Bundesgymnasium Gallusstraße

Bundesgymnasium Gallusstraße
BG BregenzGallusstr3.jpg
Schulform Bundesgymnasium
Gründung 1924
Ort Bregenz
Bundesland Vorarlberg
Staat Österreich
Koordinaten 47° 30′ 0″ N, 9° 45′ 0″ O47.59.75Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 9° 45′ 0″ O
Träger Republik Österreich
Schüler 669 (Stand: 1. Januar 2009)
Lehrkräfte 66 (Stand: 1. Januar 2009)
Leitung Dir. Thomas Mittelberger
Website www.bg-gallus.ac.at

Das Bundesgymnasium Gallusstraße (BG Gallusstraße) ist ein österreichisches Bundesgymnasium in der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Konvent der Dominikanerinnen gründete 1878 eine private Klosterschule, der älteste Vorläufer des jetzigen Bundesgymnasiums. 1924 stellte das Kloster Marienberg die Räume für ein Mädchengymnasium zur Verfügung, Lehrer und der Direktor kamen aus dem Knabengymnasium. 1935 wurde aus dem Realgymnasium ein Oberlyzeum mit zwei Schultypen: Oberlyzeum und Frauenoberschule.

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938, wurde den Dominikanerinnen des Klosters Marienberg die Führung der Schule untersagt. Schule und Schülerinnenheim wurden verstaatlicht. Zielsetzung der Schule und der Lehrplan wurden reichsdeutschen Typen angeglichen. Die Schule erhielt den neuen Namen Oberschule für Mädchen. 1944 musste die Schule ins Knabengymnasium umziehen, weil das Kloster Marienberg als Kriegslazarett verwendet wurde. Dort versuchte man den Unterricht so gut wie möglich fortzusetzen. 1945 wurde der Schulbetrieb kriegsbedingt eingestellt.

Im September 1945 begann man die Schule wieder aufzubauen. Die Neugründung wurde zu einem schwierigen Unterfangen, obwohl sie vom Vorarlberger Landesausschuß befürwortet wurde. Man erwog in verschiedene Gebäude einzuziehen. Zunächst konnten die Schule ein paar Räume im Bubengymnasium beziehen, die die Schüler selbst herrichteten. Im Oktober 1945 startete das erste Schuljahr. Am 24. April 1946 übersiedelte die Schule in das Gallusstift. Im August 1946 wandelte man die Schule in ein Realgymnasium für Mädchen um und der Lehrplan von 1938 kehrte zurück. Zwei Jahre später wurde sie zu einer staatlichen Lehranstalt. Nach dem Bau des Gebäudes des Bundesgymnasiums Blumenstraße übersiedelte die Schule an den jetzigen Standort, die Gallusstraße 4, und seit 1982 wird die Schule in Koedukation geführt.

Architektur und Gebäude

Der Entwurf des Gebäudes stammt von E. und R. Schleicher. Die Architekten waren Grässel, Klingel, Dietrich und Baumeister Wacker. Der Spatenstich erfolgte am 6. Mai 1912. Im Frühjahr 1913 wurde der Innenausbau in Angriff genommen. Am 1. September 1913 war der Neubau des Gymnasiums fertig. Das Gebäude wird durch schwäbisch-ländlichen Jugendstil geprägt. Eine der Besonderheiten des Bundesgymnasiums Gallus ist die Wetterwarte, die auf dem Dach des Gebäudes ist. Dort werden die Wetterdaten für Vorarlberg gesammelt.

Neben dem denkmalgeschützten Hauptgebäude, in dem die Verwaltung, zwölf Klassenzimmer und mehrere Fachräume untergebracht sind, gibt es ein Nebengebäude für zwölf Klassen. Außerdem sind vier weitere Klassen im benachbarten ehemaligen Kapuzinerkloster untergebracht. Von 2010 bis 2011 wird nach einem Architekturwettbewerb anstelle des Nebengebäudes ein vierstöckiger freistehender Neubau für Schulzwecke errichtet.[1]

Lehrbetrieb

Es werden die Sprachen Englisch, Französisch und Latein als Pflichtfächer unterrichtet, zudem kann man Italienisch und Spanisch ab der 6. Klasse als Wahlpflichtfächer wählen. Man hat die Möglichkeit englische Sprachzertifikate und einen Computerführerschein zu machen. Die Schulleitung bemüht sich um vielfältige Freifächer, die wenn möglich alle Themengebiete abdecken und, sofern es fünf teilnehmende Schüler gibt, zustande kommen können. In der Schule existieren zwei Computersäle. Um Schülern die Arbeit im sozialen Bereich näher zu bringen, gibt es das Projekt Public Service, in welchem Sechstklässler einmal pro Woche in einer sozialen Einrichtung tätig sind.

Auf eigenverantwortliches Lernen, Freiarbeit und Gruppenarbeit wird an der Schule sehr viel Wert gelegt. Es finden immer wieder, durch engagierte Lehrer und Schüler initiiert, verschiedene Projekte, wie zum Beispiel Boost (ein Nachhilfeprogramm von Schülern für Schüler), Schulmediation und English In Action, sowie diverse Umweltprojekte, wie das Schulbiotop, statt.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Ausbildung sozialer Kompetenz, um die Gemeinschaft vor Mobbing und Konflikten zu schützen. Außerdem wird sie durch Wintersport- und Projektwochen und unterschiedliche Freifächer gefördert und verbessert. Von den Schülern sehr geschätzt wird das Lern- und Informationszentrum (LIZ), das eine kleine Bibliothek und Platz zum Arbeiten bietet.

Literatur

  • Joseph Ilg: Im neuen Heim. Bericht über die feierliche Übergabe des Gymnasialneubaus an die Unterrichtsverwaltung. In: Jahres-Bericht des k.k. Staatsgymnasiums in Bregenz (1914) 19, S. 6-16.
  • Peter Muther: Das Bundesgymnasium für Mädchen, Bregenz. Eine Schule mit Vergangenheit, aber noch immer ohne eigene Heimstatt. In: Jahresbericht des Bundesgymnasiums für Mädchen, Bregenz 1979/80, S. 4-22.
  • Gertrud Ettenberger: Aus dem Schulleben. Bericht des Direktors. In: Jahresbericht des Bundesgymnasiums Bregenz-Gallusstraße 1982/83, S. 11-14.
  • Meinrad Pichler: Baustellen 09. In: Jahresbericht des Bundesgymnasiums Bregenz-Gallusstraße 2008/9, S. 4-7.

Weblinks

 Commons: Bundesgymnasium Gallusstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vorarlberg Online: Bundesgymnasium Gallusstraße Bregenz wird erweitert. Artikel vom 5. Februar 2009.