Bertold Löffler

Bertold (Berthold) Löffler (* 28. September 1874 in Nieder-Rosenthal (Reichenberg in Nordböhmen), heute Ortsteil von Liberec, Tschechische Republik; † 23. März 1960 in Wien) war ein österreichischer Historien- und Freskomaler, sowie Grafiker und Designer.

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Leben

Löffler war Sohn eines Fabrikanten und absolvierte die Wiener Kunstgewerbeschule bei Franz Matsch und Koloman Moser; ab 1900 war er selbständig tätig. Löffler gründete 1902 gemeinsam mit Michael Powolny die Werkstätte „Wiener Keramik“. 1909–35 wirkte er als Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule und war unter anderem Lehrer von Oskar Kokoschka.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Löffler als Oberleutnant der Reserve zusammen mit drei Fotografen zwecks Anfertigung von Naturstudien an die Südwestfront eingeteilt. 1916 war er Leiter der Zentralstelle für den Bilddienst und wurde zur Kunstgruppe des k.u.k. Kriegspressequartiers versetzt. Im April 1918 war er als Sammeloffizier des Heeresmuseums beim 10. Armeekommando in Trient. Als Kriegsmaler entwarf er Plakate für Kriegsausstellungen und Kriegsanleihen, patriotische Bilderbücher und Schraubmedaillen.[1]

Löffler arbeitete im keramischen Bereich viel für Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätte, etwa beim Sanatorium Purkersdorf und beim Palais Stoclet in Brüssel. Ferner hat Löffler auch Exlibris gestaltet, u. a. das für Sigmund Freud (mit dem bemerkenswerten Fehler der Namensschreibung Siegmund, was Freud jedoch nicht von der Verwendung dieses Exlibris abhielt).

Werke (Auszug)

  • Handgranatenwerfer, 1916, Öl auf Leinwand, 82,5×60 cm, Heeresgeschichtliches Museum Wien.

Literatur

  • Liselotte Popelka: Vom Hurra zum Leichenfeld. Gemälde aus der Kriegsbildersammlung 1914-1918. Wien 1981.
  • E. Patka (Hg.): Bertold Löffler. Ausstellungskatalog, Universität für angewandte Kunst, Wien 2000.

Einzelnachweise

  1. Liselotte Popelka: Vom Hurra zum Leichenfeld. Gemälde aus der Kriegsbildersammlung 1914-1918. Wien 1981, S. 48.

Weblinks