Alfred Krauß

Alfred Krauß (* 26. April 1862 in Zara; † 29. September 1938 in Bad Goisern) war ein österreichischer Offizier, zuletzt General der Infanterie. Krauß war ferner Führer des Nationalverbandes Deutscher Offiziere in Wien und Reichstagsabgeordneter für die NSDAP und SA-Führer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Besuch der Volksschule in Werschetz im Banat und in Ödenburg sowie des Untergymnasiums in Teschen wurde Krauß an der Militäroberschule in Mährisch-Weißkirchen und an der Theresianischen Militärakademie in der Wiener Neustadt ausgebildet. Am 18. August 1883 wurde er zum k.-und-k. Infanterieregiment Nr. 11 versetzt. Anschließend besuchte er von 1886 bis 1888 die Kriegsschule in Wien. Im November 1888 wurde er zum Generalstabsoffizier der 20. Infanteriebrigade in Königgrätz ernannt. 1891 kam Krauß als Hauptmann in den Generalstab des 5. Korpskommandos in Pressburg. 1894 wurde Krauß Lehrer für Taktik an der Theresianischen Militärakademie in der Wiener Neustadt. 1897 wurde er als Generalstabschef der 2. Infanteriedivision in Jaroslsau und dann der 33. Infanteriedivision in Komorn.

Im November 1901 kam Krauß als Kommandeur eines Bataillons im Schützenregiment Graz Nr. 3 und 1904 Chef der III Sektion des Technischen Militärkomitees in Wien. Im Oktober 1910 wurde er Kommandeur der k.u.k. Kriegsschule in Wien.

Ab August 1914 war Krauß im Ersten Weltkrieg Kommandeur der 29. Infanteriedivision auf dem serbischen Kriegsschauplatz (Vernichtung der Timosdivision). Im September wurde er zum Kommandeur des Kombinierten Korps „General Alfred Krauß“ ernannt. Im Dezember folgte die Berufung zum Generalstabschef der Balkanstreitkräfte. Im Mai 1915 wurde er zum Generalstabschef der Südwestfront ernannt, bevor er 1916 der Heeresgruppe Feldmarschall Erzherzog Eugen zugeteilt wurde. Im März 1917 wurde Krauß Kommandeur des k.-und-k. I. Korps. Er übernahm dann im Mai 1918 das Oberkommando der 2. Armee und war zugleich Kommandant der Ukraine. Nach dem Ende des Krieges wurde Krauß am 1. Dezember 1918 in den Ruhestand versetzt.

Für seine Verdienste erhielt Krauß u.a. den Orden der Eisernen Krone I. Klasse, das Großkreuz des ö.k. Leopold-Ordens sowie am 12. November 1917 den Pour le Mérite. Er war ferner k.u.k. Geheimer Rat.

1920 wurde er Führer des Nationalverbandes Deutscher Offiziere in Wien.

Am 1. April 1938 erhielt Krauß die Berechtigung zum Tragen der deutschen Uniform mit den Rangabzeichen eines Generals der Infanterie und ab diesem Zeitpunkt bis zu seinem Tod im selben Jahr saß Krauß als Abgeordneter für das Land Österreich im nationalsozialistischen Reichstag. Sein Mandat wurde anschließend von Hanns Albin Rauter übernommen. In der SA erreichte er den Rang eines Brigadeführers.

Schriften

  • Moltke, Benedek und Napoleon, Wien 1901.
  • Unser Deutschtum!, Salzburg 1920.
  • Die Ursache unserer Niederlage, München 1920.
  • Die Wesenseinheit von Politik und Krieg als Ausgangspunkt einer deutschen Staatslehre, 1921.
  • Die Bedeutung Österreichs für die Zukunft des deutschen Volkes, Hannover 1923.
  • Die Ursachen unserer Niederlage, München 1923.
  • Das "Wunder von Karfreit", im Besonderen der Durchbruch bei Flitsch und die Bezwingung des Tagliamento, München 1926.
  • Der Irrgang der deutschen Königspolitik, München 1927.
  • Führertum, Bern 1931.
  • Gestalter der Welt, München München 1932.
  • Gebirgskrieg, 1935.
  • Theorie und Praxis in der Kriegskunst, München 1936.

Literatur

  • Karl-Friedrich Hildebrand, Christian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs, Band 2: H-O, Biblio Verlag, Bissendorf 2003, ISBN 3-7648-2516-2, S.267-269

Weblinks