Dietrich von Weyer

Dietrich oder Theodor von Weyer (auch: Weier, Wyer, Wier, Wierus) (* um 1540/42 im Herzogtum Brabant oder in Arnheim; † 8. Juni 1604, vermutlich in Heppenheim an der Wiese) war ein niederländisch-deutscher Jurist, kurfürstlicher Rat sowie Gesandter und Truppen-Inspekteur der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Dietrich Weyer war der Sohn des Arztes und Gegners der Hexenverfolgung Johann Weyer (1515/16–1588) und dessen erster Frau Judith Wintgens († 1572).

Studium

Er immatrikulierte sich 1556 an der Universität Köln und studierte 1559 zusammen mit seinem Bruder Heinrich (um 1545–1591), dem späteren Leibarzt der Trierer Kurfürsten Jakob III. von Eltz (1510–1581) und Johann von Schönenberg (1525–1599), an der neugegründeten Académie de Genève (immatrikuliert als „Theodorus Wierus Clivanus“). 1560 hörten beide Brüder den Gräzisten Adrianus Turnebus (1512–1565) am Collegium Trilingue in Paris. In Bourges wohnte Dietrich Weyer im Haus des Professors für Rechtswissenschaft Hugo Donellus (1527–1591)[1], anschließend wechselte er nach Orléans. 1561 schrieb er sich als „Theodoricus Wierius Clivensis“ in Padua ein, wechselte später nach Bologna. 1564 wurde er in Pisa als „Theodorus Wierus Sicamber, f[ilius] Joannis doctor“ zum Dr. jur. utr. promoviert. Als promovierter Jurist schrieb er sich 1565 noch einmal in Köln ein.

Pfalz-Zweibrücken

Am 1. September 1568 trat Weyer als Rat für auswärtige Geschäfte in den Dienst Herzog Wolfgangs von Pfalz-Zweibrücken (1526–1569). Durch die Zusicherung der Vermittlung eines Kredites von angeblich 240.000 Gulden half er dem hugenottischen Gesandten Gervais le Barbier, Sieur de Francourt (um 1512–1572) dabei, Herzog Wolfgang zum Abschluss eines Unterstützungs-Vertrages mit Louis I. de Bourbon, prince de Condé (1530–1569), zu bewegen[2]. Die Prinzen von Condé waren Anführer der Protestanten während der Hugenottenkriege. Der Vertrag wurde am 18. September 1568 in Zweibrücken abgeschlossen, Herzog Wolfgang verpflichtete sich, 17.000 Soldaten auszurüsten. Die von Weyer zugesicherte Summe scheint ausgeblieben zu sein, aber am 21. Oktober verbürgten sich in Straßburg African d'Haussonville († 1603), Olry du Châtelet († 1569) und Claude Antoine de Vienne (1534–1588), für die Kosten einzustehen. Der Prinz von Condé und Herzog Wolfgang starben im folgenden Jahr auf dem Feldzug in Frankreich, an dem sich auch Wilhelm von Oranien (1533–1584) mit 1.200 Reitern beteiligte.

Am 4. Juni 1569 befand sich Weyer in Plymouth und bedankte sich bei Staatssekretär William Cecil, 1. Baron Burghley (1521–1598) brieflich für die englische Unterstützung[3]. Weyer soll jedoch nach Erhalt der Nachricht vom Tod Herzog Wolfgangs († 11. Juni 1569) eine Geldsumme, die er von Königin Elisabeth I. (1533–1603) für den Feldzug erhalten hatte, nur teilweise in La Rochelle an Admiral Gaspard II. de Coligny (1519–1572) abgeliefert haben[4].

Niederrhein

1571 bestätigte Weyer die Verpfändung einer Sammlung von Juwelen der Gräfin Maria von dem Bergh (1539–1599) im Namen ihres Bruders Graf Johann VI. von Nassau (1536–1606) für 1.000 Reichstaler an Wilhelm Kaaff, Bürger von Köln[5], und stand vielleicht im Dienst ihres Mannes Wilhelm IV. von dem Bergh-’s-Heerenberg (1537–1586), der die Kritik Johann Weyers an der Hexenverfolgung teilte.[6]

Pfalz-Lautern und Kurpfalz

Unter Pfalzgraf Johann Kasimir (1543–1592) war Dietrich Weyer bis etwa 1579 Rat von Pfalz-Lautern. Um die Jahreswende 1572/73 versuchte Weyer, eine bewaffnete Unterstützung der Kurpfalz für Wilhelm von Oranien zu erreichen. Im Mai und Juni 1573 hielt er sich in Wesel bei seinem Vater auf und schrieb von dort an die Grafen Johann VI. (1536–1606) und Ludwig von Nassau-Dillenburg (1538–1574) über Möglichkeiten, das von den Spaniern belagerte Haarlem zu retten - die Stadt fiel am 13. Juli 1573.

Bereits Anfang des Jahres 1574 war Weyer in einer diplomatischen Mission in Frankreich gewesen. Als 1574 Kanzler Christoph Prob († 1579)[7] aus Altersgründen ausschied, berief Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz (1515–1576) Christoph Ehem (1528–1592) zum neuen kurpfälzischen Kanzler und Dietrich Weyer zum kurpfälzischen Oberrat.

Nach dem Tod König Karls IX. (1550–1574) wurde Weyer am 22. Juli 1574 von Johann Kasimir und Kurfürst Friedrich III. auf eine weitere Reise nach Frankreich geschickt. Er reiste über Metz nach Paris, um zunächst die Mutter des abwesenden Königs Heinrich III. (1551–1589), Caterina de’ Medici (1519–1589), für die protestantische Seite zu gewinnen. Als dieser Versuch erfolglos blieb[8], reiste er Heinrich III. über Lyon entgegen. Über den Fortgang der Verhandlungen wurden Henri I. de Bourbon, prince de Condé (1552–1588) und Théodore de Bèze (1519–1605) Ende August in Straßburg von dem kurpfälzischen Rat Liz. jur. Wenzeslaus Zuleger (1530–1596) informiert, der aus Paris eine Depesche von Weyer vor dessen Abreise nach Lyon erhalten hatte.

Auf savoyischem Gebiet wurde Weyer von Heinrich III. empfangen. Als Gegenleistung für die Gewährung freier Religionsausübung für die Hugenotten bot Weyer ein Bündnis der Kurpfalz mit Frankreich an. Heinrich III. antwortete ausweichend und stellte ihm einen endgültigen Bescheid in Lyon in Aussicht.

Im September erteilten ihm Caterina de’ Medici und Heinrich III. in Lyon eine Abfuhr.

1575 war Dietrich Weyer Amtmann von Kaiserslautern. Im Mai besprach er sich in Köln mit dem französischen Gesandten General Caspar von Schonberg (1540–1599) und Graf Albrecht VII von Schwarzburg-Rudolstadt (1537–1605), dem Schwager Wilhelms von Oranien, über den Friedensvertrag von Breda.[9] Anschließend nahm er an der Besprechung zwischen Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1516–1592) und den Gesandten der Kurpfalz, Hessens und Braunschweig-Wolfenbüttels im Schloss Hambach teil, bei dem nach dem Tod von Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg (1555–1575) besonders über das weitere Vorgehen im Bistum Münster gesprochen wurde, wenn Bischof Johann Wilhelm (1562–1609) sein Amt als neuer Thronanwärter auf Jülich-Kleve-Berg aufgeben würde.[10]

Im September 1575 schloss Dietrich Weyer für Pfalzgraf Johann Kasimir in Heidelberg einen Vertrag mit Heinrich I. von Bourbon, dem Prinzen von Condé, über die Anwerbung eines Heeres von 15.000 Mann. Weyer und der kurpfälzische Rat Dr. Peter Beutterich (um 1545–1587) nahmen dafür eine Obligation des Prinzen über 50.000 Escus entgegen.[11] Der Sekretär Heinrich I. und Gesandte am kurpfälzischen Hof Michel de la Huguerye (um 1545–1616) unterstellte Weyer, sich bei Vertragsabschluss unsauberer Mittel bedient zu haben. Huguerye berief sich dabei auf den Advokaten François d’Averly, Herr von Minay[12], der in Heidelberg für Charlotte de Bourbon-Montpensier (1546/47–1582), seit Juni 1575 die Ehefrau von Wilhelm I. von Oranien, tätig war.[13]

Ende April 1577 führte Weyer ein ausführliches Gespräch mit dem lutherischen Herzog Reichard von Pfalz-Simmern (1521–1598) über dessen Erbschaftsstreit mit Johann Kasimir und die Planungen für ein neues Religionsgespräch[14]. Im Mai 1577 hatte Weyer zusammen mit Beutterich und Johann Kasimirs Kämmerer Steuerburg von Löwenstein (1552–1619)[15] in Heidelberg eine Unterredung mit den britischen Gesandten Philip Sidney (1554–1586). Dabei ließ Johann Kasimir für dem Fall eines Beitritts von Königin Elisabeth I. zur geplanten protestantischen Union eine Unterstützung der gemeinsamen Sache in Höhe von 100.000 Dollars zusichern. Der Kurfürst beabsichtete darüber hinaus, als Reaktion auf die lutherische Konkordienformel die Möglichkeiten zu einer gemeinsamen Bekenntnisschrift der reformierten Kirchen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Polen auszuloten und warb um die Beteiligung Englands an dem Projekt[16]. Ein entsprechender multinationaler reformierter Konvent in Frankfurt am Main am 27./28. September 1577 konnte sich allerdings nur auf eine Synopse der bereits bestehenden Bekenntnisschriften einigen[17].

1578 wirkt Weyer bei der „brüderlichen Vergleichung“ zwischen dem reformierten Johann Kasimir und dem lutherischen Kurfürsten Ludwig VI. von der Pfalz (1539–1583) mit. 1579 vertrat er Johann Kasimir als Amtmann zu Lautern auf dem Weißenburger Landrettungstag. Danach schied er – möglicherweise in Zusammenhang mit der gleichzeitigen Entlassung des Rates Zuleger – aus dem Dienst von Pfalz-Lautern aus.

Pfalz-Veldenz-Lützelstein

1581/82 bis 1588 wird Dr. Dietrich Weyer als Ober-Amtmann („Archisatrapa“) des Pfalzgrafen Georg Johann I. von Veldenz-Lützelstein (1543–1592) erwähnt, der in Lützelstein im Elsass und in Lauterecken residierte.

Anfang des Jahres 1584 bemühte sich Weyer in Verhandlungen mit Heinrich IV. von Navarra (1553–1610) – damals noch Anführer der hugenottischen Partei –, Georg Gustav von Pfalz-Veldenz (1564–1634), dem Sohn Georg Johann I., einen Bischofsstuhl in Frankreich zu verschaffen.[18] Im Sommer 1584 führt er im Auftrag Georg Johann I. geheime Verhandlungen mit Erzbischof Ernst von Bayern (1554–1612) in Köln, um dessen Rückendeckung gegen den Straßburger Bischof Johann IV. von Manderscheid-Blankenheim (1538–1592, reg. 1568) bei einem geplanten Kriegszug zur Inbesitznahme der Grafschaft Dagsburg zu erhalten.[19]

Weyer war in zahlreiche Unternehmungen involviert, die der verschuldete Graf Georg Johann I. von Veldenz in diesen Jahren mit Parma, Erzherzog Ferdinand II. von Österreich (1529–1595) und anderen über ein Importmonopol für Steinkohlen-Handel, Kanalbauten und Schiffbarmachungen, Verwertung seiner Erfindungen in der Bergwerkstechnik und andere mögliche Geldquellen anstrengte. Gegenüber Johann Kasimir dementierte Weyer 1586, dass es bei den Gesprächen von Georg Johann I. mit seinem „Vetter“ Wilhelm V. von Bayern (1548–1626) in Mittenwald und Innsbruck um eine mögliche lukrative Heirat gegangen sei.[20]

1588 verweigerte Weyer die Ratifikation des „Heidelberger Vertrages“ zwischen Georg Johann I., Georg Gustav, Johann Kasimir und anderen Mitglieder des pfälzischen Hauses über die Auslösung des 1584 von Georg Johann I. für 400.000 Gulden an Karl III. von Lothringen (1543–1608) verpfändeten Pfalzburg.

Burggraf von Starkenburg (Kurpfalz)

1591/92 wurde Dietrich Weyer von Johann Kasimir in die Kurpfalz zurückgeholt. Er wurde als „Diethrich von Weyher“ nobilitiert und war bis etwa 1596 Burggraf und Amtmann von Starkenburg, einem an die Kurpfalz verpfändetem Mainzer Amt in der Nähe von Heidelberg.

1591 reiste Dietrich von Weyer nach Polen, Düsseldorf und Preußen, um Anna von Preußen (1576–1625), mögliche Erbtochter der Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, als Braut für Friedrich IV. von der Pfalz (1574–1610) zu gewinnen. Er schlug vor, um „schier oder morgen schimpf und herzleid und verweis zu vermeiden“, dass Herzogin Maria Eleonore (1550–1608) mit ihren Töchtern Anna und Marie von Preußen (1579–1649) zum Baden nach Ems kommen solle, damit man die mögliche Braut in Augenschein nehmen könne. Man entschied sich dann allerdings 1593 für eine Heirat Friedrich IV. mit Prinzessin Luise Juliana von Oranien-Nassau (1576–1644) und 1594 für eine Heirat Annas mit Johann Sigismund von Brandenburg (1572–1620), dem Sohn des Administrators des Stiftes Magdeburg Joachim Friedrich von Brandenburg (1546–1608).

Nach dem Tod Johann Casimirs wurde Weyer, gegen den sich Johann I. von Pfalz-Zweibrücken (1550–1604) schon im Februar 1592 ausgesprochen hatte, als Reformierter von dem lutherischen Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz (1574–1610) als kurpfälzischer Rat entlassen.

Gespräche mit Brandenburg-Preußen

1594 informierte Weyer den Markgrafen Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach (1539–1603) detailliert über angebliche außereheliche Verhältnisse und Alkoholkonsum der Jakobe von Baden-Baden (1558–1597), der Frau Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg, und zwar schon einige Monate bevor gegen sie am 29. Januar 1595 durch die Schwester des Herzogs, Sibylle von Jülich-Kleve-Berg (1557–1627), vor den Landständen Anklage wegen Ehebruchs erhoben wurde[21].

Über die Vorgänge am jülich-kleve-bergischen Hof war Dietrich von Weyer nicht zuletzt deswegen immer gut unterrichtet, weil sein Bruder Galenus Weyer (1547–1619) von 1578 bis 1609 in Düsseldorf als Leibarzt der Herzöge Wilhelm V. und Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg amtierte.

Weyer bemühte sich in dieser Zeit offenbar um eine Bestallung in Brandenburg-Ansbach, die Pfälzer Regierung riet befreundeten Fürsten jedoch von seiner Anstellung ab. Der ansbachische lutherische Rat Stephan Mumm (1532–1601)[22] – zugleich kurpfälzischer Rat in Amberg – meinte, Weyer sei „ein gefehrlicher man und den corruptionibus etlichermassen underworfen“[23].

Republik der Sieben Vereinigten Provinzen

1595 bis 1599 war Dietrich Weyer Agent (Gesandter) der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen im Reich. Im Sommer 1595 wurde er auf eine geheime Mission in das Herzogtum Kleve geschickt[24]. 1596 forcierte er den Gedanken eines Bündnisses von Brandenburg-Preußen mit Holland. Auf dem Weg nach Holland wurde Weyer im Mai 1596 bei Wesel von spanischen Reitern des Erzherzogs Albrecht VII. von Österreich (1559–1621) abgefangen. Instruktionen, die er bei sich trug, ließen angeblich darauf schließen, dass von Brandenburg und Pfalz-Zweibrücken-Neuburg eine Entführung von Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg und seiner Schwester Sibylle aus Hambach in die Niederlande geplant worden war. Der brandenburgische Agent und spätere Düsseldorfer Bürgermeister Johann von Megen († 1639) wurde nach Hambach gelockt, als Mitverschwörer ins Gefängnis geworfen und vor dem Hauptgericht in Jülich wegen Landesverrat angeklagt. Er wurde im September gegen Kaution freigelassen.[25]

Im Sommer 1596 wurde Weyer von den Generalstaaten nach Kopenhagen zur Krönung von Christian IV. von Dänemark und Norwegen (1577–1648) geschickt. Die Gesandtschaft erwirkte eine Bestätigung alter Privilegien. Im November erhielt Weyer Instruktionen, mit denen er zusammen mit dem französischen Gesandten in Prag Guilliaume d'Ancel († 1625) die deutschen Fürsten zum Eintritt in ein Bündnis gegen Spanien bewegen sollte[26]. Im Mai 1597 wurde Weyer beauftragt, mit den „administrateurs“ des Stiftes Magdeburg wegen eines Bündnisses zu verhandeln; Administrator war Joachim Friedrich von Brandenburg[27]. Im August wurde Weyer deswegen nach Deutschland geschickt und berichtete im Oktober brieflich aus Halle[26].

Am 2. und 14. Januar 1599 wurde seinen eigenen Wunsch hin „glimpelijck“ (i. S. v. „einvernehmlich“) beschlossen, den Dienst von Weyer als Agent in Deutschland zu beenden und ihm das Amt eines Monster commissaris (Musterungs-Kommissar, Truppen-Inspekteur) über die Reiter und das Fussvolk zu übertragen[26].

Weyers Nachfolger als Agent der Generalstaaten wurde von 1602 bis 1622 Dr. jur. Pieter Cornelisz. van Brederode (1558–1637)[28].

Möglicherweise war Weyer gegen Ende seines Lebens Rat des streng calvinistischen Grafen Wolfgang Ernst von Ysenburg (1560-1633) in Büdingen[23].

Das Grabmal des „holländischen Kriegskommissars“ Dietrich von Weier befindet sich in der Evangelischen Pfarrkirche von Worms-Heppenheim; Heppenheim an der Wiese im Oberamt Alzey gehörte 1604 zur Kurpfalz.

Familie

Dietrich Weyer war verheiratet mit Dorothea Waldhofen. Eine Tochter Amalie Weyer († 1623) heiratete Hans Conrad von Eych (1566–1635), fürstlich-badischer Truchsess zu Kirchberg und Amtmann auf Koppenstein, Sohn von Johann von Eych (1530–1630) und Margarethe von Senheim († 1622).

Ein Sohn Georg Dietrich Weyer wird 1596 als Stammbucheinträger von Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg (1582–1641) in Jena[29] und 1601 („George Diederich Weyer, zoon van den monstercommissaris“) als Antragsteller bei den Generalstaaten erwähnt[26]. Auch bei den Stammbucheinträgern (1596) Johann Casimir Weyer und Johann Dietrich Weyer dürfte es sich um Söhne Dietrich Weyers handeln[30].

Quellen

  • Brief von Dietrich Weyer an William Cecil vom 4. Juni 1569 aus „Plimutha“ (Plymouth). In: John Strype: Annals of the Reformation and the Establishment of Religion … in the Chuirch of England, An Appendix or Repository, 2. Aufl. London: Thomas Edlin 1725, S. 86f
  • D. Weyer aux Comtes Jean et Louis de Nassau (31. Mai 1573) und D. Weyer aux Comtes Jean et Louis de Nassau (1. Juni 1573). In: Jacob van Wesenbeeck (Hrsg.): Archives ou correspondance inédite de la maison d’Orange-Nassau, Bd. I/4 1572–1574, Leiden: S. und J. Luchtmans 1837, S. 133–143 und 143–152
  • Doctor Dietrich Weyern relation seiner werbung und verrichtung in Frankreich und Doctor Weyers französische Proposition. In: A. Kluckhohn: a.a.O., S. 36–53 und 54–60 (Staatsarchiv München, K. bl. 90/1, Blätter 131–145)
  • Brief von Théodore de Bèze an Heinrich Bullinger vom 10. September 1574 aus Basel (Staatsarchiv Zürich, MS E II 381, Blätter 1378-1380). In: Hippolyte Aubert, Alain Dufour (Hrsg.): Correspondance de Théodore de Bèze (Travaux d'Humanisme et Renaissance, 254), Bd. XV 1574, Genf: Libraire Droz 1991, S. 156-161
  • Friedrich von Bezold: Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir mit verwandten Schriftstücken, Bd. I-III, München: M. Rieger'sche Universitäts-buchhandlung 1882–1903 (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
  • Abrechnung zwischen dem Obersten Friedrich Kratz von Scharfenstein[31] und Dietrich Weyer, 1589 (Landeshauptarchiv Koblenz; W 436/1319)
  • Briefe von Graf Philipp von Hohenlohe-Neuenstein (1550–1606) an die Generalstaaten und an Dr. Weyer, den Gesandten der Niederlande in Deutschland (1597-1598; Nationalarchiv Den Haag, 12550.31)

Literatur

Einzelnachweise

  1. Vgl. die Widmung an Dietrich Weyer in Hugo Donellus: Ad legem Ivstiniani, De sententijs quae pro eo, quod interest, proferuntur siue, de eo, quod interest, Liber, 2. Aufl. Frankfurt am Main / Neustadt an der Haardt: Nikolaus Basse / Matthäus Harnisch 1574.
  2. Vgl. Friedrich Wilhelm Ebeling: Archivalische Beiträge zur Geschichte Frankreichs unter Carl IX., Leipzig: Im. Tr. Wöller 1872, S. 246.
  3. Vgl. auch die Berichte des englischen Diplomaten Henry Killegrew (um 1528–1603) an William Cecil vom 12., 17. und 31. Mai 1569; Elizabeth: May 1569. In: Calendar of State Papers Foreign, Elizabeth 9 (1874), S. 67-82 (abgerufen am 8. August 2012).
  4. Vgl. Franz Dominikus Häberlin: Neueste teutsche Reichs-Geschichte, Vom Anfange des Schmalkaldischen Krieges bis auf unsere Zeiten, Bd. VIII, Halle: Johann Jakob Gebauer 1779, S. 4f.
  5. Rijksarchief Gelderland Arnheim (0214 Huis Bergh, Regesten Nr. 3154)
  6. Vgl. Johann Weyer: De praestigiis daemonum et incantationibus ac veneficiis, Basel: Johann Oporinus Nachfolger 2. Aufl. 1577, S. 717f.
  7. Zu Christoph Prob vgl. Kurt Stuck: Personal der kurpfälzischen Zentralbehörden in Heidelberg 1475–1685 unter besonderer Berücksichtigung der Kanzler (Schriften zur Bevölkerungsgeschichte der pfälzischen Lande), Ludwigshafen 1986, S. 76.
  8. Vgl. auch den Bericht des englischen Gesandten Dr. Valentine Dale († 1589) von einem Treffen mit „Doctor Wyer“; Elizabeth: August 1574. In: Calendar of State Papers Foreign, Elizabeth 10 (1876), S. 537, 553 und 560 (abgerufen am 14. Dezember 2011).
  9. Brief von Kurfürst Friedrich III. an Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel (1532–1592), datiert Heidelberg 17. Mai 1575. In: Guillaume Groen van Prinsterer (Hrsg.): Archives ou correspondance inédite de la maison d’Orange-Nassau, Band I/5 1575–1577, Leiden: S. und J. Luchtmans 1838, S. 200f.
  10. Max Lossen: Der Kölnische Krieg, Band I Vorgeschichte 1561–1581, Gotha: Perthes 1882, S. 273.
  11. Kurpfälzische Aktennotiz, datiert Straßburg 25. September 1575 (MS. P.C. 399). In: G. Groen van Prinsterer (Hrsg.): a. a. O., S. 317f.
  12. Auch Franciscus Averlius Minaeus aus den Ardennen; sein mitreisender Bruder George d’Averly war „Pasteur“.
  13. Alphonse de Ruble: Memoires inedits de Michel de la Huguerye, Bd. I 1570–1577, Paris: Renouard 1877, S. 350f.
  14. Vgl. F. Bezold: a. a. O., Bd. I, S. 261-266.
  15. Später hessen-kasseler Rat, Oberamtmann, Oberst und Kommandant von Ziegenhain.
  16. Vgl. John Casimir's Answer to Sidney's Negotiation vom 8. Mai 1577 in: Elizabeth: May 1577. In: Calendar of State Papers Foreign, Elizabeth 11 (1890), S. 569–587 (abgerufen am 15. Dezember 2011).
  17. Vgl. Johann Nicolaus Anton: Schriftliche Vorstellung des Gesandten der Königin Elisabeth von England, Robert Belus, an dem Kurfürsten August zu Sachsen gegen das Konkordienbuch. In: Christian Wilhelm Schneider (Hrsg.): Bibliothek der Kirchengeschichte 1.2 (1781), S. 204-219, bes. S. 204-206; Jan Nicolaas Bakhuisen van den Brink: Het Convent te Frankfort, 27-28 september 1577, en de Harmonia Confessionum. In: Nederlands Archief voor Kerkgeschiedenis 32 (1841), S. 235-280.
  18. Vgl. Brief von Zuleger an Johann VI. von Nassau-Dillenburg (1536–1606), datiert Hedesheim 9. März 1584. In: F. Bezold: a. a. O., Bd. II, S. 199f.
  19. Vgl. Brief Georg Johann I. an Ernst von Bayern, datiert Stuttgart 28. September 1584. In: Ebenda, S. 232f.
  20. Vgl. Ebenda, S. 407f.
  21. Vgl. Paul Hassel: Ein brandenburgisch-holländisches Bündniß (1594-95). In: Zeitschrift für preußische Geschichte und Landeskunde 5 (1868), S. 504-541, bes. S. 521 und 527f; vgl. den Bericht über seinen Vortrag vor dem Bergischen Geschichtsverein. In: ebenda, S. 205-207, bes. das Zitat S. 206.
  22. Aus Zwolle, Studium in Paris, Mainz, Köln, Basel, 1562 Dr. jur. in Orléans, 1570 Konversion vom Katholizismus zum Luthertum, 1578 kurpfälzischer Hof- und Kirchenrat, seit 1587 zugleich ansbachischer Rat.
  23. a b Vgl. Volker Press: Calvinismus und Territorialstaat. Regierung und Zentralbehörden der Kurpfalz 1559-1619 (Kieler Historische Studien 7) , Stuttgart: Klett 1970, S. 389.
  24. Vgl. Marinus Lodewijk van Deventer: Gedenkstukken van Johan van Oldenbarnevelt en zijn tijd, Bd. II 1593–1602, 's-Gravenhage: Martin Nijhoff 1862, S. 135–137.
  25. Thomas Beer von Lahr: Original-Denkwürdigkeiten eines Zeitgenossen am Hofe Johann Wilhelm's III., Düsseldorf: J. H. C. Schreiner 1834, S. 52–56.
  26. a b c d Vgl. Nicolaas Japikse (Bearb.): Resolutiën der Staten-Generaal van 1576 tot 1609, Bd. IX 1596–1597 (Rijks geschiedkundige publicatiën. Grote serie 62), 's-Gravenhage: Martinus Nijhoff 1926, S. 137, 454, 457, 507, 510 und 561.
  27. Generaale Index op de Registers der Resolutien van de Heeren Staaten van Holland en Westvriesland … 1591 tot … 1599, o. O. 1771, passim.
  28. Auch Peter von Brederode aus ’s-Gravenhage, Sohn des Haager Bürgermeisters Cornelis Sybrantsz. van Brederode, verheiratet seit 1595 mit Marie Guerreau (1569-1636), einer Nichte von Dionysius Gothofredus, 1605 im Namen Moritz' von Oraniens Taufpate von Graf Philipp Moritz von Hanau-Münzenberg (1605-1638), erreichte 1618 die Beteiligung von vier Schweizer Städten an der Dordrechter Synode, 1622 Flucht aus dem Reich, danach Gesandter bei der Eidgenossenschaft; vgl. Robert Feenstra: Pieter Cornelisz. van Brederode (1558[?]-1637) als rechtsgeleerd schrijver. In: Tijdschrift voor Rechtsgeschiedenis 412 (1959), S. 412-468.
  29. „Dietrich Weyer. Joh. Casimir Weyer. Görg Dieterich Weyer. Joh. Ditterich Weyer“; vgl. Wilhelm Havemann: Das Stammbuch von Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg. In: Archiv des Historischen Vereins fur Niedersachsen (1846), S. 98–129, bes. 125 (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen; 8° Cod. Ms. hist. 220 Cim., Bl. 118).
  30. Vgl. W. Havemann: a. a. O..
  31. Pfalz-Zweibrückischer Amtmann in Lichtenberg, 1565 Ober-Amtmann in Kaiserslautern, 1566 auf dem Augsburger Reichstag, später lothringischer Rat, dann Kommandant der Festung Ehrenbreitstein.