St. Donat

Dieser Artikel erläutert den Ort in Kärnten; zu anderen Bedeutungen siehe Heiliger Donatus.
Sankt Donat, vom „Steinernen Tisch“ aus gesehen
Heiliger Donatus auf dem Hochaltar in der Pfarrkirche

Sankt Donat ist eine Ortschaft in der Stadtgemeinde Sankt Veit an der Glan im österreichischen Bundesland Kärnten mit 263 Einwohnern (Volkszählung 2001).

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Die kleine Ortschaft befindet sich 4 km südlich der Stadt St. Veit, unmittelbar nach Glandorf direkt an der Friesacher Straße (B 317) nach Klagenfurt. Von dort zweigt auch die Straße nach Launsdorf und zur Burg Hochosterwitz ab.

Ursprung des Ortsnamens

Namensgeber des Ortes ist der Patron der Pfarrkirche, der Heilige Donat (lateinisch: Sanctus Donatus). Er findet sich auch in der Pfarrkirche wieder als zentrale Hochaltarfigur in Form des römischen Soldaten Donatus, der später heiliggesprochen wurde, und deutlich sichtbar den Blitz als Erkennungszeichen in seiner rechten Hand hält.

Historisches

In der Antike befand sich im Gebiet von St. Donat und St. Michael am Zollfeld ein römischer Vicus mit einem Tempelbezirk.

Der Ort ist bekannt für seine ursprünglich im romanischen Stil erbaute Kirche mit in den Außenwänden eingemauerten vorkeltischen, keltischen und römischen Reliefsteinen mit Personendarstellungen und Skulpturen. Die hier ebenfalls eingemauerte, kopflose überlebensgroße Statue, die „Riesin von St. Donat“, ist eine Männerfigur von einem römerzeitlichen Grabmal. Sie ist keine Darstellung der Isis Noreia. Der Kopf, der früher als Ersatz für das verlorengegangene Original eingemauert war, heute an anderer Stelle eingemauert ist, stammt aus dem Mittelalter.

„Riesin von St. Donat“ an der Außenmauer der Kirche St. Donat
Schloss Stadlhof in Sankt Donat

Bauwerke

  • Schletterhof: 2 geschossiges Herrenhaus, 17.Jahrhundert, im Kern jedoch älter, vermutlich 16.Jahrhundert.
  • Innovative Industriearchitektur am Beispiel FunderMax Werk 3 von Coop Himmelblau, 1989

Die Anlage besteht aus zwei Bauteilen - aus einem Energiezentrum und einer Produktionshalle. Das Energiezentrum hat eine Grundrissfläche von 14 × 31m und eine Höhe von 8 m mit 3 Kaminen zu je 25 m Höhe. Die Produktionshalle misst 42 x 175 m mit einer Höhe von 10,50 m. Verbunden sind diese beiden Teile durch eine Medienbrücke (46 m Länge / 2,50 m Breite). Die Halle hat vier kleine Vordächer und ein großes Flugdach. Das Energiezentrum hat weiters eine Kaskade (13 m hoch) und die drei oben genannten Kamine, die den Namen „tanzende Kamine“ tragen. Ein weiterer räumlicher Eingriff ist die „explodierende Ecke“, in der der Präsentations- und Empfangsraum untergebracht ist.

Konstruktion: Halle: Stahl. Wände: vorgehängte Stahlbetonfertigteile, darüber bündige Blechpaneele. Belichtung durch Sheds an der Nordlängsseite.

Gesellschaft

  • Freiwillige Feuerwehr St. Donat
  • Sängerrunde St. Donat
  • Theatergruppe St. Donat, Theateraufführungen und Lesungen
  • Trachtenkapelle St. Donat/Glandorf (Kärnten)

Im März 1924 fand die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr St. Donat statt. Bereits vier Jahre später beschloss die Gemeindevertretung, neben der Kirche ein Gemeindehaus zu errichten. Ein Zubau diente der Freiwilligen Feuerwehr damals als Depot. Bereits im August 1928 konnte das Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden. Einige Monate später wurde die Alarmsirene installiert. In den Jahren zuvor erfolgte die Alarmierung der Florianijünger durch den Hornisten Alois Kolprat. Der Bürgermeister stellte die Pferde, die zum Transport der Feuerspritze eingesetzt wurden, zur Verfügung. Die Männer gelangten damals größtenteils mit dem Fahrrad zum Einsatzort. 1949 konnte mit dem Ankauf eines Kraftfahrzeugs, das für Einsatzzwecke umgebaut wurde, ein entscheidender Schritt in Richtung Mobilität getan werden. 1974 erhielt die Freiwillige Feuerwehr ein Unimog-Fahrzeug. 1980 wurde das Team mit Atemschutzgeräten ausgestattet. Das neue Tanklöschfahrzeug soll im Juli eingeweiht werden. Die regelmäßige Teilnahme an Kursen und die Durchführung von internen Übungen machen die Mannschaft zu einer schlagkräftigen Truppe, die den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.

Einsätze

Ein „Feuerteufel“ setzte drei Wirtschaftsgebäude in Brand und hielt die Männer der Freiwilligen Feuerwehr St. Donat eine Nacht lang in Atem. Vor allem den älteren Dorfbewohnern wird die Nacht vom 10. auf den 11. Jänner 1961 wohl unauslöschlich in Erinnerung bleiben. Innerhalb weniger Stunden setzte ein Serientäter drei Wirtschaftsgebäude in Flammen. Der Einsatz stellte die wohl größte Herausforderung in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr St. Donat dar. Der Feuerteufel konnte noch in derselben Nacht gefasst werden. 1990 mussten die Florianijünger eine weitere Bewährungsprobe bestehen. Nach einer Explosion im Funderwerk in Glandorf (Kärnten) wurde über Rundfunk Giftgasalarm ausgerufen. Die Feuerwehr stand mit schwerem Atemschutz stundenlang im Einsatz. Im April 1995 geriet die Trocknungsanlage der Firma Funder in Brand. Die Freiwillige Feuerwehr St. Donat stand 18 Stunden lang im Dauereinsatz.

Aufgrund schwerer Unwetter wurde die Feuerwehr in den Jahren 2002 und 2003 besonders häufig zu Hochwassereinsätzen in St. Donat, Glandorf (Gemeinde St. Veit an der Glan) der und Sankt Veit an der Glan gerufen. Dass ihre Einsatzbereitschaft „grenzenlos“ ist, bewiesen die Feuerwehrleute bei einem Hochwassereinsatz unlängst: Insgesamt zwölf Feuerwehrleute erklärten sich spontan dazu bereit, beim Wiederaufbau des Weinkulturerbes in Spitz an der Donau mitzuhelfen.

Steinerner Tisch oberhalb von Sankt Donat

Besonderes

Der Ort liegt auf dem Anmarschweg der Sörger Teilnehmer zum Vierbergelauf am Vortag des Dreinagelfreitags (zweiter Freitag nach Ostern). Nahe dem Aufstieg zum Magdalensberg etwas oberhalb des Heiligtums befindet sich auf einem Felsvorsprung ein steinerner Tisch in Form einer großen Felsplatte. Von St. Donat führt der markierte Weg Nr. 814, mit einer Zeitangabe von zwei Stunden, auf den Magdalensberg.

Kurioses

1807 suchte eine historische Persönlichkeit Sankt Donat heim: Der Simerl Krapfenbäck und seine Komplizen Philipp Schuster (genannt Lipp) und Juliana Regenfelder (genannt Julerl) begingen beim „Emerlwirt“ Franz Keuß zu Stadlhof nach einer Übernachtung einen Versorgungsdiebstahl: Vom Dachboden des Wirts verschwand Fleisch, welches unterwegs verzehrt wurde.

Persönlichkeiten

  • Stefan Knafl, (* 27. Dezember 1927; † 2. Juni 2005 in Klagenfurt), österr. Politiker
  • Anton Schmid, (* 17. Jänner 1915; † 22. April 1996), Dichter, Komponist und Erneuerer des Kärntner Liedes, Pädagoge und Chorleiter

Bildergalerie

Weblinks

 Commons: St. Donat – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

46.73638305555614.393183888889Koordinaten: 46° 44′ N, 14° 24′ O