Fred Hennings

Fred Hennings (* 26. Januar 1895 in Klagenfurt als Franz von Papen-Pawlowski; † 22. November 1981 in Wien) war ein österreichischer Schauspieler und Autor. Von 1923 bis 1971 war er am Wiener Burgtheater tätig, ab 1963 als Ehrenmitglied.

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Leben

Hennings absolvierte das Gymnasium und war anschließen Offizier bei der K.u.k. Armee. Seit 1923 war er Heldendarsteller am Wiener Burgtheater. Im Juni 1933 trat er der in Österreich verbotenen NSDAP bei[1] Ebenso gehörte er der illegalen SA-Brigade 6 an.[2] 1936 spielte Hennings an der Seite von Magda Schneider, Willy Eichberger und Hilde von Stolz eine tragende Rolle in dem Filmdrama Der Weg des Herzens, Originaltitel in Österreich Prater.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich und dem „Anschluss“ versicherte er „als führende(r) Nazi unter den Solisten“ dem aus Deutschland emigrierten Regisseur Carl Ebert, bei dem er Cassius in Shakespeares Julius Caesar probte, „daß er schon den Betrieb fest in der Hand habe, daß in der Nacht alle wichtigen Entscheidungen getroffen worden seien u. daß er für eine humane Behandlung der ‚armen Juden etc.‘ am Burgtheater sich verbürge“.[3] Trotz dieser Versicherung wurden vorauseilend am 11. März 1938 und in den Folgetagen verschiedene Ensemblemitglieder und Angestellte des Burgtheaters „beurlaubt“ und ihre Bezüge gestrichen.[4]

Während der Kriegszeit profilierte sich Hennings zwar als Anhänger der NSDAP, ohne sich aber durch persönlich verwerfiches Verhalten zu diskreditieren.

Hennings war ein kenntnisreicher Sammler von Viennensia - seine Sammlung von etwa 16.000 Fotos Wiener Häuser ist heute Teil des Bildarchives der österreichischen Nationalbibliothek. Als kulturgeschichtlicher Autor war Hennings vor allem mit seinen Bänden über die Ringstraßenära erfolgreich.

In seinem Alter fand er zur katholischen Kirche zurück und pflegte enge Beziehungen zu einigen Mitbrüdern im Stift Heiligenkreuz. Er wurde in Heiligenkreuz bestattet.[5]

Werke

  • Zweimal Burgtheater, 1955
  • Und sitzet zur linken Hand, 1962
  • Ringstraßen-Symphonie, 3 Bände, 1963/64
  • Das barocke Wien, 2 Bände, 1965
  • Das josephinische Wien, 1966
  • Solange er lebt, 5 Bände, 1968–71
  • Mir gefällt das Altsein, 1971
  • Heimat Burgtheater, 3 Bände, 1972–74

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Oliver Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet. Künstlereliten im Dritten Reich, Österreichischer Bundesverlag Wien, 1991, S. 56.
  2. Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet, S. 158.
  3. Vollständiges Zitat aus Eberts Memoiren bei Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet, S. 154.
  4. Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet, S. 154.
  5. Werner Richter, Historia Sanctae Crucis, Heiligenkreuz 2011, S. 443-444.