Burgstall Altheim (Oberösterreich)

Vermuteter Burggraben des Burgstalls bei Altheim

Das Burgstall Altheim genannte Objekt liegt in dem Ortsteil Burgstall von Weng im Innkreis im Bezirk Braunau am Inn in Oberösterreich.

Der Burgstall wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Johann Ev. Lamprecht entdeckt und von ihm sowie von Hugo von Preen in einer Planskizze festgehalten. Er bestand aus einer Vor- und einer Hauptburg und liegt auf einem oberhalb der Mühlbacher Ache gelegenen Höhenplateau, etwa 0,3 km nördlich des Weilers Burgstall.

Die Wehranlage zeichnet sich durch zwei halbkreisförmige, etwa 10 m tiefe Gräben aus, die durch einen zusätzlichen Erdwall verstärkt waren. Aufgrund der Form der Anlage und fehlender urkundlicher Nennungen ist sie vermutlich dem ausgehenden Frühmittelalter zuzurechnen. Von Hille (1975, S. 34) wird hier eine bereits früher bestandene römische Wehranlage angenommen.

Der Burgstall war um das Jahr 1130 im Besitz der Familie Häusler. Um 1220 kam er vom herzoglich-Bayerischen Dienstmann von Puchstetten an Ludwig von Hagenau. 1292 besaß ihn der aus Bayern stammende Otto von Hundsberg, danach seine beiden Söhne Johannes und Thomas. 1521 werden ein Hans Burgstaller und 1563 eine Barbara Hausinger, Gattin des Hieronymus von Adelhaus, genannt. Nach ungesicherter mündlicher Überlieferung soll ein Teil des Mauerwerks für den Bau der Pfarrkirche in Wenig im Innkreis verwendet worden sein.

Das Objekt wurde im Zuge landwirtschaftlicher Meliorisationsarbeiten in den 1970-er Jahren weitgehend eingeebnet und somit zerstört. Ein noch vorhandener Graben wird als Burggraben bezeichnet.

Literatur

  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  • Johann Ev. Lamprecht: Archäologische Streifzüge u. Untersuchungen verschiedener Umwallungsorte des unteren Innviertels. Manuskript im OÖ. Landesmuseum, ohne Ort und ohne Jahr (ca. 1880).
  • Josef Reitinger: Die ur- und frühgeschichtlichen Funde in Oberösterreich. Schriftenreihe des OÖ. Musealvereins. 1968, 466.
  • Marianne Pollak: Archäologische Landesaufnahme im VB Braunau am Inn. Tätigkeitsbericht für die Jahre 1985–1992. Fundberichte Österreichs, 1992, 31, 203ff.
  •  Christian K. Steingruber: Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches von Norbert Grabherr. Ober-Österreichisches Landesarchiv, Linz.

48.25905555555613.206527777778360Koordinaten: 48° 15′ 33″ N, 13° 12′ 24″ O