Am Schauplatz

Am Schauplatz ist eine Reportagereihe von Christian Schüller im ORF. Sie zeigt Sozialreportagen, ungewöhnliche Lebensgeschichten und Milieustudien aus dem Alltag. Die Sendung wurde am 7. März 1995 zum ersten Mal ausgestrahlt.

Inhaltsverzeichnis

Gestalter

Zum aktuellen Schauplatz-Team gehören – neben Redaktionsleiterin Heidi Lackner – Robert Gordon, Christine Grabner, Nina Horowitz, Gabriele Kluger, Helmut Manninger, Ed Moschitz, Doris Plank, Alfred Schwarz, Karl Wolm, Julia Kovarik und Beate Haselmayer.

Auszeichnungen

Die Sendung und deren Gestalter wurden mehrmals mit Auszeichnungen geehrt:

  • 1995: Prof. Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus für Peter Resetarits, für die erste Am Schauplatz-Reportage „Der Hausherr“ über die Machenschaften eines Wiener Immobilienhändlers
  • 1996: Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung für Peter Resetarits und Christian Schüller
  • 2000: Romy-Spezialpreis der Jury für Peter Resetarits
  • 2002: Concordia-Preis in der Kategorie Menschenrechte für Antonia Rados
  • 2003: Prof.-Claus-Gatterer-Preis für Robert Gordon (Am Schauplatz- bzw. Am Schauplatz nachgefragt-Reportagen „Alles für die Firma“. Die beiden Sendungen wurden am 2. April 2002 bzw. 14. Jänner 2003 ausgestrahlt und beschäftigten sich mit den Gefahren von Asbest, dem Eternitarbeiter in Vöcklabruck ausgesetzt waren)
  • 2004: Prälat-Leopold-Ungar-Medienpreis für Redakteur Ed Moschitz
  • 2004: Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung für Peter Liska (Reportage „Helfer in Not“)
  • 2005: Medienpreis Davos für Ed Moschitz (Reportage "Restlesser")
  • 2010: Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung für Ed Moschitz (Reportage „Am rechten Rand“, s.u.)

Liste der Folgen

Kontroverse um Neonazi-Reportage

Im März 2010 produzierte der ORF eine von Ed Moschitz geführte Schauplatz-Folge über zwei jugendliche Rechtsextremisten aus Wien-Favoriten. Im Rahmen der Dreharbeiten besuchten die Jugendlichen am 12. März 2010 in Wiener Neustadt die Endkundgebung zu den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 des rechtspopulistischen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache. Nachdem die Jugendlichen ein Autogramm von Strache erhalten hatten, soll laut Strache der Satz Sieg Heil oder Heil Hitler gefallen sein. Daraufhin zeigte Strache den ORF wegen Anstiftung zur nationalsozialistischen Wiederbetätigung an. Einige Tage später spielte der ORF das Original-Drehmaterial der Staatsanwaltschaft und einigen Pressevertretern vor. Die behaupteten Aussagen waren auf dem Material nicht zu hören.

Am 25. März 2010 strahlte der ORF die Sendung aus aktuellem Anlass aus. Anschließend war eine Spezialfolge von Club 2 zu sehen. Zu Gast waren unter anderem Heinz-Christian Strache, ORF-Redaktionschef Johannes Fischer, ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf und der Verfassungsexperte Heinz Mayer. In der Diskussion warf Strache dem ORF vor, sein Drehmaterial manipuliert zu haben, indem die nationalsozialistischen Parolen entfernt worden seien. Er behauptete außerdem, dass die beiden Jugendlichen ausschließlich auf Wunsch des ORF bei seiner Veranstaltung gewesen seien, weil der Sender für seine Reportage gezielt eine Eskalation vor laufender Kamera inszenieren wollte. Dies belegte er mit Auszügen aus polizeilichen Vernehmungsprotokollen von einem der beiden rechtsradikalen Jugendlichen und einer Zeugin, in denen von einer Zahlung von 80 Euro pro rechtsextreme Parole die Rede war. ORF-Redaktionschef Fischer zitierte seinerseits das polizeiliche Vernehmungsprotokoll des zweiten Jugendlichen, der angab, nichts von derartigen Vereinbarungen zu wissen. In den darauffolgenden Tagen meldeten sich die Jugendlichen in mehreren Zeitungsinterviews zu Wort und behaupteten, dass die von Strache zitierten Aussagen durch starken psychischen Druck bei den Vernehmungen erzwungen worden waren. Des Weiteren wurde ein Video veröffentlicht, das einen der beiden bei einer Veranstaltung Straches im Jahr 2009 zeigte.[1][2][3][4][5]

Mittlerweile ist das Verfahren gegen Ed Moschitz wegen Anstiftung zur Wiederbetätigung eingestellt worden. Heinz-Christian Strache wurde wegen Falschaussage gegenüber der Staatsanwaltschaft angezeigt.[6]

Ableger

Aus den klassischen Am Schauplatz-Reportagen entwickelten sich mehrere erfolgreiche Ableger: Seit dem 21. März 1997 bietet „Am Schauplatz extra“ in unregelmäßigen Abständen mit verlängerter Sendezeit die Möglichkeit für längere, tiefere Reportagen. In der Sendung „Schauplatz Gericht“, die am 3. Oktober 1997 startete,[7] begleiten Peter Resetarits und sein Team Prozesse und ihre Protagonisten mit der Kamera. In „Schauplatz - Nachgefragt“ werden Themen und Protagonisten vergangener Sendungen wieder aufgegriffen, um die aktuelle Situation oder Veränderungen zu zeigen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://derstandard.at/1269448339824/ORF-Schauplatz-Skinhead-entlastet-ORF-massiv
  2. http://derstandard.at/1269448344856/SPOe-fordert-Untersuchungskommission
  3. http://derstandard.at/1269448224985/Club-2-Das-Gefuehl-von-Strache-benutzt-zu-werden
  4. http://derstandard.at/1268700921454/Ah---Heinrich-Strache-Schauplatz-Strache-und-Skins-zum-Nachhoeren
  5. http://derstandard.at/1268700907952
  6. http://derstandard.at/1308679793802/ORF-Schauplatz-Causa-Skins-Verfahren-gegen-ORF-Redakteur-eingestellt
  7. ORF Kundendienst: Schauplatz Gericht; abgerufen am 7. Sep. 2012