Christalnigg von und zu Gillitzstein

Wappen der Grafen Christalnigg von und zu Gillitzstein

Die Grafen Christalnigg (Christallnigg) von und zu Gillitzstein sind ein katholisches, in Kärnten begütertes österreichisches Adelsgeschlecht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Von Kärnten ausgehend, wo ein Georg Christallnig in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Eisengewerke im unteren Görtschitztale genannt wird, kamen Zweige des Geschlechtes nach Bruck an der Mur. Andrä Christallnigg erschien bereits 1539 als Bürger von Bruck im Gültenbuche. Seine Nachfahren blieben dort als Gewerken.[1] Die durch den Eisenhandel zu Reichtum Gekommenen, wurden 1775 zu Prag in den rittermäßigen Reichsadelsstand versetzt, und zogen bald darauf wieder nach Kärnten, wo sie 1583 als Handelsherren in St. Veit und Gewerke in Hüttenberg erschienen. Erwähnung fanden Hans von Christallnigg, 1582 Ratsbürger und Handelsherr zu Graz sowie sein Bruder Johann Christof, Hofkaplan Erzherzogs Karl II.. Letzterer ernannte die Brüder Balthasar, David und Christof zu erblichen Wappengenossen und besserte ihr altes Wappen.[2]

Die Familie bestand in Kärnten bis 1600 aus zwei Linien, der Hornburger und Gillitzsteiner. Erstere, evangelischer Konfession, wanderte zu Beginn des 17. Jahrhunderts in die Niederlande aus, worauf die Gillitzsteiner Linie in Besitz der Güter der Hornburger Linie kam.

David war der Ahnherr der späteren Freiherren, alsnach Grafen. Er erwarb als erste der späteren fünf Herrschaften 1605 von Balthasar Kulmer von Rosenbichl Gillitzstein.[3]

1630 kam Eberstein in den Besitz der Christalnigg, die sich kurz zuvor auf Schloss Gillitzstein niedergelassen hatten, da deren Eigentümer, die protestantische Familie der Welzer, im Zuge der Gegenreformation emigrieren mussten.

Schloss Eberstein
Schloss Hagenegg
Schloss Meiselberg 1680
Burgruine Waisenberg

Georg Jacob Reichsritter von Christalnigg (1630–1693), verheiratet mit Maria Helena Freiin von Hallegg, († 1732), wurde am 13. Juni 1708 in den Reichsfreiherrenstand erhoben.

Georg Balthasar Freiherr Christalnigg von und zu Gillitzstein, der Sohn des obigen, (* 26. März 1666 in Wieting; † 7. November 1734 in Eberstein), vermählt mit Maria Beatriz, Freiin von Schoberg (* 12. März 1675 in Klagenfurt; † 21. März 1733 in Eberstein), erhielt vom Kaiser Karl VI. am 19. April 1721 die Reichsgrafenwürde. Von den Söhnen desselben Joseph Georg Andreas und Carl Theodor, pflanzte Ersterer das Geschlecht fort.[4] Er wurde Majoratsherr des 1743 gestiftete Familienfideikommisses, das aus sechs Herrschaften bestand . Die Residenz der gräflichen Familie war von 1793 bis 1919 in Meiselberg (Schloss Meiselberg in Kärnten).[5]

Persönlichkeiten

  • Joseph Georg Andreas Graf Christalnigg von und zu Gillitzstein (* 27. März 1697 in Eberstein; † 9. Februar 1765 in Waisenberg), war k. k. Kämmerer und Landrat in Kärnten, später k. k. Oberstbergmeister und Geheimer Rat. Er heiratete Theresia Elisabeth Gräfin von Dietrichstein-Weichselstädt (* 10. Januar 1701 in Graz; † 6. Juni 1735 in Trixen).
  • Michael Balthasar Graf von Christalnigg (1706 oder 1710–1768)[6][7] war Augustiner-Chorherr und von 1752 bis 1768 Fürstpropst von Berchtesgaden.
  • Karl Theodor Graf Christalnigg von und zu Gillitzstein, Freiherr auf Hornburg, Waisenberg und Eberstein, (* 16. April 1788 in Waisenberg; † 23. Januar 1872 in Meiselberg, Kärnten), Sohn des Grafen Franz Dismas Carl, war k. k. Kämmerer und ständischer Ausschussrat, vermählt mit Pauline Gabriele Gräfin v. Egger (* 4. Juni 1800 in Klagenfurt; † 3. April 1869 in Graz)
  • Adalbert Emil Graf Christallnigg von und zu Gillitzstein, (* 23. April 1837 in Waisenberg; † 30. Mai 1904 in Klagenfurt), war k. u. k. Offizier, 1894 Generalmajor, 1898 Feldmarschalleutnant.[8]

Besitztümer

Zu den Besitzen der Familie gehörten Ende des 18. Jahrhunderts unter anderem neben den Herrschaften Eberstein (1630), Hagenegg, Gillitzstein (1605), Meiselberg 1793, Mitter-Trixen (1742) und Waisenberg (1742) bestand . erwähnten auch Hornburg, ein Stadtpalais in Klagenfurt, sowie Hüttenanlagen in Eberstein, Brückl, Rechberg, Obere und Untere Vellach sowie Schloss Schletterhof dazu. 1850 wurde das Schloss Eberstein unter Anleitung von Graf Alfred Christian Carl Christalnigg im neugotischen Tudor-Stil umgebaut. Unter den Christalnigg hatte Eberstein wohl sein größtes Ansehen genossen.[9]

Die Residenz der gräflichen Familie war von 1793 bis 1919 in Meiselberg (Schloss Meiselberg in Kärnten).[10]

Wappen

Quadrierter Schild: 1 und 4 in Rot ein durch beide Felder über den ganzen Schild schrägrechts gezogener silberner Balken, auf welchem zwei in Gold gekleidete Arme mit zusammengeschlossenen Händen liegen. 2 und 3 in Blau ein schwarzer, die Sachsen einwärtskehrender Adlersflügel, welcher mit einem goldenen, im 2. Felde schräglinken, im 3. Felde schrägrechten Balken belegt ist, auf dem hintereinander drei schwarze sechseckige Sterne stehen. Den Schild bedecken vier gekrönte Helme. Auf dem rechten Helme steht der Flügel des 3. Feldes ; aus dem zweiten wächst ein geharnischter Arm empor, welcher in der Hand ein aufrechtgestelltes Schwert hält; der dritte ist mit einer von Silber und Roth der Länge nach getheilten Spitze besetzt, auf welcher sich oben ein goldener Ring und in demselben eine der Länge nach von Silber und Roth geteilte Rundung befindet, und aus dem linken Helme wächst zwischen zwei von Gold und Schwarz quergeteilten Büffelhörnern mit gewechselten Tincturen ein goldener gekrönter Löwe empor. Die Helmdecken sind rechts rot und silbern, links blau und silbern.[11]

Einzelnachweise

  1. Edmund Aelschker: „ Geschichte Kärntens, 2. Band, Klagenfurt 1885, S. 908
  2. Aloys Ruppel (Hg.): Gutenberg Jahrbuch, Band 5, Verlag Gutenberg-Gesellschaft., 1930, S. 165
  3. Neues Jahrbuch Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "Adler" – 1918
  4. Deutsche Grafen-Häuser der Gegenwart: In heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung, Erster Band A-K, Leipzig 1953
  5. http://www.worldhistory.de/wnf/navbar/wnf.php?oid=12026&sid=
  6. Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 3, ab S. 78 f.
  7. http://www.bllv.de/Ferienwohnungen.frstenstein00.0.html
  8. http://www.oesta.gv.at/DocView.axd?CobId=23130
  9. http://www.burgenseite.com › Burgenforum › Fotos
  10. http://www.worldhistory.de/wnf/navbar/wnf.php?oid=12026&sid=
  11. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, GB II, Verlag Justus Perthes, 1941, S. 86-87

Weblinks

 Commons: Christalnigg von und zu Gillitzstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1825-1941
  • Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon II, 270
  • Genealogisches Handbuch des Adels Bände 6, 23, 58
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, GB II, Verlag Justus Perthes, 1941, S. 86-87
  • Gottlob Friedrich Krebel: „Europäisches genealogisches Handbuch, [etc.]“, Johann Friedrich Gleditschen Handlung, Leipzig 1786, S. 146
  • Deutsche Grafen-Häuser der Gegenwart: In heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung, Erster Band A-K, Leipzig 1953