Christian von Ilow

Christian Freiherr von Ilow (in Schillers „Wallenstein“ Illo ) (* 1585 in der Neumark Brandenburg; † 25. Februar 1634 in Eger - ermordet) war nach einer Karriere als Truppenführer im Dreißigjährigen Krieg kaiserlicher Feldmarschall und Parteigänger Wallensteins.

Leben

Ilow war seit Beginn des Dreißigjährigen Krieges ein Kriegsmann in kaiserlichen Diensten. Als Hauptmann geriet er am 10. Februar 1620 bei Langenlois in Niederösterreich in Gefangenschaft. Nach 5 Monaten konnte er zu den Kaiserlichen zurückkehren und diente im Kürassierregiment des Herzogs Adolf von Holstein-Gottorp, als dessen eigentlicher Kommandant er sich mehr und mehr hervortat. In der Schlacht von Stadtlohn am 6. August 1623 trug er besonders zum Sieg Tillys über Christian von Braunschweig bei.

Gleichzeitig mit seinem militärischen Aufstieg wusste er sich, nicht wählerisch in seinen Mitteln, bald ein Vermögen zu erwerben, das ihn befähigte, dem geldbedürftigen Kaiser 70.000 Gulden vorzustrecken. Auch erwarb er sich Güter in Böhmen und trat durch die Heirat mit einer reichen adeligen Witwe in enge Verbindung mit dem böhmischen Hochadel, insbesondere mit den Familien Trčka und Kinsky. Bei der Schaffung der großen kaiserlichen Armee durch Wallenstein im Frühjahr 1625 übernahm er wieder ein Holstein'sches Regiment, ohne zunächst die Anerkennung des Generalissimus zu erlangen, dem sein geschwätziges, intrigantes Wesen ein Gräuel war. Das sollte sich aber bald ändern. 1631 nahm er mit gewohnter persönlicher Tapferkeit an der Schlacht bei Breitenfeld teil.

Nach der Wiederaufnahme des Kommandos durch Wallenstein gelang es ihm endgültig, dessen Vertrauen zu erwerben. In ständiger Verbindung mit seinem Oberfeldherrn, wurde er nun in rascher Folge Generalwachtmeister (Generalmajor) und Feldmarschalleutnant. Er kämpfte in Sachsen und Böhmen und wusste sich immer unentbehrlicher zu machen. Bereits 1633 wurde er Feldmarschall. Er war, nicht ohne eigennützige Absichten, eine der treibenden Kräfte bei den Überlegungen Wallensteins, sich vom Kaiser abzuwenden. Als dieser Anfang Januar noch schwankte und an Resignation dachte, war es nicht zuletzt Ilow, der ihn zum Weitermachen bewog. Auch der „erste Pilsener Schluss“ - eine Treueerklärung der Mehrheit der führenden Offiziere für Wallenstein - war Ilows Werk. Er begleitete sodann den Feldherrn nach Eger und wurde dort noch vor ihm zusammen mit Trczka und Kinsky bei einem Festmahl des Festungskommandanten Gordon umgebracht.

Literatur