Benedict Annon

Benedict Annon (* 1627 in Como, Italien; † 6. April 1702 in Kaisersteinbruch, Ungarn, heute Burgenland) war ein italienischer Steinmetz und Bildhauer des Barock.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Die Steinmetz- und Bildhauer-Familie der Annon war Anfang des 16. Jahrhunderts vor allem beim Dom zu Como tätig.

Lehrling in Kaisersteinbruch

Benedict Annon kam 1641 in den kaiserlichen Steinbruch, wo ihn Meister Thomas Ruffini, Bruder des amtierenden Richters Andre Ruffini, als Lehrjungen aufdingte. 1646 erfolgte seine Freisprechung. Im Zuge seiner Gesellenjahre finden wir ihn 1653 in der königlichen Freistadt Ödenburg, im Einschreibebuch der Zunft ist eingetragen, Benedict Annon, ein Steinmetz, gebürtig von Como in Wälschlandt hat erlegt Einschreibgeld 8 kr, Betgeld 2 Groschen.

Die nächste Station seines Lebens führte ihn zurück nach Kaisersteinbruch, um dort Meister der Bruderschaft zu werden. Sein Meister Thomas Ruffini war verstorben. Daran, dass seine Inventur erst zwei Jahre danach erfolgte, lässt sich ablesen, es war eine Krisenzeit im Steinbruch. Die harte Konfrontation, die sich im „Adlerstreit“ entlud, die Entscheidung Heiligenkreuzer- oder Kaiser-Steinbruch.

Heirat mit der ehemaligen Frau Meisterin

Die Witwe Margaretha Ruffinin heiratete am 24. Juli 1655 Meister Benedict Annon. Jetzt war er vollwertiges Mitglied der Bruderschaft. Seine Frau starb 1665.

Der Krieg von 1683 hatte auch für Annon schwere Folgen, ein Schuldschein vom 10. November 1684 belegt dies, [...] daß auf mein demütiges Anlangen und Bitten in meiner allerhöchsten Hauß Notturft, dahin ich durch die grausambe Ruinierung des Erbfeindts geraten. Zwei Kinder sind ab 1691 dokumentiert. Annon wurde Gerichtsgeschworener, Senior-Meister der Bruderschaft und erhielt lebenslanges Wohnrecht in seinem Haus – ohne Pacht zu zahlen. Annon starb am 6. April im Alter von 75 Jahren. Nach seinem Tod wurde sein Haus wegen Schulden verkauft.

Nachkommen

Tochter Rosina heiratete am 13. Februar 1718 den Kaisersteinbrucher Steinmetzgesellen Ambrosius Hutter. Sohn Johannes Annon heiratete Maria N. Mit dem Meister Joseph Annon, der dritten Generation, endete um 1780 der Name Annon in Kaisersteinbruch.

Werke

Literatur

  • Mosonmagyarovar Komitatsarchiv, Steuerlisten, usw.
  • Sopron Stadtarchiv, Steinmetzakten, Einschreibbuch 1653.
  • Wiener Stadt- und Landesarchiv: Steinmetzakten
  • Stift Heiligenkreuz Archiv: Kirchenbücher, Register, Schuldschein, ...
  • Helmuth Furch: Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch, Nr. 49, S 22f, Februar 1998, Benedict Annon.
  • Helmuth Furch: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch, 2 Bände 2002–2004.
  • Helmuth Furch: Die Bruderschaft der Kaisersteinbrucher Steinmetzmeister, eine Aufzählung 1650–1730. 2007.