Offizier

Dieser Artikel beschäftigt sich mit leitenden Soldaten. Für weitere Bedeutungen siehe Offizier (Begriffsklärung).

Ein Offizier (von franz. officier aus mlat. officiarius svw. „Beamteter/Bediensteter“[1] oder „Kriegsbedienter/Befehlshaber“[2]) ist ein Soldat ab der Dienstgradgruppe der Leutnante aufwärts. Offiziere haben die Verantwortung für Führung, Ausbildung und den Einsatz von Verbänden sowie Truppenteilen und Zügen. In der rein hierarchischen Einteilung in drei Laufbahngruppen belegen sie den ersten Platz, haben also Befehlsgewalt über die unterstellten Unteroffiziere und die Mannschaften. Die Offiziere selbst werden wiederum in Dienstgradgruppen unterteilt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Begriff ist als militärische Rangstufe seit dem 16./17. Jahrhundert bezeugt.[1] Bei Aufstellung der stehenden Heere gegen Ende des 17. Jahrhunderts waren Offiziersstellen in der Regel käuflich (in England bis 1877) und oft nur dem Adel vorbehalten, das Vorhandensein militärischer Kenntnisse war nur ein nachrangiges Kriterium für die Verleihung eines Offizierspatentes. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts erkannte man dies in einigen europäischen Staaten als Mangel und versuchte durch Errichtung militärischer Bildungsanstalten die militärische Qualifikation des Offiziersnachwuchses zu heben. Ein Aufstieg aus dem Unteroffiziersrang war zwar theoretisch möglich, praktisch aber selten und wurde im späten 18. Jahrhundert insbesondere in Frankreich faktisch unmöglich. Im Heer der Französischen Revolution wurden Offiziere von den Angehörigen ihrer Einheiten gewählt, um durch die Emigration adeliger Offiziere entstandene Lücken zu füllen. Unter Napoléon Bonaparte wurde diese Praxis wieder eingestellt, Angehörige der niederen Ränge konnten aber bei entsprechender Erfahrung und Eignung durchaus Offizier werden. Ab den Koalitionskriegen wurde für Berufsoffiziere allgemein eine militärische Ausbildung erforderlich, in manchen Staaten (wie z. B. Bayern) zum Ende des 19. Jahrhunderts auch das Abitur.

Deutschland

Bundeswehr

In der Bundeswehr gibt es die Offiziersdienstgrade Leutnant bis General.

Hauptartikel: Dienstgrade der Bundeswehr

Es sind grundsätzlich die Laufbahnen des Offiziers im Truppendienst und des Offiziers im militärfachlichen Dienstes zu unterscheiden. Diese differieren hinsichtlich des Werdeganges, der Verwendungen und der Verwendungszeiten auf den Dienstposten. Die Dienstgradbezeichnungen sind bis zur Ebene Hauptmann gleich. Das allgemeine Laufbahnziel der Offiziere im Truppendienst ist höher.

Offiziere des Truppendienstes

Als Einstellungsvoraussetzung ist im Regelfall das Abitur oder eine in Bayern anerkannte Fachhochschulreife erforderlich. Darüber hinaus ist auch die Mittlere Reife oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsstand und eine abgeschlossene Berufsausbildung als Mindestvoraussetzung ausreichend. Um trotzdem das Studieren an einer Bundeswehr-Universität zu ermöglichen, legen diese besonders geeigneten Bewerber in einem Studienkolleg das Abitur ab. Das Studium ist aber keine zwingende Voraussetzung für den weiteren Werdegang. Für alle Bewerber ist die erfolgreiche Teilnahme an einem Eignungstest der Offizierbewerberprüfzentrale nötig.

Seit 1973 ist für Truppenoffiziere ein Studium an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg (Helmut-Schmidt-Universität) und München Bestandteil der Ausbildung. Dies ist jedoch nicht in allen Dienstteilbereichen zwingend erforderlich (Offizier ohne Studium). In anderen Bereichen, wie der ABC-Abwehr, ist in Einzelfällen das Studium der Chemie, Physik oder Biologie an einer zivilen Universität möglich. Mit dem Studium wurde insbesondere durch das Wirken des damaligen Verteidigungsministers Helmut Schmidt der Offizierberuf in Deutschland akademisch. Mittlerweile studieren über 95 % der Offiziere und Offizieranwärter eines Jahrgangs an einer der beiden Universitäten. Diese treten ihr Studium im Allgemeinen nach 15 Monaten militärischer Ausbildung an. Seit dem Juli 2006 erfolgt die Ausbildung von Offizieranwärtern des Heeres nicht mehr wie bisher an den Truppenschulen der einzelnen Truppengattungen des Heeres. Sie absolvieren ihre Grundausbildung sowie weitere Grundlagenausbildung in drei speziellen Offizieranwärterbataillonen in Munster, Hammelburg und Idar-Oberstein. Offizieranwärter des Heeres und der Luftwaffe tragen neben dem Dienstgradabzeichen eine silberfarbige Kordel, die sie als Offizieranwärter kenntlich macht. Bei der Deutschen Marine tragen sie an Stelle der Kordel den goldenen fünfzackigen (Offizier-)Stern auf der Dienstgradschlaufe. Ab dem Dienstgrad Oberfähnrich ist das Revers des Dienstanzuges des Heeres und der Luftwaffe silbern paspeliert (d. h., es ist eine silberne Kordel entlang der Kante des Revers angesetzt). Während der Ausbildung zum Offizier müssen auch Fremdsprachenkenntnisse erlangt und durch ein Standardisiertes Leistungsprofil (SLP) nachgewiesen werden. Die dabei zu erreichende Stufe unterscheidet sich je nach Teilstreitkraft und ist auch von der späteren Verwendung innerhalb der Bundeswehr abhängig.

Nach dem Studium folgen noch weitere militärische Lehrgänge an den Offizierschulen und anderen Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr, bis der Offizier in der Truppe eingesetzt wird.

Bis zur Beförderung zum Leutnant führen die Offizieranwärter den Dienstgradzusatz OA für Offizieranwärter beziehungsweise ROA für Reserveoffizieranwärter oder die besonderen Anwärterdienstgrade

  1. Schütze/Kanonier/Panzergrenadier/Flieger/Matrose usf. (OA)
  2. Gefreiter (OA)
  3. Obergefreiter (OA)
  4. Fahnenjunker/Seekadett (nach einem Jahr) (Dienstgradhöhe und -abzeichen entspricht Unteroffizier/Maat)
  5. Fähnrich/Fähnrich zur See (Dienstgradhöhe und -abzeichen entspricht Feldwebel/Bootsmann)
  6. Oberfähnrich/Oberfähnrich zur See (Dienstgradhöhe und -abzeichen entspricht Hauptfeldwebel/Hauptbootsmann)

Unteroffiziere aller Laufbahnen können gemäß § 29 Soldatenlaufbahnverordnung zur Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes zugelassen werden, wenn sie zum Zeitpunkt der Zulassung mindestens 21 Jahre alt und nicht älter als 27 Jahre sind, sich in einem Feldwebeldienstgrad befinden und an einem Auswahllehrgang erfolgreich teilgenommen haben. Diese Wechselmöglichkeit ist aktuell nur noch selten gegeben, da Offiziere des Truppendienstes in der Regel ein Studium benötigen, um sich die Möglichkeit zur Übernahme zum Berufssoldaten theoretisch offen zu halten.

Offiziere mit Hochschulabschluss

Eine Besonderheit der Offiziere des Truppendienstes sind die Offiziere mit Hochschulabschluss. Für bestimmte militärfachliche Verwendungen, für welche eine Hochschulausbildung erforderlich ist, besteht die Möglichkeit einer Einstellung als Offizier (Zeitsoldat) gemäß § 26 Soldatenlaufbahnverordnung. Offiziere mit Hochschulabschluss müssen demnach mindestens einen für die Fachrichtung erforderlichen Bachelor- oder vergleichbaren Studienabschluss haben, eine Eignungsübung bestehen und sich für mindestens drei Jahre zum Dienst in der Bundeswehr verpflichten.

Offiziere mit Hochschulabschluss werden in der Regel als Oberleutnant eingestellt, sie können aber auch unter Vorliegen bestimmter Voraussetzungen als Hauptmann oder Major eingestellt werden (bzw. mit vergleichbaren Marine- oder Sanitätsdientsgraden).[3]

Die Übernahme in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten ist möglich.

Auch für Offiziere des Sanitätsdienstes besteht eine ähnliche Möglichkeit, nach erfolgter Approbation als Offizier des Sanitätsdienstes eingestellt zu werden.[4]

Offizier des militärfachlichen Dienstes (OffzMilFD/„Fachoffiziere“)

Um die Durchlässigkeit der Dienstgradgruppen in der Bundeswehr darüber hinaus zu gewährleisten, wurde die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes (OffzMilFD) geschaffen. Diese Offiziere rekrutieren sich weitestgehend aus leistungsstarken Feldwebeldienstgraden, die einen Antrag auf Wechsel in die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes gestellt haben oder von ihrem Einheitsführer für einen Laufbahnwechsel zum Offizier vorgeschlagen wurden. Die in einem vom Personalamt der Bundeswehr durchgeführtem Auswahlverfahren ausgewählten Feldwebeldienstgrade durchlaufen in der Regel eine dreijährige Zusatzausbildung mit dem Erwerb einer zivil anerkannten Ausbildung an einer Fachschule der Teilstreitkräfte mit gleichzeitigem Erwerb der Fachhochschulreife und anschließendem Offizierlehrgang an den Offizierschulen der Teilstreitkräfte. Der Offizierlehrgang der Offiziere des militärfachlichen Dienstes unterscheidet sich nicht von den Lehrgangsinhalten für Offiziere des Truppendienstes. Die dreijährige Ausbildung endet mit der Beförderung zum Leutnant und der Übernahme in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten, wobei ca. 50 % der Offiziere (OffzMilFD) den Status Berufssoldat bereits in der Feldwebellaufbahn erworben haben. Das allgemeine Laufbahnziel für Fachdienstoffiziere ist der Dienstgrad Hauptmann in der Besoldungsgruppe A 11. Ungefähr 25 % erreichen die Besoldungsgruppe A 12. Der höchste erreichbare Dienstgrad in der Laufbahn der Fachoffiziere ist der Stabshauptmann mit der Besoldungsgruppe A 13, vergleichbar einem Major Truppendienst. Im 39. Lebensjahr und im Dienstgrad Hauptmann kann ein Antrag auf einen Wechsel in die Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes gestellt werden oder ein Disziplinarvorgesetzter mindestens der Stufe 2 unterbreitet den Vorschlag. Dieser weiterer Aufstieg aus der Laufbahn der Offizier des militärfachlichen Dienstes heraus bis auf die Ebene der Stabsoffiziere ist nur Spezialisten und absoluten militärischen Leistungsträgern vorbehalten. Die allgemeine Durchlässigkeit der Laufbahnen und diese weitere Wechselmöglichkeit wird daher mit nur zirka fünf bis sieben Übernahmen im Jahr für den Bereich Heer abgebildet. Offiziere des militärfachlichen Dienstes verrichten ihren Dienst in allen Verwendungen und Truppengattungen in der Bundeswehr und zeichnen sich durch einen hohen Spezialisierungsgrad, hohe Akzeptanz in der Truppe und zielführende Verwendungszeiten auf den jeweiligen Dienstposten aus.

Dienstgradgruppen

In der Bundeswehr gibt es die folgenden Offiziersränge (mit aufsteigendem Rang und Besoldung), eingeteilt in vier Dienstgradgruppen. Eine Besonderheit ist bei Heer und Luftwaffe der Dienstgradzusatz i. G. = „im Generalstabsdienst“, welcher auf festgelegten Dienstposten zugewiesen wird:

Dienstgradgruppe Heer/Luftwaffe Marine
Truppenoffiziere Sanitätsoffiziere Truppenoffiziere Sanitätsoffiziere
Leutnante Leutnant Leutnant zur See
Oberleutnant Oberleutnant zur See
Hauptleute
Kapitänleutnante
Hauptmann Stabsarzt/-apotheker/-veterinär Kapitänleutnant Stabsarzt/-apotheker
Stabshauptmann Stabskapitänleutnant
Stabsoffiziere Major Oberstabsarzt/-apotheker/-veterinär Korvettenkapitän Oberstabsarzt/-apotheker
Oberstleutnant Oberfeldarzt/-apotheker/-veterinär Fregattenkapitän Flottillenarzt/-apotheker
Oberst Oberstarzt/-apotheker Kapitän zur See Flottenarzt/-apotheker
Generale
Flaggoffiziere (Admirale)
Brigadegeneral Generalarzt/-apotheker Flottillenadmiral Admiralarzt
Generalmajor Generalstabsarzt Konteradmiral Admiralstabsarzt
Generalleutnant Generaloberstabsarzt Vizeadmiral Admiraloberstabsarzt
General Admiral

Bundesgrenzschutz

Historisch war auch der Bundesgrenzschutz militärisch organisiert. Dementsprechend existierte bis 1976 eine Offizierslaufbahn mit den Dienstgraden Leutnant im BGS / Leutnant zur See im BGS bis Generalmajor im BGS (der Inspekteur des Bundesgrenzschutzes).

Deutsche Demokratische Republik

In der DDR gab es die Offiziersdienstgrade Unterleutnant bis Marschall der DDR.

Die Ausbildung der Offiziere erfolgte an der NVA und der Kasernierten Einheiten des Ministeriums des Innern an Offiziershochschulen in einem dreijährigen und ab 1984 in einem vierjährigen Studium. Sie wurden ausgebildet bis zur Dienststellung Kompaniechef und einer Einweisung in die Gefechtsführung als Bataillonskommandeur. Im zweiten Studienjahr wurde zu Beginn ein Praktikum als Gruppenführer durchgeführt. Sie wurden nach der Abschlussprüfung zum Leutnant ernannt und in der Regel als Zugführer eingesetzt. Reserveoffiziersanwärter wurden am Ende des Grundwehrdienstes aus den Besten ausgewählt, in mehreren Kursen an der Offiziershochschule ausgebildet und nach einer Prüfung zum Offizier mit Dienstgrad Unterleutnant ernannt.

Nach drei- bis vierjährigem Truppendienst wurden besonders befähigte Offiziere, auch der VP-Bereitschaften, für das Studium an der Militärakademie Friedrich Engels oder einer sowjetischen Militärakademie ausgewählt. Dort erfolgte die Ausbildung für Kommandeursverwendungen ab Regimentskommandeur aufwärts bzw. für herausgehobene Dienstposten in den Kommandos der Teilstreitkräfte bis hin zum MfNV. Dieses Studium war der Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr vergleichbar.

Österreich

Siehe auch: Dienstgrade des österreichischen Bundesheeres

Die Offiziere des Österreichischen Bundesheeres werden an der Theresianischen Militärakademie ausgebildet. Sie absolvieren dort den Fachhochschulstudiengang „Militärische Führung”, der mit dem Bachelor abgeschlossen wird.

Daneben gibt es auch Polizeioffiziere bei der österreichischen Bundespolizei, wie auch Einsatz- bzw. Stabsoffiziere bei den Rettungsdiensten (beispielsweise beim Österreichischen Roten Kreuz)

Schweiz

Ausbildung

Der Einstieg als Offizier ist nicht mit einer Anstellung oder langjährigen Verpflichtung verbunden, sondern durch die Wehrpflicht gedeckt. Man kann als Milizoffizier normal jedes Jahr ca. vier Wochen Dienst leisten (max. 60 besoldete Diensttage innerhalb von zwei Kalenderjahren). Die Ausbildung zum Offizier dauert seit 2004 (Armee XXI) 53 bis 57 Wochen, abhängig von Funktion und Ausbildungsstart. Der ordentliche Einstieg gestaltet sich wie folgt:

Schule Dauer Beförderung zu
Allgemeine Grundausbildung mit allen Dienstleistenden 7 Wochen Soldat
Anwärterschule mit Unteroffiziers-Anwärtern (teilweise kombiniert mit dem Fachdienst in der Rekrutenschule) 10 Wochen Obergefreiter
Offiziers-Lehrgang 4 Wochen keine Beförderung
Offiziers-Schule (übliche Bezeichnung der Anwärter ist Aspirant) 10 Wochen Oberwachtmeister
Praktikum in einer Rekrutenschule als Zugführer 21 Wochen Leutnant
praktischer Dienst 5/8 Wochen, je nach Funktion Nach dem zweiten WK oder vier Gradjahren erfolgt die Beförderung zum Oberleutnant.

Im Gegensatz zu Berufsoffizieren BO (Instruktor-Offizieren) ist eine akademische Ausbildung für eine Laufbahn als Milizoffizier nicht notwendig. Offizieraspiranten benötigen lediglich eine abgeschlossene Berufslehre oder Matura. Berufs- und Milizoffiziere sind sich gleichgestellt, jedoch haben sie meist sehr unterschiedliche Aufgaben. Ein Schweizer Milizoffizier kann also nicht mit einem Reserveoffizier vergleichbarer NATO-Armeen verglichen werden. Während der BO eher in Schulen und bei den Lehrverbänden im Bereich Ausbildung und Planung tätig ist, sind die meisten Milizoffiziere bei ihren aktiven Einheiten eingeteilt und leisten gemeinsam mit den Unteroffizieren und Mannschaften jährlich ihren rund vierwöchigen Dienst. Milizoffiziere der Schweizer Armee sind vollwertige Kader und können es theoretisch bis zum Rang des Generals bringen. Ab Stufe Brigadier findet man allerdings praktisch ausschließlich Berufsoffiziere.

Unterteilung

Die Gruppe der Offiziere wird wie folgt weiter unterteilt:

Gruppe Grade
Subalternoffiziere Leutnant
Oberleutnant
Hauptleute Hauptmann
Stabsoffiziere Major
Oberstleutnant
Oberst
höhere Stabsoffiziere Brigadier
Divisionär
Korpskommandant
Oberbefehlshaber der Armee General (wird im Ernstfall durch die Vereinigte Bundesversammlung gewählt)

Der so genannte Fachoffizier ist ein Grad, auf den ein Soldat oder Unteroffizier nicht befördert, sondern auf Grund besonderer ziviler Befähigungen ernannt wird. Je nach bekleideter Funktion entspricht Fachoffizier einem Grad zwischen Oberleutnant und Oberst.

USA

Offiziere in den US-Streitkräften

Etwa 15 % der US-amerikanischen Soldaten sind Offiziere des Heeres. Man unterscheidet die Offiziere zwischen „Commissioned Officers“ (ab Leutnant/Ensign) und „Warrant Officers“ (WO), eine vier- beziehungsweise (bei der US Army) fünfstufige Dienstgradgruppe von Fachoffizieren im Fähnrichrang.

Man unterscheidet bei den aktiven Streitkräften der USA zwischen „Regular“ und „Reserve“ Officers. Die regulären Offiziere sind der Kern der Berufsoffiziere. Ihnen steht bei entsprechender Leistung in der Regel das Recht auf eine volle militärische Laufbahn zu. „Reserve Officers on extended active duty“ stellen weit über 40 % der aktiven Offiziere und sind nicht mit Reservisten, die Wehrübungen absolvieren, zu verwechseln. Sie dienen jahrelang ohne formellen Unterschied zu dem Elitestatus eines „Regular Officers“, können jedoch jederzeit ohne Verlust der Ehre aus dem aktiven Dienst entlassen werden.

Die „Warrant Officers“ (WO) werden überwiegend aus den Mannschaften rekrutiert. Einem sechswöchigen Grundkurs schließt sich eine Fachschulung an. Die Dienstverpflichtung als WO beträgt mindestens drei Jahre. Sie können auch auf dem gleichen Weg wie Zivilisten Second Lieutenant werden und danach bestehen keine Aufstiegsbegrenzungen mehr.

Das Offizierspatent kann auf drei Arten erworben werden:

Die Militärakademie umfasst eine vierjährige Ausbildung kombiniert mit einer intensiven militärfachlichen Ausbildung und Vorbereitung auf Menschenführung mit einem Studium. Absolventen einer Militärakademie erhalten das „Regular Officer Patent“, einen Bachelor-Abschluss und verpflichten sich zu mindestens sechs Jahren aktivem Dienst. Die Absolventen stellen derzeit etwa 20 % der neuen Offiziere in den US-Streitkräften und haben überdurchschnittliche Karriereaussichten.

Die Reserveoffiziersausbildung begleitend zum College-Studium, sogenanntes „ROTC“ wird an 500 Colleges angeboten. Die Studenten erhalten wöchentlich zwei bis fünf Stunden militärfachliche Ausbildung, und in den Semesterferien werden Trainingslager oder Praktika auf Militärstützpunkten durchgeführt. Die aktive Dienstverpflichtung beträgt in der Regel vier Jahre.

Die Kurzlehrgänge für College-Absolventen an den OCS/OTS-Schulen bestehen aus einem dreimonatigen Offizierslehrgang (12 Wochen „Basic Officer Training“ [BOT]). Ungediente nehmen vorher an einer achtwöchigen Grundausbildung teil; körperliche Fitness ist unabdingbare Voraussetzung. Die Dienstverpflichtung beträgt mindestens zwei Jahre.

Je nach Karrierefeld besuchen die meisten Offiziere, unabhängig von der bisherigen Ausbildung, für drei bis 18 Monate weitere Spezialschulen vor der ersten Truppenverwendung. Offiziere müssen ihre Karriere sorgfältig planen. Beförderungen und sogar das Verbleiben im Dienst hängen von der Ausführung bestimmter „Karriereschritte“ des Offiziers zu gegebenen Zeitpunkten ab. „Warrant Officer“ verbringen den größten Teil ihrer Laufbahn in einem Tätigkeitsbereich, wohingegen ein „Commissioned Officer“ ein möglichst flexibler, vielseitiger Truppenführer sein soll und daher die richtige Mischung aus Truppen- und Stabsverwendungen sowie Verwendungen in einem Spezialbereich vorweisen muss. Weitere Fortbildungsmöglichkeiten erhalten die Offiziere auch durch Lehrgänge am Command and General Staff College einer der Teilstreitkräfte. Um die Kooperationsfähigkeit zwischen den Teilstreitkräften zu verbessern, ist eine dreijährige Verwendung auf „Joint Service“-Ebene (also Teilstreitkraftübergreifend) für „Field Grade Officers“ (Dienstgrade Major bis Colonel) vorgesehen und die Erfahrung bei einer aus mehreren Waffengattungen bestehenden Kommando- oder Stabsstelle ist Voraussetzung für die Beförderung zum General. Das von der National Defense University betriebene „National War College“ bereitet den Offizier auf höhere Kommando- und Stabsverwendungen vor und fördert die Fähigkeit zur Planung und Operation auf strategischer Ebene.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Military officers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Duden. Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 1989, S. 495
  2. Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 13, Sp. 1184 bis 1191
  3. http://www.gesetze-im-internet.de/slv_2002/__26.html
  4. http://www.gesetze-im-internet.de/slv_2002/__32.html