ams AG

ams AG
ams AG Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000920863
Gründung 1981
Sitz OsterreichÖsterreich Unterpremstätten
Leitung John A. Heugle
Mitarbeiter ca. 1.200 Weltweit
Umsatz 275,7 Mio. Euro (2011)
Branche Halbleiterhersteller / Elektronikindustrie
Produkte analoge Standard-ICs und ASICs (Sensoren, Sensorschnittstellen, Power Management ICs, Wireless ICs)
Website www.ams.com

ams AG, ist ein multinationaler Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Unterpremstätten in der Steiermark, Österreich. Die Haupttätigkeitsfelder sind Entwicklung und Herstellung von analogen integrierten Schaltkreisen und anwendungsspezifischen integrierte Schaltungen (ASICs).

ams AG ist tätig im Bereich Leistungselektronik, Sensoren und Sensorschnittstellen, und tragbare Unterhaltungselektronik und versorgt somit die Märkte Unterhaltungselektronik & Kommunikationstechnologie, Industrie- & Medizintechnik und Automobilindustrie, komplementiert durch Aktivitäten in der Auftragsfertigung von mikroelektronischen Bauteilen, siehe Foundry.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Unternehmensgeschichte

austriamicrosystems Hauptquartier
Logo bis Mai 2012

1978–2000

Ende der 1970er Jahre suchte die voestalpine AG nach geeigneten Branchen um die eigene Produkt- und Dienstleistungs-Palette zu erweitern. Man entschied sich letztendlich für die Halbleiterindustrie. Durch ihre Suche nach einem Gemeinschaftsunternehmen entstand die erste Verbindung mit American Micro Systems (AMI).

1981 wurde schließlich ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), die American Micro Systems Incorporated-Austria GmbH (AMI-A), bei der AMI mit 51 % und die voestalpine mit 49 % beteiligt waren, gegründet. Bei der Standortsuche entschied man sich für das Schloss Premstätten in Unterpremstätten. In Folge wurde das erste österreichische Halbleiterwerk errichtet, ebenso wurde mit dem Aufbau einer Verkaufsniederlassung für ROMs und Standardkomponenten in Europa begonnen.[1]

1983 fand dann die offizielle Eröffnung der 100 mm Waferfabrik durch Bundeskanzler Fred Sinowatz statt, wo die Produktion mit anfangs 300 Mitarbeitern begann.[2]

Das Unternehmen wechselte 1987 vollständig in den Besitz der Voestalpine AG und im September desselben Jahres wurde die damalige AMI-A (American Micro Systems Incorporated-Austria GmbH) in AMS (Austria Mikro Systeme International GmbH) umbenannt.[2] Weitere Vertriebsniederlassung in Kalifornien und Deutschland wurden ebenfalls gegründet.

1990 war AMS eines von den 25 am schnellsten wachsenden Unternehmen in Europa (Quelle: Expertronics, Brüssel), 1992 wurde AMS zur „Top Fab of 1992“ gewählt. (Quelle: Semiconductor International USA)

1993 ging AMS als erstes Halbleiterunternehmen in Europa an die Wiener Börse.[3]

1995 entschloss sich AMS auf neue Märkte auszudehnen und so entsteht auch die erste Vertriebsstelle in Asien. Das Unternehmen wurde nach ISO 14001:1996 und EMAS (EU-Standard für Umweltmanagement) zertifiziert.

Die Weltraummission „Deep Space 2“ der Nasa zum Mars hob 1998 mit der Hilfe der AMS ab. Zwei Chips wurden gemeinsam mit dem Flugzeugbauer BOEING entwickelt und waren für die gesamte Energieversorgung der Raumsonde zuständig. Das Unternehmen erhielt auch die Zertifizierung gemäß den Qualitätsstandards der amerikanischen und deutschen Autoindustrie QS 9000 bzw. VDA 6.1.

2000 wurde der Grundstein für die neue 200mm Wafer Fertigungslinie gelegt. Durch den Mehrheitsaktionär Permira verließ AMS die Börse wieder und durchlebte auch eine Namensänderung in austriamicrosystems AG.

2001–2010

200mm Wafer Fertigungslinie

Der Probebetrieb der neuen 200mm-Fertigungslinie begann im neuen Jahrtausend, gleichzeitig wurde auch ein Lizenzabkommen mit TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd.), dem weltweit größten IC-Auftragsfertiger, getroffen. Nach erfolgreichem Probebetrieb startet 2002 die Serienfertigung in der neuen 200mm Waferfabrik. 2003 wurde austriamicrosystems als einziger europäischer Halbleiterproduzent von Silicon Strategies in die Top Ten Liste der Chipauftragsfertiger (Foundry) eingereiht.

2004 gelang austriamicrosystems der Börsegang an die SWX Swiss Exchange (heute SIX) in Zürich.

2005 wurden die Standardprodukte wie auch die Kapazität der 200mm Waferfertigung ausgeweitet um die geschlossene 100 mm Waferfertigung zu ersetzen.[4]

2006 wurde ein neues Prüfzentrum auf den Philippinen errichtet und in Indien entstand ein neues Entwicklungszentrum. Zudem wurde die 200 mm Waferfertigung weiter ausgebaut. Im selben Jahr konnte austriamicrosystems AG ihr 25-jähirges Bestehen feiern.

2007 wagte sich austriamicrosystems durch die Partnerschaft mit Mikromotorenhersteller New Scale Technologies in neue Geschäftsfelder vor. In diesem Jahr öffnete auch das neue Kafeteria & Konferenz Zentrum, geplant von Architekt DI Tinchon, seine Pforten.

Auch austriamicrosystems spürte 2008 und 2009 die Wirtschaftskrise und musste einen Teil seiner Belegschaft in Kurzarbeit schicken. Doch dank einer sich schnell verbessernder Auftragslage erholte sich das Unternehmen binnen kürzester Zeit wieder und die Kurzarbeit konnte zu einem großen Teil wieder eingestellt werden. 2010 wurde mit 209,4 Millionen Euro ein Rekordumsatz erwirtschaftet.[5]

2011–heute

2011 gibt austriamicrosystems den Erwerb von 100 % der Anteile an das US-Unternehmen Texas Advanced Optoelectronic Solutions, Inc. (“TAOS”), Plano, Texas (USA) bekannt. Der Kaufpreis der zu erwerbenden Anteile beträgt rund USD 320 Mio. (rund EUR 220 Mio.). TAOS ist im Bereich Lichtsensortechnologie tätig und liefert Displaymanagement-Lösungen für Hersteller von Smartphones, Tablet-PCs, High Definition-Fernsehgeräten (HDTV) sowie Laptops und Notebooks [6]

Im Mai 2012 ändert austriamicrosystems seinen Markennamen in “ams” und vereint damit die Marken austriamicrosystems und TAOS, den 2011 erworbenen Anbieter von Lichtsensoren. [7]

Schloss Premstätten

Schloss Premstätten

1164 wurden der erste Grundstein des Schlosses Premstätten von den Rittern Hermann und Gumprecht von Premstätten gelegt. 200 Jahre später begann die 600 jährige Geschichte des Schlosses und der Grafen von Saurau.[8]

Das heutige Erscheinungsbild des Schlosses Premstätten ist stark durch die Grafen von Saurau geprägt worden. Der Arkadenhof wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet aber erst mehr als hundert Jahre später erhielt er sein im Rokokostil gehaltenes Erscheinungsbild.

Ab 1848 wechselten die Besitzer des Schlosses häufiger. Erst ging das Schloss in den Besitz der Adels Familie Goëss über dann an das Adelsgeschlecht der von Normann.[9]

1931 wurde das Schloss an den Orden der Comboni, ein katholischer Missionarsorden, verkauft. Der Orden wurde des Schlosses während der NS Zeit enteignet. Auch nach ende des Krieges bekam der Orden das Schloss nicht wieder denn in der Besatzungszeit residierten dort sowohl die Briten als auch die Russen. Erst nach Ende der Besatzung bekam der Orden das Schloss in völlig desolatem Zustand wieder.[10]

Die folgenden Jahre waren von Renovierungsarbeiten geprägt und zogen dadurch auch eine hohe finanzielle Belastung nach sich. Schließlich entschied der Orden 1981 das Schloss an die voestalpine AG zu verkaufen, unter der Bedingung die Schlosskapelle als solche zu erhalten.

Seither ist das Schloss die Zentrale der austriamicrosystems AG.

Unternehmensdaten

Vorstand

Kennzahlen

Finanz- und Mitarbeiterzahlen der vergangenen Jahre.[12]

Jahr Umsatz in Mio. € EBITDA in Mio € Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl
2007 193,9 1.071
2008 184,7 1.129
2009 137,2 1.087
2010 209,4 49,1 1.119
2011 275,7 70,8 1.193

Eigentümerstruktur

austriamicrosystems AG notiert seit 2004 an der SIX Swiss Stock Exchange (Tickersymbol: AMS). Ca. 75 % sind in Streubesitz, ca. 15 % hält das Management und ca. 10% sind in Besitz von ehemaligen TAOS Anteilseignern.[13]

Geschäftsfelder

Im Geschäftsfeld Consumer & Communications konzentriert sich austriamicrosystems auf die Mobilkommunikation und tragbare und fest stehende Unterhaltungselektronik. Das Hauptaugenmerk liegt auf integrierten Schaltungen im Bereich Stromversorgungen und Beleuchtungtechnik wie beispielsweise mobile MP3-Player, Mobiltelefone, LCD-Fernseher und Kamerablitze mit Xenon-Gasentladungslampen oder mit Leuchtdioden.

Im Bereich der Industrie- und medizintechnischen Elektronik produziert austriamicrosystems AG Sensoren und Sensorschnittstellen, die die Messung und Verarbeitung von kleinen Signalen auch unter Umweltbedingungen wie extremen Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und Vibrationen ermöglichen.

Im Bereich Automotive bietet austriamicrosystems AG vor allem die Entwicklung von Steuergeräten für Fahrzeugzugangs-, Sicherheits- und Komfortsysteme, sowie Sensor- und Sensorschnittstellenprodukte und Hochgeschwindigkeitsbussysteme an.

Die Auftragsfertigung von mikroelektronischen Bauteilen (englisch Foundry) richtet sich an Unternehmen ohne eigene Waferfertigung, wie sogenannte Fabless Companies, Designhäuser oder integrierte Halbleiteranbieter (IDMs), die ihre eigenen integrierten Schaltungen entwickeln möchten, jedoch nicht über die Produktionsmöglichkeiten oder die dafür nötigen Technologien verfügen. Der Fokus liegt hierbei auf der Produktion von analogen- und Mixed-Signal-ICs, für die sehr oft komplexe Spezialprozesse benötigt werden.[14]

Qualitäts- und Umweltmanagement

Mit Zertifizierungen nach den neuesten internationalen Qualitätsstandard ISO/TS 16949:2002 und ISO/TS 13485:2003 sowie nach ISO 9001:2000, QS 9000, VDA6.1 und der Q1 Zertifizierung von Ford stellt austriamicrosystems die Einhaltung von Qualitätsanforderungen sicher.[15] austriamicrosystems wurde nach ISO 14001:1996 und EMAS (EU-Standard für Umweltmanagement) zertifiziert.

Einzelnachweise

  1. Powerpoint Presentation der Karl Franzens Universität Graz. Website der Karl Franzens Universität Graz. Abgerufen am 29. Juli 2010
  2. a b Online Archiv des VOEST-Alpine Geschichteclubs. Website des Geschichteclub Stahl, Glimpfingerstraße 59, 4020 Linz, Austria. Abgerufen am 29. Juli 2010.
  3. Wikipedia Eintrag der Österreichische Industrieholding. Abgerufen am 29. Juli 2010.
  4. austriamicrosystems dreht in die Gewinnzone.Website von Boerse Express. Abgerufen am 29. Juli 2010.
  5. Leo Himmelbauer: austriamicrosystems flott gewachsen - Wieder Gewinne. In: Wirtschaftsblatt, 1. März 2011. Abgerufen am 26. August 2012. 
  6. Austriamicrosystems kauft TAOS. In: Der Standard, 16. Juni 2011. Abgerufen am 26. August 2012. 
  7. Aus austriamicrosystems wird ams. elektronikpraxis.vogel.de (18. Mai 2012). Abgerufen am 26. August 2012.
  8. Walter Brunner, Diether Kramer; Geschichte von Neumarkt und Schloß Premstätten; Habiltaition 1993
  9. W.Brunner/C.Heberling: Schloß Premstätten. Ritterturm - Adelsschloß - Ordenshaus - High-tech-Center. 1989, 21-407, 539-549
  10. offizielle Historie der Comboni Missionare. Website der Comboni-Missionare. Abgerufen am 29. Juli 2010
  11. Management von austriamicrosystems AG. Website von austriamicrosystems AG. Abgerufen am 29. Juli 2010.
  12. Finanzberichte von austriamicrosystems. Website von austriamicrosystems AG. Abgerufen am 22. Mai 2012.
  13. Shareholder Structure (englisch). ams.com. Abgerufen am 26. August 2012.
  14. Key-Facts von austriamicrosystems AG. Website von austriamicrosystems AG. Abgerufen am 29. Juli 2010
  15. Qualitätsmanagement von austriamicrosystems AG. Website von austriamicrosystems AG. Abgerufen am 29. Juli 2010

Weblinks