Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung

FWF Der Wissenschaftsfonds
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Typ Eingerichtete Institution (Forschungs- und Technologieförderungsgesetz FTFG)
Gründung 4. März 1968
Sitz Haus der Forschung, Wien (Österreich)
Personen

Christoph Kratky (Präsident), Dorothea Sturn (Geschäftsführerin)

Schwerpunkt Förderung der Grundlagenforschung
Budget 171,8 Mio. Euro (Bewilligungsvolumen 2010)
Motto Wir stärken die Wissenschaften in Österreich
Website www.fwf.ac.at

Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) – kurz: Wissenschaftsfonds – ist eine gesetzlich (Forschungs- und Technologieförderungsgesetz FTFG) eingerichtete österreichische Institution mit eigener Rechtspersönlichkeit zur Förderung der Grundlagenforschung.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Laut seinem Leitbild ist er allen Wissenschaften in gleicher Weise verpflichtet und orientiert sich in seiner Tätigkeit ausschließlich an den Maßstäben der internationalen Scientific Community. Der FWF wurde 1968 gegründet und befindet sich derzeit im Haus der Forschung in Wien; zuletzt lag sein Bewilligungsvolumen bei 171,8 Mio. Euro (2010). Der FWF wird derzeit von Präsident Christoph Kratky und Geschäftsführerin Dorothea Sturn geleitet.

Geschichte des FWF

Am 25. Oktober 1967 beschloss der österreichische Nationalrat mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ das Forschungsförderungsgesetz (FFG), durch welches zwei Forschungsförderorganisationen mit eigener Rechtspersönlichkeit – der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und der Forschungsförderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft – ins Leben gerufen wurden. Die konstituierende Versammlung des damals noch als FFWF bezeichneten Wissenschaftsfonds fand am 4. März 1968 unter Vorsitz von Bundesministers Theodor Piffl-Percevic im Audienzsaal des Unterrichtsministeriums statt, nachdem die Senate und Fakultäten der elf wissenschaftlichen Hochschulen ihre Vertreter in die Delegiertenversammlung gewählt hatten. Wenige Tage später wurden dem Fonds die Aktiva und Passiva des im Jahre 1960 gegründeten Vereins „Österreichischer Forschungsrat“ übertragen.

Der rechtliche Rahmen, den das FFG 1967 bildete, wurde bis heute zweimal verändert, wovon die wesentlichen Elemente und Prinzipien des FWF jedoch unberührt blieben. 1981 erfuhr das Forschungsförderungsgesetz die erste Novellierung durch das Forschungsorganisationsgesetz (FOG). Für den FWF brachte das Gesetz hauptsächlich eine Neuerung bei der Zusammensetzung seiner Organe. Sowohl die Delegiertenversammlung als auch das Kuratorium wurden um Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Interessensvertretungen erweitert. 2004 erfolgte in Reaktion auf das Universitätsgesetz (UG) 2002 die zweite große Reform, welche die österreichische Forschungsförderungslandschaft umgestaltete. Der FWF wurde reformiert, die im FOG vorgenommene Erweiterung der Gremien wurde im Wesentlichen zurückgenommen. Der FWF erhielt neue Strukturen, strategische und operative Einheiten wurden getrennt. Ein Aufsichtsrat kontrolliert seit dieser Reform die Arbeit des FWF.

Standorte

Zeitraum Adresse
1967-1972 Liebiggasse 5/1, 1010 Wien
1972-1990 Garnisongasse 7/20, 1090 Wien,
1990-2006 Weyringergasse 33-35, 1040 Wien
seit 2006 Haus der Forschung, Sensengasse 1, Wien

Ziele etc.

Das vom Wissenschaftsfonds selbst definierte Leitbild inklusive seiner Ziele und Grundsätze lautet im Wortlaut wie folgt:[1]

Leitbild des FWF
"Wir stärken die Wissenschaften in Österreich"

Mission
Der FWF dient der Weiterentwicklung der Wissenschaften auf hohem internationalem Niveau. Er leistet einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung, zum Ausbau der wissensbasierten Gesellschaft und damit zur Steigerung von Wertschöpfung und Wohlstand in Österreich.

Ziele des FWF

  • Stärkung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit Österreichs im internationalen Vergleich sowie seiner Attraktivität als Wissenschaftsstandort, vor allem durch Förderung von Spitzenforschung einzelner Personen bzw. Teams, aber auch durch Beiträge zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der Forschungsstätten und des Wissenschaftssystems in Österreich.
  • Qualitative und quantitative Ausweitung des Forschungspotentials nach dem Prinzip "Ausbildung durch Forschung".
  • Verstärkte Kommunikation und Ausbau der Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und allen anderen Bereichen des kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens, wobei insbesondere die Akzeptanz von Wissenschaft durch systematische Öffentlichkeitsarbeit gefestigt werden soll.

Grundsätze
  • Exzellenz und Wettbewerb: die Förderungstätigkeit des FWF konzentriert sich auf die dem Erkenntnisgewinn verpflichtete wissenschaftliche Forschung, deren Qualität nach dem Wettbewerbsprinzip durch internationale Begutachtung beurteilt wird.
  • Unabhängigkeit: Kreative Grundlagenforschung benötigt Freiheit. Der FWF sichert Freiräume, die die Wissenschaft vor einem direkten Einfluss von Interessengruppen schützen. Das wird durch die unabhängige Rechtsstellung des FWF gewährleistet.
  • Internationalität: Der FWF orientiert sich an internationalen wissenschaftlichen Standards und unterstützt Kooperationen über nationale Grenzen hinweg.
  • Gleichbehandlung aller Wissenschaften: Der FWF behandelt alle Forscherinnen und Forscher nach den gleichen Grundsätzen ohne Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Wissenschaftsdisziplinen.
  • Transparenz und Fairness: Vermeidung von Interessenskonflikten, Verwirklichung von "Checks and Balances" in allen Verfahrensschritten sowie klare Kommunikation von Arbeitsweise und Entscheidungsfindung sind Eckpunkte, um die Akzeptanz der Arbeit des FWF sicherzustellen.
  • Gender Mainstreaming: Gleichstellung von Frauen und Männern in der Forschung ist dem FWF ein Anliegen, das durch spezifische Programme sowie Gender Mainstreaming in allen Bereichen umgesetzt wird.
  • Chancengleichheit: Förderungsanträge an den FWF werden unabhängig von der Position und/oder dem akademischen Grad der antragstellenden Person beurteilt.
  • Ethische Standards: Der FWF fühlt sich verpflichtet, in seinem Einflussbereich für die Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis und international anerkannter ethischer Standards zu sorgen.“

Organe des FWF[2]

Die Organe des FWF

Präsidium

Das Präsidium koordiniert die Aktivitäten des FWF. Zu seinen Aufgaben gehören die strategische Ausrichtung sowie die Entwicklung und Weiterentwicklung der Förderungsprogramme. Daneben ist das Präsidium Verhandlungspartner für die Entscheidungsträger der österreichischen und europäischen Forschungspolitik, arbeitet mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland zusammen und repräsentiert den FWF auf nationaler und internationaler Ebene. Das Präsidium ist Teil der Delegiertenversammlung sowie des Kuratoriums. Die Vize-Präsidentinnen bzw. Vize-Präsidenten stehen den jeweiligen FWF-Fachabteilungen vor.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat fasst Beschlüsse über den Rechnungsabschluss und den Jahresvoranschlag, die Mehrjahresprogramme sowie die jährlichen Arbeitsprogramme und sanktioniert die Entscheidung des Präsidiums bei der Bestellung bzw. Abberufung der Geschäftsführung. Weiters erstellt er einen Wahlvorschlag für das Präsidentenamt.

Delegiertenversammlung

Die Delegiertenversammlung fasst Beschlüsse über die Geschäftsordnungen für das Präsidium, das Kuratorium sowie für die Delegiertenversammlung, den Jahresbericht und wählt die Präsidentin bzw. den Präsidenten sowie die Vize-Präsidentinnen bzw. Vize-Präsidenten, die Mitglieder des Kuratoriums sowie vier Mitglieder des Aufsichtsrates.

Kuratorium

Das Kuratorium entscheidet über die Förderung von Forschungsvorhaben sowie Änderungen in den Förderungsprogrammen.

Sekretariat

Das Sekretariat wickelt das Tagesgeschäft ab. Das Sekretariat wird von der Geschäftsleitung, bestehend aus Präsidium und Geschäftsführung, geleitet und gliedert sich in drei Bereiche: Fachabteilungen (Biologie und Medizin, Geistes- und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik, Mobilitäts- und Frauenförderung) Strategieabteilungen (Internationale Programme, Nationale Programme, Strategie-Analysen) Serviceabteilungen (Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Revision, IT , Organisation & Personal, Recht & Gremienbetreuung)

Geschäftsleitung

FWF-Präsidenten
Zeitraum Präsident
1967-1972 Hubert Rohracher
1972-1974 Theodor Leipert
1974-1982 Hans Tuppy
1982-1991 Kurt L. Komarek
1991-1994 Helmut Rauch
1994-2003 Arnold Schmidt
2003-2005 Georg Wick
seit 2005 Christoph Kratky
FWF-Geschäftsführer
Zeitraum Geschäftsführer
1970-1978 Carl Kramsall
1978-1990 Raoul F. Kneucker
1990-2003 Eva Glück
2003-2010 Gerhard Kratky
seit 2011 Dorothea Sturn

Das FWF-Verfahren[3]

Alle beim FWF eingereichten Anträge werden einem Peer-Review-Prozess unterzogen, wobei ausschließlich auf Gutachten ausländischer Expertinnen und Experten zurückgegriffen wird. Die Zahl der für eine Entscheidung notwendigen Gutachten hängt dabei in erster Linie von der Antragssumme ab. Diese Gutachten sind die Basis für alle Förderungsentscheidungen. Die Qualität der Forschung und ihre internationale Einbindung soll dadurch gesichert werden. Der FWF ist allen Wissenschaften in gleicher Weise verpflichtet und verwendet keine Quotenregelung, um die Mittelverteilung zwischen den einzelnen Fachgebieten zu steuern. Die durchschnittliche Zeitspanne zwischen dem Einlangen eines Antrags im FWF und der Entscheidung im Kuratorium beträgt vier bis fünf Monate. Das Kuratorium tagt fünfmal pro Jahr.

Förderungsprogramme des FWF

Neues entdecken - Förderung von Spitzenforschung
Talente fördern - Ausbau der Humanressourcen
Ideen umsetzen - Wechselwirkungen Wissenschaft - Gesellschaft

Die Förderungen des Wissenschaftsfonds erfolgen grundsätzlich bottom-up, das bedeutet, es gibt keine thematischen Vorgaben an die Projekte. Die Programme des FWF gliedern sich in drei große Bereiche, welche wiederum in Förderungskategorien bzw. Förderungsprogramme untergliedert sind. Die Förderung selbst ist personenbezogen, die Zielgruppen reichen von einzelnen Personen bis zu Forschungsgruppen.

Förderung von Spitzenforschung
  • Einzelprojektförderung
    • Einzelprojekte
  • Schwerpunkt-Programme
    • Spezialforschungsbereiche (SFBs)
  • Auszeichnungen und Preise
  • Internationale Programme
    • Multilaterale Projektförderung
    • Bilaterale Projektförderung
    • Infrastruktur und Netzwerke
Ausbau der Humanressourcen
  • Doktoratsprogramme
    • Doktoratskollegs (DKs)
  • Internationale Mobilität
  • Karriereentwicklung für Wissenschafterinnen
Wechselwirkungen Wissenschaft – Gesellschaft
  • Förderung anwendungsorientierter Grundlagenforschung
    • Translational-Research-Programm
    • Ausschreibung "Klinische Forschung"
  • Förderung künstlerischer Forschung
    • Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK)
  • Publikations- und Kommunikationsförderung
    • Selbstständige Publikationen
    • Übersetzung und Fremdsprachenlektorat von Selbstständigen Publikationen
    • Referierte Publikationen

Zahlen & Fakten[4]

Im Jahr 2010 wurden insgesamt 2.037 Anträge auf Förderung von wissenschaftlichen Projekten im FWF-Kuratorium behandelt. Bei den Schwerpunkt-Programmen bzw. den Doktoratskollegs gingen 40 Konzeptanträge ein. Das Antragsvolumen im Jahr 2010 lag bei rund 587 Mio. Euro. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Anzahl der entschiedenen Projekte verdoppelt. Auf der Bewilligungsseite sank die Bewilligungsquote (nach Anzahl) von über 50 % auf rund 32 %. Aus „Gender-Mainstreaming“-Sicht lagen mit 32,3 % Bewilligungsquote (nach Anzahl) Wissenschafterinnen und Wissenschafter gleichauf.

In Bezug auf die Verwendung der Mittel innerhalb der Programme wurden 78,4 % der bewilligten FWF-Mittel direkt für Personalkosten eingesetzt. Zum 31. Dezember 2010 hatte der FWF 3.405 in der Wissenschaft tätige Personen auf seiner „Payroll“ stehen. Dieser Wert hat sich seit dem Jahr 2000 in etwa verdoppelt. Die „stärksten“ Altersstufen bei Graduierten und Postdocs sind die 26- bis 30-Jährigen. Der Anteil von Frauen, die in FWF-Projekten beschäftigt sind, lag bei 45 %.

Die internationale Begutachtung der Projektanträge („Peer-Review-Verfahren“) ist das Herzstück der vom FWF propagierten „Qualitätssicherung Marke FWF“. Der FWF lässt seit der Jahrtausendwende grundsätzlich nur ausländische Gutachten für die inhaltliche Würdigung der Anträge zu. Im Jahr 2010 stammten die insgesamt 4.606 FWF-Gutachten aus 57 Nationen, 890 wurden von Wissenschafterinnen verfasst. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer zwischen Einreichung und Entscheidung bei FWF-Programmen mit laufender Einreichfrist lag 2010 bei 4,4 Monaten.

Der FWF behandelt gemäß seinem Leitbild alle Forscherinnen und Forscher nach den gleichen Grundsätzen ohne Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Wissenschaftsdisziplinen. Die Zuteilung der bewilligten Projekte zu den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen erfolgt in der Phase der Antragstellung durch die jeweiligen Wissenschafterinnen bzw. Wissenschaftlern nach der Systematik der Statistik Austria. Auf höher aggregierter Ebene kann man drei Bereiche benennen:

  • Life Sciences, bestehend aus Humanmedizin, Veterinärmedizin und Biologie;
  • Naturwissenschaft und Technik, bestehend aus Naturwissenschaften (ohne Biologie), Land- und Forstwirtschaft (ohne Veterinärmedizin) sowie Technische Wissenschaften;
  • Geistes- und Sozialwissenschaften.

Im Jahr 2010 flossen über den FWF 69,8 Mio. Euro bzw. 40,7 % in den Bereich der Life Sciences (Durchschnittswert 2005-2009: 37,6 %), 68,3 Mio. Euro bzw. 39,8 % in den Bereich Naturwissenschaft und Technik (Durchschnittswert 2005-2009: 42,7 %) sowie 33,6 Mio. Euro bzw. 19,6 % in den Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften (Durchschnittswert 2005-2009: 19,8 %).

Projektdatenbank

Über die Projektdatenbank des FWF können Informationen zu sämtlichen geförderten Projekten seit dem Jahr 2000 online abgerufen werden. Neben den Koordinaten der Projektleiterin bzw. des Projektleiters findet sich eine Kurzfassung zum geförderten Projekt. Die verschiedenen Suchmasken bieten diverse Suchmöglichkeiten innerhalb der Projektdatenbank an.

info-Magazin

„info“ ist das Wissenschaftsmagazin des FWF. Es erscheint viermal im Jahr bei einer Auflage von rund 10.000 Stück bzw. einer online verfügbaren Ausgabe. Das FWF info berichtet über Neuigkeiten aus der (wissenschaftspolitischen) Welt der Grundlagenforschung. Das info erschien erstmals 1991 als Mitarbeiterzeitschrift, und wurde nach einer kurzzeitigen Unterbrechung Anfang 2000 im Jahr 2001 einem ersten Relaunch unterzogen. Im Jahr 2008 erfolgte ein substantieller Um- und Ausbau, ein gestalterischer und inhaltlicher Relaunch machte das info zu dem Wissenschaftsmagazin in seiner derzeitigen Form.

Internationale Aktivitäten[5]

  • EUROHORCs: FWF-Präsident Christoph Kratky ist Mitglied der European Heads of Research Councils (EUROHORC s), bestehend aus den Präsidentinnen und Präsidenten von Forschungsförderungsorganisationen aus 24 europäischen Staaten.
  • European Science Foundation (ESF): Österreich ist in der ESF durch den FWF und die ÖAW vertreten. Österreichischer Vertreter im Governing Board ist FWF-Präsident Christoph Kratky.
  • European Research Council (ERC): Von den 27 in Österreich forschenden Starting Grantees (Stand: März 2011) waren acht Forschende bereits vorher im START-Programm des FWF erfolgreich. Der FWF stellt im Programmkomitee des ERC einen der nationalen Experten, die Betreuung der österreichischen Scientific Community wird in Kooperation des FWF mit der FFG durchgeführt.
  • ERA-Net-Schema der EU: Der FWF ist im Bereich der ERA-Nets engagiert, einer Initiative der Europäischen Kommission mit dem Ziel einer verbesserten Koordinierung der nationalen Forschungs- und Finanzierungsaktivitäten. 2010 gab es mit der Beteiligung an CHIST -ERA (Informations- und Kommunikationswissenschaften), E-RARE-2 (Seltene Erkrankungen) sowie TRANSCAN (translationale Krebsforschung) neuen Initiativen. Insgesamt war der FWF bisher an 15 ERANet-Initiativen beteiligt.
  • EU Joint Programming: Joint Programming bezeichnet eine Initiative der Europäischen Kommission zur gemeinsamen Bewältigung der großen europäischen und globalen Herausforderungen („Grand Challenges“). Der FWF ist in die österreichischen Aktivitäten unter der Federführung von BMWF und BMVIT eingebunden und erstellte Potenzialanalysen für die bislang ausgewählten Themengebiete.
  • Multilaterale Aktivitäten: Unter multilaterale Projektförderung fallen alle im Rahmen transnationaler, zumeist thematischer Ausschreibungen geförderten Projekte mit zumindest drei beteiligten Ländern. Charakteristikum ist die zentrale Einreichung und Begutachtung auf Basis der von den beteiligten Förderungsorganisationen gemeinsam ausgearbeiteten Rahmenbedingungen. Im Jahr 2010 beteiligte sich der FWF an zehn multilateralen Programmen im Rahmen von ESF-EUROCORES und ERANet-Ausschreibungen. Über eine finanzielle Beteiligung am International Continental Drilling Programme (ICDP) sowie am European Consortium for Ocean Research Drilling (ECORD) wird österreichischen Forscherinnen und Forscher Zugang zu diesen transnational finanzierten Forschungsinfrastrukturen ermöglicht.
  • Bilaterale Aktivitäten: Im Rahmen der traditionell engen Zusammenarbeit der Förderungsorganisationen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (DACH – DFG, FWF, SNF) wurde 2008 das „Lead-Agency-Verfahren“ initiiert. Es sieht zur rascheren und einfacheren Bearbeitung länderübergreifender Projekte die Zuständigkeit bei der jeweils projekthauptverorteten Organisation. Im Jahr 2010 schloss der FWF Lead-Agency-Abkommen mit Slowenien und Frankreich ab. Im Rahmen eines Abkommens zwischen dem FWF und dem China Scholarship Council (CSC) können chinesische Doktoratsstudentinnen und -studenten in Österreich tätig sein.

Dienstleistungsgeschäft

[6] Seine Expertise in der Durchführung von Begutachtungsverfahren wird vom FWF auch als Dienstleistung angeboten. Das Leistungsangebot reicht von der Auswahl wissenschaftlicher Expertinnen und Experten für Begutachtungen, der Evaluierung von Personen, Projekten und Programmen bis zum umfassenden Programm-Management im Wege einer Beauftragung sowie der Durchführung von wissenschaftlichen Evaluationen von Institutionen.

Links

Einzelnachweise

  1. http://www.fwf.ac.at/de/portrait/portrait.html
  2. http://www.fwf.ac.at/de/portrait/organisation.html
  3. http://www.fwf.ac.at/de/projects/entscheidungsverfahren/fwf-entscheidungsverfahren.pdf
  4. http://www.fwf.ac.at/de/public_relations/publikationen/jahresberichte/fwf-jahresbericht-2010.pdf
  5. http://www.fwf.ac.at/de/internationales/index.html
  6. http://www.fwf.ac.at/de/dienstleistungen/index.html