Ferry Dusika

Franz "Ferry" Dusika (* 31. März 1908 in Wien; † 12. Februar 1984 ebenda) war ein österreichischer Radrennfahrer.

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Kindheit und Jugend

Ferry Dusika wuchs nach der Scheidung seiner Eltern in einem Waisenhaus auf. Wegen seiner kränklichen Konstitution riet ihm der Arzt vom Radsport ab. Trotzdem begann Dusika seine Karriere als Radrennfahrer beim Wiener Sport-Club. Er fuhr vorzugsweise Sprint auf der Bahn.

Radsportkarriere

Seinen ersten großen internationalen Erfolg errang Dusika 1932 bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften in Rom. Da er bei der nationalen Ausscheidung dem späteren Meister August Schaffer unterlegen war und der Verband nur einem Fahrer die Reise finanzieren konnte, hatte er sich auf eigene Kosten auf den Weg dorthin gemacht. Er belegte den 3. Platz im Sprint der Amateure.

Zwischen 1933 und 1937 errang Dusika zehn österreichische Meistertitel, zudem siegte er bei zahlreichen nationalen und internationalen Rennen, darunter 1934 bei den Großen Preisen in Kopenhagen und Zürich, im Jahr darauf bei jenen von Deutschland und Großbritannien sowie 1935 beim Großen Preis von Europa in Wien. Später wurde er wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen gesperrt, dann aber rehabilitiert, und im Juli 1940 feierte er auf der Wiener Stadionbahn ein erfolgreiches Comeback als Profi.

Nach dem Radsport

Nach der Beendigung seiner aktiven Karriere im Jahr 1942 trat Dusika als Organisator und Sponsor des österreichischen Radsports auf und initiierte unter anderem die "Dusika-Jugendtour". Bereits von 1935 an führte er in der Wiener Fasangasse ein Fahrradgeschäft und zeichnete als Hauptschriftleiter für die Zeitschrift "Ostmark Radsport" verantwortlich. Wegen der Übernahme des Fahrradladens eines jüdischen Mitbürgers geriet Dusika später als "Arisierer" in die Kritik.[1]

Dusika gab mehrere Bücher, teils gemeinsam mit Max Bulla, zum Thema Radsport heraus. Auch gilt er als Pionier der Vollwertkost, die er mit einem Buch (Dicke essen zu wenig) propagierte, das Hademar Bankhofer für ihn als Ghostwriter verfasste. Nach seinem Tode wurde das Wiener Hallenstadion in Ferry-Dusika-Hallenstadion umbenannt. Im Jahr 1993 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Dusikagasse nach ihm benannt.

Sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 119).

Werke

  • Der erfolgreiche Radrennfahrer, 1951
  • Radsporthandbuch, 1952
  • Dicke essen zu wenig, 1982

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Grüne Initiative: Wirtschaftskammer Wien gedenkt der Opfer des Anschlusses 1938 auf ots.at vom 2. Dezember 2008