Café Landtmann

Café Landtmann im Palais Lieben-Auspitz
Das Café Landtmann, vom Dach des Burgtheaters fotografiert

Das Café Landtmann ist ein Wiener Kaffeehaus. Es befindet sich im Erdgeschoss des Palais Lieben-Auspitz neben dem Burgtheater am Universitätsring im Wiener 1. Bezirk „Innere Stadt“.

Das Café Landtmann wurde am 1. Oktober 1873 von dem Cafétier Franz Landtmann als „Wien’s eleganteste und größte Café-Localitäten“ eröffnet. Das heutige Burgtheatergebäude existierte noch nicht (es wurde erst 1888 eröffnet), und das neue Rathaus und die neue Universität auf der anderen Straßenseite waren noch Baustellen.

Sieben Jahre später verkaufte Franz Landtmann das Kaffeehaus an die Brüder Wilhelm und Rudolf Kerl. 1929 wurde das Café Landtmann komplett renoviert und bekam die heute unter Denkmalschutz stehende Innenausstattung. Besonders auffällig sind die vier Holzsäulen im Eingangsbereich, die berühmte Premierenszenen des Burgtheaters darstellen.

1953 wurde im Untergeschoss des Landtmann die Kleinbühne Die Tribüne gegründet (seit 2002: Die neue Tribüne, geleitet von Karlheinz Wukow). Sie gehört zu den zahlreichen Wiener Kleintheatern, die mit einem breiten Spektrum von klassischen bis zu experimentellen Produktionen ein sehr lebendiges Umfeld um die großen Bühnen der Stadt Wien und der Österreichischen Bundestheater bilden. Mit – bescheidener – öffentlicher Unterstützung erweitern sie sowohl Aufführungschancen für Autoren als auch Auftrittsmöglichkeiten für Darsteller sowie Inszenierungsgelegenheiten für Regisseure und bereichern so das Angebot für das Publikum entscheidend.

Im Jahr 1974 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden.

1976 übernahm die Familie Querfeld das traditionsreiche Kaffeehaus.

Im „Landtmann“ verkehrten um die Jahrhundertwende Gustav Mahler, Peter Altenberg, Sigmund Freud, Felix Salten und Emmerich Kálmán, später waren Julius Raab, Curd Jürgens, Otto Preminger und Romy Schneider Stammgäste, heute verkehren hier viele Schauspieler und Politiker.

Der legendäre Oberkellner Robert Böck, im Dienst nur Herr Robert genannt, war 30 Jahre lang im Cafe Landtmann tätig. Am letzten Arbeitstag dieses Wiener Originals mit Smoking als Berufskleidung, am 23. Dezember 2003, erschien zahlreiche Prominenz und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl servierte in vertauschter Rollenverteilung eigenhändig Herrn Robert einen kleinen Braunen. Dazu wurde ihm ein Goldener Rathausmann „für den berühmtesten, diskretesten und zuvorkommendsten Kellner Wiens“ verliehen.

Im Café Landtmann werden im Durchschnitt 2,8 Pressekonferenzen pro Tag abgehalten.[1]

Seit 2003 ist das Café Landtmann jeden Sommer Schauplatz des Kaffeehaustheaters Tinte & Kaffee.

2007 wurde an die Fassade Richtung Burgtheater ein Wintergarten gebaut.

Einzelnachweise

  1. Website des Café Landtmann, Abschnitt „Pressekonferenzen“ (Version aus dem Internet Archive, da Original nicht mehr verfügbar)

Literatur

Weblinks

 Commons: Café Landtmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.21146111111116.361388888889Koordinaten: 48° 12′ 41″ N, 16° 21′ 41″ O