie zum Bestand der Westfälischen Localbahn e.V. Bielefeld, wo sie wieder betriebsfähig aufgearbeitet werden und für Museumsfahrten genutzt werden sollen.

Literatur

  • Markus Inderst: Bildatlas der ÖBB-Lokomotiven. Alle Triebfahrzeuge der Österreichischen Bundesbahnen. GeraMond, München 2010, ISBN 978-3-7654-7084-4.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Änderungen mit Dezember 2010, Bahnnews Austria 4. Januar 2010