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vom 14.06.2017, aktuelle Version,

Arthur Lanc

Arthur Lanc (* 20. März 1907 in Wien; † 20. Mai 1995 in Gmünd, Niederösterreich) war Amtsarzt in Gmünd und für die Betreuung aller jüdischen Zwangsarbeiter im Raum Gmünd zuständig. Diesen durften allerdings keine Medikamente verabreicht werden. Lanc zweigte dennoch gemeinsam mit dem Tierarzt Krisch ihnen zugeteilte Arzneimittel für die Juden ab und war zudem drei Juden behilflich, aus einem Lager in Gmünd zu fliehen. So gelang es denen, in einem Versteck auf dem Dachboden der Weißgerberei Weißensteiner in Hoheneich den NS-Terror zu überleben. Lanc erhielt dafür zusammen mit seiner Frau Maria Lanc von Yad Vashem den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“.[1] Im Jahr 2016 wurde in Wien Leopoldstadt (2. Bezirk) der Lancplatz nach ihm und seiner Frau benannt.

Literatur

  • Erich Geppert, Karl Pichler: 800 Jahre Heidenreichstein, Waldviertel: Kultur und Geschichte. Eigenverlag Geppert, Heidenreichstein 2004.
  • Israel Gutman, Daniel Fraenkel, Jacob Borut (Hrsg.): Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher. Wallstein, Göttingen 2005, S. 324 f. (online).
  • Mosche Meisels: Die Gerechten Österreichs: Eine Dokumentation der Menschlichkeit. Herausgegeben von der Österreichischen Botschaft in Tel Aviv. 1996, S. 48 f.
In diesem Buch findet sich die Passage: „Dr. Lanc, aktiver Sozialdemokrat und Mitglied der Widerstandsbewegung gegen die Nazis, […]“. Arthur Lanc war nicht Sozialdemokrat. Er war engagiertes Mitglied des Österreichischen Cartellverbandes (K.Ö.H.V. Nordgau Wien) und des Mittelschüler-Kartell-Verbandes (K.Ö.St.V. Donaumark Wien und K.M.V. Leopoldina Gmünd). Zudem stand er nach der Wiedererrichtung Österreichs jahrelang dem CV-Bezirkszirkel Gmünd vor. Von 1955 bis 1970 vertrat er die Österreichische Volkspartei im Gmünder Gemeinderat.

Einzelnachweise

  1. Arthur Lanc auf der Website von Yad Vashem (englisch)