Ernst Melchior

Ernst Melchior (* 26. Juni 1920 in Villach, Kärnten; † 5. August 1978 in Rouen, Frankreich) war ein österreichischer Fußballspieler. Der rechte Flügelstürmer galt als einer der erfolgreichsten und populärsten Spieler der frühen österreichischen Nachkriegszeit. Er war insbesondere für seine Schnelligkeit und Geradlinigkeit als Stürmer bekannt.

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Karriere

In Österreich

Ernst Melchior begann seine Fußballkarriere bei seinem Heimatverein Villacher SV. 1946 wurde der Stürmer überraschend von Eduard Bauer für das Länderspiel am 14. April gegen den „Erzrivalen“ Ungarn aufgestellt. Erstmals seit Franz Fuchsberger, der 1936 vom SV Urfahr einberufen wurde, spielte ein Amateur aus den Landesligen in der österreichischen Fußballnationalmannschaft. Ernst Melchior konnte bei seinem Debüt ein Tor zum 3:2-Sieg über die Magyaren beisteuern und erweckte so die Aufmerksamkeit zahlreicher Wiener Profivereine. Dies entwickelte sich zu einem Zweikampf zwischen Rapid und Austria, die beide versuchten Ernst Melchior für sich zu gewinnen.

Im Sommer 1946 kam er schließlich gemeinsam mit seinem weniger bekannten jüngeren Bruder Otto zu den Veilchen, wo er alsbald ein Fixleiberl hatte. In insgesamt 158 Meisterschaftsspielen erzielte Ernst Melchior 122 Tore für die Veilchen und konnte drei Mal österreichischer Meister werden. Hier erhielt er auch seinen wenig einfallsreichen Spitznamen „G’scherter“. In der Nationalmannschaft schoss der Villacher einige wichtige Tore für das Team, sein bekanntestes beim 1:0-Sieg in Glasgow über Schottland. Es handelte sich dabei um den ersten Sieg eines kontinentaleuropäischen Teams über die Schotten in ihrem Land. Weiters traf er auch beim 2:2 in Wembley gegen England neben seinem Klubkollegen Ernst Stojaspal 1951.

In Frankreich

Während der Saison 1953/54 ging er nach Frankreich, wo er als Spieler und Trainer tätig war, und verpasste somit die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1954. Er spielte dort für den FC Rouen, der zwischen 1953 und 1958 aber immer nur einen Mittelfeldplatz in der Division 2 (zweite Liga) belegte. Dies änderte sich auch nicht in der Saison 1958/59, als Ernst Melchior aus der Normandie zum FC Nantes in die Bretagne wechselte. Immerhin hat er es in den sechs französischen Jahren auf 193 Punktspieleinsätze gebracht (158 für Rouen, 35 für Nantes), und ohne seine zahlreichen Tore wären seine Klubs mit Sicherheit in größere Nöte geraten: er traf in der Liga 70 Mal für den FC Rouen und 16 mal für den FC Nantes. Im französischen Pokal stand er im März 1954 mit Rouen im Viertelfinale, musste sich aber dem Erstdivisionär Olympique Marseille mit 2:3 beugen.

Nach Ende seiner aktiven Karriere schlug Melchior die Trainerlaufbahn ein und betreute unter anderem Beşiktaş Istanbul, Fortuna Düsseldorf, den FC Rouen und das Nationalteam Luxemburgs.

1978 starb er, gerade 58-jährig, in seiner französischen Wahlheimat. Im Jahr 2001 wurde in der Wiener Leopoldstadt (2. Bezirk) die Ernst-Melchior-Gasse nach ihm benannt.

Stationen

Erfolge

Siehe auch