Arthur Lanc

Arthur Lanc (* 1906; † 20. Mai 1995) war Amtsarzt in Gmünd und für die Betreuung aller jüdischen Zwangsarbeiter im Raum Gmünd zuständig. Diesen durften allerdings keine Medikamente verabreicht werden. Lanc zweigte dennoch gemeinsam mit dem Tierarzt Krisch ihnen zugeteilte Arzneimittel für die Juden ab und war zudem drei Juden behilflich, aus einem Lager in Gmünd zu fliehen. So gelang es denen, in einem Versteck auf dem Dachboden der Weißgerberei Weißensteiner in Hoheneich den NS-Terror zu überleben. Lanc erhielt dafür zusammen mit seiner Frau Maria Lanc von Yad Vashem den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“.

Literatur

  • Erich Geppert, Karl Pichler: 800 Jahre Heidenreichstein, Waldviertel - Kultur und Geschichte.
  • Israel Gutman, Daniel Fraenkel, Jacob Borut: Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher, Seite 324 f. Wallstein Verlag, 2005 (Online-Version)
  • Mosche Meisels: Die Gerechten Österreichs - Eine Dokumentation der Menschlichkeit. Herausgegeben von der Österreichischen Botschaft in Tel Aviv. 1996, S. 48-49.
In diesem Buch findet sich die Passage: „Dr. Lanc, aktiver Sozialdemokrat und Mitglied der Widerstandsbewegung gegen die Nazis,...“. Dr. Arthur Lanc war mitnichten Sozialdemokrat. Er war engagiertes Mitglied des Österreichischen Cartellverbandes (KÖHV Nordgau im ÖCV) und des Mittelschülerkartellverbandes (KÖStV Donaumark Wien und KMV Leopoldina Gmünd im MKV). Zudem stand er nach der Wiedererrichtung Österreichs jahrelang dem CV-Bezirkszirkel Gmünd vor. Von 1955 bis 1970 war er Mitglied des Gmünder Gemeinderates (Österr. Volkspartei).

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