Frank Egharevba



Frank Egharevba
Spielerinformationen
Geburtstag 15. Dezember 1985
Geburtsort Benin CityNigeria
Größe 183 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend

2003–2004
SK Rapid Wien
Karpaty Lwiw
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2004–2005
2005
2005–2006
2006–2007
2007–2008
2008–2009
2008–2009
2009
2009–2010
2010–2011
2011–2012
2012–
Tomasovia Tomaszów Lubelski
Widzew Łódź (Leihe)
Śląsk Wrocław
FC Naters
SK Schwadorf
FC Admira Wacker Mödling II
FC Admira Wacker Mödling
FC Naters (Leihe)
FK Javor Ivanjica
SC Austria Lustenau
FC Naters
FC Solothurn
 ? (13)
4 0(0)
9 0(2)
26 (16)
24 0(9)
8 0(5)
4 0(0)
14 0(7)
13 0(1)
26 0(5)
23 (13)
4 0(1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 1. September 2012

Frank Egharevba (* 15. Dezember 1985 in Benin City) ist ein nigerianisch-österreichischer Fußballspieler. Derzeit steht er beim Schweizer Drittligisten FC Solothurn unter Vertrag.

Der Stürmer gilt als talentiert, schaffte jedoch aufgrund vorwiegend disziplinärer Aussetzer, bisher nicht den endgültigen Durchbruch im Profifußball.

Inhaltsverzeichnis

Vereinskarriere

Geboren 1985 in Nigeria, kam Egharevba mit seiner Familie im Jahre 1991 nach Österreich.[1] Dort spielte er in der Jugend unter anderem für den SK Rapid Wien,[2] ehe er 2003 den Sprung ins Ausland zum ukrainischen Verein Karpaty Lwiw wagte.

Nach einem Jahr bei Karpaty, in dem er den Durchbruch nicht schaffte und lediglich in der Jugend und B-Mannschaft des Vereins zum Einsatz kam, wurde er an das Lwiw benachbarte Tomaszów Lubelski an Tomasovia abgegeben. Beim damaligen polnischen Viertligisten konnte er sich daraufhin durchsetzen und erzielte in der Hinrunde der Spielzeit 2004/05 zehn Tore.[3] In Folge scheiterte ein Wechsel zum damaligen polnischen Erstligisten Górnik Zabrze knapp,[3] ehe er für ein halbes Jahr mit Kaufoption an den Traditionsverein Widzew Łódź in die zweite polnische Liga verliehen wurde.[4]

Der Wechsel zu Widzew stellte sich daraufhin als beidseitiges Missverständnis heraus. Egharevba schaffte es nicht sich in der Mannschaft zu integrieren und wurde unter anderem von den eigenen Fans rassistisch angefeindet.[5][2] Insgesamt kam er auf lediglich vier Ligaeinsätze ohne Torerfolg und drei Einsätzen im Aufstiegsplayoff mit einem Tor. Am Ende der Spielzeit zog Widzew daraufhin nicht die Kaufoption und Egharevba wechselte zurück zu Tomasovia.

In Folge schoss er in der Herbstsaison der Spielzeit 2005/2006 noch drei Tore für Tomasovia, ehe er sich verletzte und zur Behandlung nach Österreich zurückkehrte.[6] Im Dezember 2005 lief daraufhin sein Vertrag aus, woraufhin er vom damaligen polnischen Zweitligisten Śląsk Wrocław getestet und in Folge verpflichtet wurde.[7]

Mit sieben Toren in elf Vorbereitunsspielen startete er daraufhin furius in sein Engagement bei Śląsk.[2] In Folge kam er bis zum Mai 2006 in neun Ligaspielen zum Einsatz und konnte dabei zwei Tore erzielen, ehe eine Kontroverse mit seinem Teamkollegen Tomasz Rudolf seine Karriere in Polen vorzeitig beendete.

Skandal bei Śląsk

Seit seinem Wechsel zu Śląsk lebte Egharevba zusammen mit Rudolf in einer vom Verein zur Verfügung gestellten Wohnung. Kurz vor dem Heimspiel gegen Radomiak Radom kam es in der Wohnung zwischen den beiden Teamkollegen zu einem handfesten Streit samt körperlicher Gewaltausübung, woraufhin Rudolf mit einem Schädelbruch in ein Krankenhaus musste und Egharevba von der örtlichen Polizei festgenommen wurde.[8] Rudolf erhob daraufhin schwere Vorwürfe gegen Egharevba, unter anderem er hätte ihn mit einem Messer verfolgt und ihn mit dem Umbringen bedroht.[9] Zunächst stellte sich die Vereinsleitung hinter Egharevba, da er als eine der Zukunftshoffnungen im Verein galt. Nachdem sich ein Großteil der Mannschaft jedoch gegen einen Verbleib des Spielers aussprach, wurde er aus seinem Vertrag entlassen.[9] Im Verlauf der Kontroverse stellte sich heraus, dass Egharevba bereits zuvor mit einigen Mannschaftskameraden, darunter auch Rudolf, in Streit geraten war. Die Mannschaftsführung ignorierte diese Tatsache jedoch und ließ beide trotzdem weiter in einer Wohnung zusammenleben.[9] Noch während des laufenden Verfahrens wegen schwerer Körperverletzung gegen ihn, verließ Egharevba daraufhin Polen und wechselte in die Schweiz zum Drittligisten FC Naters.[10]

Beim von Spielertrainer Dejan Marković betreuten Verein avancierte er daraufhin zur Schlüsselfigur der Mannschaft. Obwohl er erst ab der fünften Runde spielberechtigt war,[11] schoss er in 26 Einsätzen 16 Tore und belegte damit den dritten Rang der Torschützenliste.

Zur Spielzeit 2006/07 kam er über Vermittlung von Vladimir Jugović als einer von nur wenigen unetablierten Spieler zum damaligen Finanzkrösus der österreichischen Erste Liga, dem SK Schwadorf. Im Schwadorfer Kader mit Spielern wie Marek Kincl, Jozef Valachovič, Anton Ehmann, Roman Mählich, Michael Wagner oder Marcus Pürk, wurde der damals in Österreich trotz seiner Staatsbürgerschaft praktisch unbekannte Egharevba von den Medien lediglich als Randerscheinung wahrgenommen und in der Berichterstattung fast gänzlich ignoriert. Nach einem Fehlstart mit zwei Auftaktniederlagen und dem Trainerwechsel von Attila Sekerlioglu zu Bernd Krauss, erlangte Egharevba bereits früh in der Saison überraschend einen Stammplatz und entwickelte sich zum einzigen Lichtblick einer zum Teil inferioren Schwadorfer Mannschaft. Während die Großverdiener wie Kincl oder Bojan Filipović enttäuschten, brachte er es mit 18 Einsätzen zum meisteingesetzten Spieler bzw. mit acht Toren zum führenden der internen Klubtorschützenliste. In der Winterpause sorgte er daraufhin für einen kleinen Eklat, als er auf eigene Faust seinen Urlaub in Nigeria antrat, anstatt eine zuvor zugezogene Adduktorenverletzung behandeln zu lassen. Als er mit der unbehandelten Verletzung aus dem Urlaub zurückkehrte, musste er die gesamte Vorbereitung aufgrund seiner Rekonvaleszenz aussetzen und fiel dabei beim neubestellten Trainer Heinz Peischl in Ungnade. Kurz vor Urlaubsbeginn hatte Präsident Richard Trenkwalder noch die Option auf eine Verlängerung seines Vertrags bis zum Sommer 2010 gezogen.[12] Nach ausgestandener Verletzung hatte er seinen Stammplatz verloren und kam bis zum Saisonende nur mehr sechs Mal zum Einsatz.

Trotzdem war er nach der Fusion zwischen Schwadorf und der Admira zum neubenannten FC Admira Wacker Mödling einer der wenigen Schwadorfer Spieler, die auch zum neuen Verein mitgenommen wurden. Unter Peischl kam er daraufhin in den ersten vier Saisonspielen auch beim neuen Verein zum Einsatz, ehe dieser durch Walter Schachner ersetzt wurde. Dieser legte auf Egharevba keinen Wert mehr und verbannte ihn in die in der Regionalliga Ost beheimateten zweiten Mannschaft. Nach fünf Toren in acht Spielen bis zur Winterpause drängte Egharevba von sich aus auf Leihbasis zurück zum FC Naters wechseln zu können, was die Admira zuließ.[13][14]

Zurück in Naters konnte er an frühere starke Leistungen anknüpfen und belegte mit sieben Toren in 14 Saisoneinsätzen nach einem halben Jahr sogar noch Platz zwei in der klubinternen Torschützenliste. Naters verpasste mit Platz zehn jedoch deutlich den Aufstieg in die Challenge League, woraufhin er wieder zur Admira zurückkehrte. In Folge wurde sein Vertrag in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst und Egharevba wechselte in die serbische Super Liga zum FK Habitpharm Javor Ivanjica. Nach einem halben Jahr mit lediglich einem Torerfolg wurde jedoch auch bei Javor sein Vertrag vorzeitig aufgelöst.

Nach einem halben Jahr Vereinslosigkeit unterschrieb er beim österreichischen Zweitligisten SC Austria Lustenau.[15] Kurz nach Vertragsunterzeichnung drohte der Wechsel doch noch zu scheitern, da Egharevba Anzeichen von Gelbsucht zeigte, was jedoch nach einer ärztlichen Untersuchung ausgeräumt werden konnte.[16] Am vierten Spieltag beim 4:0-Heimsieg gegen den SKN St. Pölten erzielte er daraufhin sein erstes Tor für Lustenau.[17]

Nationalmannschaft

Theoretisch für Österreich und Nigeria spielberechtigt, gab es bisher nur seitens seines Geburtslandes Interesse den Spieler in eine Nationalmannschaft einzuberufen. Egharevba selbst zeigte auch seine deutliche Bereitschaft für Nigeria aufzulaufen,[18] wurde jedoch bisher nicht einberufen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Täglicher Rassismus, profil 34/96 vom 19. August 1996 Seite 32
  2. a b c Mówi Frank Egharevba - Kibice mnie polubią (polnisch) wroclaw.gazeta.pl, abgerufen am 29. September 2010
  3. a b Frank Egharevba nie dla Górnika? (polnisch) ekstraklasa.net, abgerufen am 29. September 2010
  4. Frank Egharevba graczem Widzewa (polnisch) lodz.gazeta.pl, abgerufen am 29. September 2010
  5. Rasistowskie okrzyki na meczu w Kielcach (polnisch) sport.pl, abgerufen am 29. September 2010
  6. Egharevba na testach w Śląsku (polnisch) widzewiak.com, abgerufen am 29. September 2010
  7. Nigeryjczyk Egharevba trenuje w Śląsku (polnisch) wroclaw.gazeta.pl, abgerufen am 29. September 2010
  8. Pobili się dwaj piłkarze Śląska (polnisch) wroclaw.gazeta.pl, abgerufen am 29. September 2010
  9. a b c Rudolf: Krzyczał, że mnie zabije (polnisch) wroclaw.gazeta.pl, abgerufen am 29. September 2010
  10. Egharevba poszukiwany przez policję (polnisch) wroclaw.gazeta.pl, abgerufen am 29. September 2010
  11. Der FC Naters nach der Vorrunde 2006/2007 „Ziel knapp verpasst“ rz-online.ch, abgerufen am 29. September 2010
  12. Ja zu Afrika, Nein zur Therapie - jetzt hat Egharevba Schwadorfs Schwarzen Peter, Kronen Zeitung vom 8. Februar 2008 Seite: 69
  13. Admira spricht Steirisch - nur Frank ist nicht dabei, Kronen Zeitung vom 16. Februar 2009 Seite: 58
  14. Egharevba wird an FC Naters verliehen trenkwalder-admira.com, abgerufen am 29. September 2010
  15. Austria Lustenau verstärkt sich mit Frank Egharevba vol.at, abgerufen am 29. September 2010
  16. Frank Egharevba - willkommen bei der Austria austria-lustenau.info, abgerufen am 29. September 2010
  17. Klarer Erfolg gegen St. Pölten sport.orf.at, abgerufen am 29. September 2010
  18. I'm Available for Siasia-Egharevba (englisch) allafrica.com, abgerufen am 29. September 2010