Universität für angewandte Kunst Wien

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Universität für angewandte Kunst Wien
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Gründung 1867
Trägerschaft staatlich
Ort Wien, Österreich
Rektor Gerald Bast
Studenten ca. 1800
Website www.dieangewandte.at

Die Universität für angewandte Kunst („die Angewandte“) in Wien ist eine Universität für Bildende und Mediale Kunst, Architektur und andere angewandte Künste wie Grafikdesign, Industriedesign oder Modedesign. Das Hauptgebäude befindet sich im 1. Bezirk, am Oskar-Kokoschka-Platz (bis 1980 Kopalplatz), in der Nachbarschaft des Museums für Angewandte Kunst (MAK).

Im Bereich der Architektur kann die Universität für Angewandte Kunst auf ein Meisterklassenprinzip zurückgreifen. Drei Architekten leiten die drei verschiedenen Studios und lehren die Studenten den Umgang mit neuer Architektur, besonders im Präsentationsbereich. Greg Lynn, Zaha Hadid und Hani Rashid leiten die Studios. Wolf D. Prix ist Leiter des Instituts für Architektur.

Die Universität für angewandte Kunst gründete 1984 auf Initiative von Peter Weibel und dem damaligen Rektor Oswald Oberhuber die erste Meisterklasse für Medienkunst im deutschsprachigen Raum. Seit 2001 wird die Meisterklasse als Abteilung: Digitale Kunst geführt und seit 2010 von der Medienkünstlerin Ruth Schnell geleitet.

Für die Universität der angewandten Künste gilt eine Aufnahmebeschränkung mit Aufnahmeprüfung. Aufgenommen werden soll jedoch jeder, der das Potenzial erfüllt. Die Reglementierung ist nach oben offen und die Prüfung dient nur der Eignungsprüfung der Studenten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Gebäude vom Stubenring aus

Am 7. März 1863 erfolgte die Gründung des „k.k. Österreichisches Museum für Kunst und Industrie“ (gewöhnlich nur als „Österreichisches Museum“ bezeichnet) nach langjährigen Bemühungen Rudolf Eitelbergers durch Kaiser Franz Joseph auf Initiative seines Bruders Erzherzog Rainer. Rudolf von Eitelberger, erster Professor für Kunstgeschichte an der Universität Wien, wird zum Direktor bestellt. Das Museum folgt im Wesentlichen dem Vorbild des 1852 gegründeten South Kensington Museum (heute Victoria & Albert Museum) in London und soll als Vorbildersammlung für Künstler, Industrielle und Publikum und als Aus- und Weiterbildungsstätte für Entwerfer und Handwerker dienen.

Zwischen 1866–1871 erfolgte die Errichtung eines neuen Baues am Stubenring 5 nach den Plänen von Heinrich Ferstel im Renaissancestil. Es ist der erste am Ring errichtete Museumsbau. 1867 war die Gründung der „k.k. Kunstgewerbeschule des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie“. 1868 folgte die Eröffnung der „Kunstgewerbeschule“ in der ehemaligen Gewehrfabrik in der Währinger Straße 11–13 / Schwarzspanierstraße 17 (heute das 1886 neugebautes „Anatomisches Institut“). Damit sind theoretische und praktische Ausbildung vereint. Es erfolgte eine konsequente – räumliche und institutionelle – Trennung von künstlerischer und kunstgewerblicher Ausbildung.

Am 15. November 1871 wurde das „Österreichisches Museum für Kunst und Industrie“ am Stubenring 5 eröffnet. Dort können die Objekte permanent und nach Materialschwerpunkten gegliedert aufgestellt werden. Auch die Kunstgewerbeschule zieht in dieses Haus. Zwischen 1875 und 1877 folgte die Errichtung eines angrenzenden Neubaus am Stubenring 3, ebenfalls nach den Plänen von Heinrich Ferstel. Der an das Museum angrenzende Neubau der „Kunstgewerbeschule“ wurde 1877 eröffnet. 1897 übernahm Arthur von Scala, bis dahin Direktor des „k. k. Orientalischen Museums“ (später Handelsmuseum), die Leitung des Museums für Kunst und Industrie und gewinnt Otto Wagner, Felician von Myrbach, Koloman Moser, Josef Hoffmann und Alfred Roller als Mitarbeiter des Museums und der Kunstgewerbeschule.

Die Angewandte – Fassade

In Folge der Auseinandersetzungen zwischen Scala und dem Kunstgewerbeverein (1884 gegründet), der seinen Einfluss auf das Museum schwinden sieht, legte Erzherzog Rainer 1898 sein Amt als Protektor nieder und neue Statuten werden verfasst. 1900 wurden die Administration von Museum und Kunstgewerbeschule getrennt. 1906–1908 entstand der Museums-Erweiterungsbau in der Weiskirchnerstraße 3 von Ludwig Baumann. 1909 kam es zur Trennung von Kunstgewerbeschule und dem Museum für Kunst und Industrie. Der Erweiterungsbau des Museums in der Weiskirchnerstraße wird eröffnet. 1919 folgte die Umbenennung in „Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie“. Ab 1921 wurde die „Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie“ als Bundeslehranstalt und ab 1931 als Bundesanstalt bezeichnet.

1937 erfolgte die Umbenennung in „Staatliche Kunstgewerbeschule Wien“, 1941 in „Reichshochschule für angewandte Kunst Wien“, 1945 in „Hochschule für angewandte Kunst Wien“ und schließlich 1948 in „Akademie für angewandte Kunst Wien“. Zwischen 1962–1965 entstand der Erweiterungsbau der „Akademie für angewandte Kunst“ von Karl Schwanzer. 1971 war die Umbenennung in „Hochschule für angewandte Kunst“. Mit dem 1. Oktober 1998 wurde die „Hochschule für angewandte Kunst“ zur „Universität für angewandte Kunst Wien“ im Zuge einer Anpassung an das neue Organisationsrecht (KUOG).

Studienrichtungen

Diplomstudien (Mag. arch., Mag. art.)

  • Architektur (10 Semester)
  • Industrial Design (10 Semester)
  • Bildende Kunst (8 Semester)
    • Studienzweige: Bildhauerei, Grafik, Malerei, Keramik, Fotografie
  • Bühnen- und Filmgestaltung (8 Semester)
  • Design (8 Semester)
    • Studienzweige: Grafik Design, Grafik und Werbung, Landschaftsdesign, Modedesign
  • Konservierung und Restaurierung (10 Semester)
  • Mediengestaltung (8 Semester)
    • Studienzweige: Medienübergreifende Kunst und Digitale Kunst
  • Lehramtsstudium für die künstlerischen Unterrichtsfächer (9 Semester)
    • Bildnerische Erziehung, Textiles Gestalten, Werkerziehung

Bachelor Studies (BA - Bachelor of Arts)

  • Sprachkunst (6 Semester)
  • TransArts (6 Semester)

Master Studies (MA - Master of Arts)

  • Art & Science (4 Semester)
  • TransArts (4 Semester)
  • Social Design - Arts as Urban Innovation (4 Semester, ab Oktober 2012)

Doktoratsstudien

  • Doktorat (6 Semester)[1]
    • Dr. phil., Dr. rer. nat., Dr. techn.

Post Graduate Studies

  • Art & Economy (4 Semester)
  • Exhibition and Cultural Communication Management (4 Semester)
  • Urban Strategies (3 Semester)

Modeklasse

Im Rahmen des Studienganges Modedesign wird seit 1980 die Leitung der sogenannten Modeklasse (Meisterklasse für Mode) einem prominenten Modedesigner als 'Professor auf Zeit' übertragen.[2] Das Fach Mode war an der damaligen Kunstgewerbeschule von Eduard Josef Wimmer-Wisgrill etabliert worden, der die Modeklasse von 1925 bis 1955 leitete. Ihm folgten Gertrud Höchsmann (1959-1972) und Fred Adlmüller (1973-1979). Oswald Oberhuber berief als Rektor der Hochschule 1980 den damals für das französische Modeunternehmen Chloé tätigen Modeschöpfer Karl Lagerfeld als Gastprofessor an die Hochschule. Seither wurden weitere Designer verpflichtet, die zum internationalen Renommee der Hochschule beigetragen haben.[3]

Bekannte Absolventen und Hochschullehrer

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Übersicht Doktoratsstudien
  2. Abschlussbericht AFDC Austrian Fashion Development Center (S.15), unit-f.at, Oktober 2009
  3. Modenschau der Modeklasse von Veronique Branquinho, kulturzone.com, 12. Juli 2006
  4. Berufliches - Jil Sander, spiegel.de, 4. November 1983
  5. Wien wird zehn Tage lang zur Modedrehscheibe, oe24.at, 28. Mai 2008
  6. Bernhard Willhelm: "Mode ist nicht sozial", diepresse.com, 6. Juni 2009

48.207516.381666666667Koordinaten: 48° 12′ 27″ N, 16° 22′ 54″ O