Braida von Ronsecco und Cornigliano

Wappen der Grafen Braida von Ronsecco und Cornigliano

Braida von Ronsecco und Cornigliano (Italienisch: conti di Ronsecco; signori di Corneliano, etc.)[1] ist ein uradeliges Geschlecht aus Savoyen und gehört zum italienischen und österreichischen Hochadel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Grafen Braida von Ronsecco und Cornigliano sind eine alte, berühmte, ursprünglich aus Savoyen stammende Familie, die sich auf Aleramo I., Conte di Savona (Aledram di Vado) † 995, Herzog in Sachsen, Vetter und Schwiegervater Kaiser Otto I., der ihn mit dem Herzogtum Montferrat bedacht hatte, zurückführt. Aleramos Urenkel Raimund (Raimondo), aus dem Geschlecht der Markgrafen von Savona und Saluzzo, war neben Anteilen von Saluzzo die Stadt und das Gebiet von Bra zugefallen, wovon er und seine Nachkommen den Namen "Braida" angenommen hatten. Der Streit um die Hoheitsrechte und die Kriege unter Kaiser Friedrich Barbarossa zwangen Otto Heinrich (Oddo Enrico) Marchese di Braida i Cornigliano, Centallo und Racconigi an Adelasia von Salluzzo abzutreten (vor 1200).[2]

Persönlichkeiten

Giovanni de Brayda, Conte di Bra, Sanfre, Ronsecco e Piobesi, (* um 1240; † 1309 in Bra), Sohn des Oddone di Brayda, General der Kavallerie des Karl I. von Anjou und dafür 1269 Moliterno erhielt, war mit Margherita, Contessa del Carretto, Marchesa di Noli, Finale (* 1255 in Finale; † 1301 in Bra), Enkelin Kaiser Friedrich II., verheiratet. [3]

Besso di Braida (* 1535 in Turin; † 1610 in Ronsecco) kam wieder in den Besitz von Ronsecco. Er heiratete vor 1580 Lucretia, der Erbtochter des Bondonis, Grafen von Ronsecco, dessen Namen er annahm. Sein Sohn Johann (* 1581 in Pavia; † 12. November 1632 in Turin), Großkanzler und Senatspräsident unter Karl Emanuel I. von Savoyen, hatte 14 Kinder. Drei seiner Söhne, Johann, Franz und Julian, traten in österreichische Dienste.

Julian Graf Braida von Ronsecco und Cornigliano (* 1612 in Turin; † 1682 in Wien), kaiserlicher General, erhielt zuerst durch Allerhöchste Entschließung von Kaiser Leopold I. das Inkolat für Böhmen, Mähren und Schlesien (13. November 1669), dann wurde er mit Diplom vom 10. Dezember 1674 in den erbländischen Grafenstand erhoben. Durch seine Heirat mit der Erbtochter des Freiherren von Mers fielen ihm zahlreiche Güter zu. 1670 kaufte er Ratschitz (Racice) mit Schloss um 38 000 fl. Außerdem besaß er folgende Herrschaften und Güter: Groß-Heintzendorf, Drnowitz, Morkowitz, Schlappanitz, Girikowitz, Traubeck, Weiß-Ölhütten,Czekin, Klein-Pentitz und Lhota Zabecny.[4][5]

Franz Julian Graf Braida von Ronsecco und Cornigliano 1725

Franz Julian Graf Braida von Ronsecco und Cornigliano (* 7. März 1654 in Znaim; † 11. November 1727 Olmütz (Olomouc), ältester Sohn des Julian, Canonicus des hohen Domstiftes St. Johannes in Breslau, Vicarius Officialis von Olmütz, Archidiakon zu Znaim, Domherr zu Breslau, Canonicus senior, wurde am 4. Juni 1703 Bischof von Hippo und Weihbischof von Olmütz unter Kardinal von Schrattenbach. Während dessen häufiger Abwesenheit übte er das Amt des Vizekönigs von Neapel aus. Eine Besonderheit war, dass Braida alle Prälaten, die zu seiner Zeit in Mähren lebten, investierte.[6][7]

Franz Julian war Herr von Ratschitz, Gross – Heintzendorf im Kreise Lüben, desgleichen auf Herbersdorf, Neugut, Neudorf, Parchau im Kreise Polckwitz des Fürstentums Glogau und anderen. Diese Besitzungen überschrieb er seinen Neffen und Mündel Anton Paul (1703–1794).[8]

Wappen

Viergeteilt, mit einem hervorstehenden Kreuz dessen Balkenunterseiten auf dem Geviert angeheftet sind, die Oberseiten golden mit zwei schwarzen Streifen deren zugewandte Seite ganz in himmelblau, die abgewandten ganz in schwarz sind. 1 in Scharlachrot, mit einem sich aufrichtenden und silbern umrandeten Löwen, seine Pranken dem Kreuz zugewandt bewegend; 2 ganz in Scharlachrot, 3 ganz in Schwarz und 4 senkrecht in Scharlachrot und Gold gestreift. Die Mitte (des Wappens) von Braida ist ganz aus Silber mit drei himmelblauen Tressen (Winkeln). Grafenkrone.[9]

Die Familie wurde im Mittelalter auch "Brayda" geschrieben.

Literatur

  • Genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, Gotha 1855
  • Deutsches Adelsarchiv, Hg. Hans Friedrich von Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch des Adels, Band 58, Verlag C.A. Starke, 1974
  • Notizen-Blatt der Historisch-Statistischen Section der kais. Königl. mährisch-schlesischen * * Gesellschaft, redigiert von Christian Ritter d’Elvert, Nr. 10 von 1869
  • Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857
  • Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Supplement-Band (Bd. 5), Leipzig 1839, S. 65 f. (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. http://www.blasonariosubalpino.it
  2. Genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, Gotha 1855, S. 56
  3. Notizen-Blatt der Historisch-Statistischen Section der kais. Königl. mährisch-schlesischen Gesellschaft, redigiert von Christian Ritter d’Elvert, Nr. 10 von 1869, S. 76-79
  4. Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 172
  5. Kadich-Blazek,1899-011-020
  6. Wolny’s Kirchliche Topographie, Band I, S. 108)
  7. Hradische Annalen MS.
  8. Henelii Silesographia renovata, C. VIII., 1704, S. 364
  9. http://www.coresno.com/ - Österreich

Weblinks

 Commons: Braida von Ronsecco und Cornigliano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien