Christian August von Seilern

Christian August Graf von Seilern (* 22. April 1717; † 15. November 1801 in Wien) war österreichischer Diplomat und Staatsmann. Er war von 1770 bis 1779 Statthalter des Erzherzogtums Österreich unter der Enns[1] und von 1779 bis 1791 Präsident der Obersten Justiz. Seilern war u.a. Besitzer des Fideikommisses Lukov-Kralice sowie der Herrschaften Litschau und Hetzendorf.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Christian August von Seilern war ein Sohn des 1713 in den Reichsgrafenstand erhobenen Hof-Vizekanzlers Friedrich Freiherr von Seilern-Aspang und dessen Frau Anna Maria Gräfin Lengheim. Graf Seilern heiratete 1741 Charlotte Gräfin zu Solms-Sonnenwalde (1725–1783). 1745 arbeitete er beim Reichshofrat. Im Jahre 1751 erbte er den im Jahr zuvor von seinem Vater eingerichteten Primogenitur-Fideikommiss Lukov-Kralice in Mähren. Er wurde 1752 zum wirklichen Geheimen Rat ernannt und dann als Diplomat tätig. Zwischen 1766 und 1770 war er Botschafter in London. 1772 kaufte er aus dem Konkurs von Johann Anton Graf von Kufstein die Herrschaft Litschau. Seilern, der zu diesem Zeitpunkt oberster Justizpräsident war, kaufte am 20. Juni 1780 von Maria Theresia noch die Herrschaft Hetzendorf. Da die genaue Größe des Gutes Hetzendorf unklar war, kam es 1783 zur Errichtung von Grenzsteinen, wodurch in manchen Quellen irrtümlich dieses Jahr als Beginn des Besitzes von Graf Seilern angegeben wurde. 1782 übernahm Seilern auch die dem Stift Klosterneuburg gehörenden Grundstücke und Häuser, die in Hetzendorf lagen.

Die erste Schule Hetzendorfs, die 1777 von Maria Theresia für die Kinder der Schlossbediensteten gegründet worden war und die danach auch von den Kindern der Ortsbewohner besucht wurde, wurde auf ausdrücklichen Wunsch der Herrscherin von Graf Seilern belassen und weitergeführt, wodurch er als Gründer der ersten Hetzendorfer Gemeindeschule gilt.

Nach dem Tode von Christian August von Seilern erbte sein Sohn Josef Graf von Seilern die väterlichen Herrschaften.

1905 wurde die Graf-Seilern-Gasse in Wien-Meidling nach dem Besitzer der Herrschaft benannt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die niederösterreichische Landesregierung 1501 bis heute