Der Weg des Herzens

Filmdaten
Deutscher Titel Der Weg des Herzens
Originaltitel Prater
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1936
Länge 80 Minuten
Altersfreigabe FSK Jugendverbot
Stab
Regie Willy Schmidt-Gentner
Drehbuch Johann Berthold
Produktion Ottmar Ostermayr
Musik Willy Schmidt-Gentner
Kamera Reimar Kuntze
Schnitt Hilde Grebner
Besetzung

Der Weg des Herzens ist ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 1936 unter der Regie von Willy Schmidt-Gentner. Magda Schneider, Willy Eichberger und Hilde von Stolz spielen die Hauptrollen. Der österreichische Originaltitel lautet Prater.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Im Wiener Prater geht es mal wieder hoch her. Auch Fred, ein junger Maler, und sein Freund Nicki, seines Zeichens Volksmusiksänger, schlendern über die Anlage und machen Halt vor einer Zauberbude, weil die junge Assistentin des Zauberkünstlers ihnen ausnehmend gut gefällt. Sie lassen sich animieren, seine Vorstellung zu besuchen und werden Zeuge, wie etliche Zaubertricks daneben gehen und daran ist ausgerechnet Tini, so heißt die Assistentin des Zauberers, schuld. Der Meister ist mehr als erbost und entlässt seine Gehilfin umgehend. Fred und Nicki, die das Geschehen mitbekommen haben, kümmern sich sofort um die verzweifelte junge Dame. Nicki hat noch einen Auftritt, aber Fred setzt alles daran, Tini auf andere Gedanken zu bringen und sucht mit ihr die verschiedensten Schaubuden auf, um sie von ihren trüben Gedanken abzulenken. Und tatsächlich gelingt es ihm, Tini positiv zu beeinflussen, sie singt sogar leise ein soeben gehörtes Lied nach: „Schenk’ mir von dir ein Photo! Schreib mir was liebes drauf! Und dieses süße Photo, heb’ ich mir ewig auf!“

Als beide bei ihrem Bummel im Prater Freds Schwester Valerie mit ihrem Freund, Baron Castelli, begegnen, merkt man Fred an, wie unangenehm ihm das ist. Er hat Probleme damit, dass seine Schwester zusammen mit dem Baron einen sogenannten Spielsalon betreibt über den gemunkelt wird, dass es dort nicht gerade ehrlich zugehe. Valerie wiederum bemerkt zu ihrem großen Missfallen, dass ihr Freund sich auffallend für Tini interessiert. Die Situation spitzt sich nur deshalb nicht weiter zu, weil sie der exotischen Tänzerin Lilo in Begleitung ihres Verehrers, eines schwerreichen Kommerzialrats, begegnen.

Tinis und Freds Bindung wird immer enger und so zieht Tini in eine kleine Dachkammer neben Freds Atelier. Mit Nickis Hilfe will Fred auf einem Künstlerfest seine Bilder an den Mann (oder auch die Frau) bringen. Leider findet sich niemand, der an seinen Werken Interesse hat. Ein Bild von Tini findet allerdings die Aufmerksamkeit von Baron Castelli. Als er fast schon 300 Schilling dafür auf den Tisch geblättert hat, kommt Valerie dazwischen und aus dem Kauf wird nichts. Auch der folgende Tag bringt nichts Gutes. Fred ist seiner Wirtin schon lange einen größeren Mietbetrag schuldig und als sie auch noch mitbekommt, dass Fred Tini bei sich aufgenommen hat, stellt sie ihm ein Ultimatum. Entweder er bezahlt seine Mietschulden umgehend, sei ihm das aber nicht möglich, müsse zumindest Tini auf der Stelle das Haus verlassen. Nun ist guter Rat teuer, Tini fasst den Plan, Fred Schwester Valerie, die in ausgezeichneten Verhältnissen lebt, um Hilfe zu bitten. Sie platzt mitten in einen Streit zwischen Valerie und ihrem Freund, Baron Castelli, hinein. Die erboste Valerie macht ihm heftigsten Vorwürfe, dass er sich auffallend für andere Frauen interessiere. Da kommt ihr Tini gerade recht. Tinis Besuch endet damit, dass er ihr nichts gebracht hat, außer einem heftigen Disput mit Valerie. Als sie aus dem Haus tritt, trifft sie auf den Baron, der ihr weismacht, ihr helfen zu wollen. Er will sie mit jemanden zusammenbringen, der sich für Kunst, insbesondere für Bilder interessiere. Seinen Vorschlag, ein neues Kleid für Tini in einem teuren Modesalon zu kaufen, begründet er damit, dass Tini doch entsprechend auftreten müsse, um mit dem Kunstliebhaber zu verhandeln. Aber erst einmal fährt er nach dem Kauf des Kleides mit Tini in den Prater. Auch Fred ist nicht untätig geblieben und versucht den Betrag für die ausstehende Miete dadurch zu erzielen, dass er in Gartenlokalen seine Dienste als Schnellzeichner anbietet. Als er Tini im Auto vorbeifahren sieht, will er dem Wagen folgen, wird aber von einem Kriminalbeamten festgehalten und mit auf’s Kommissariat genommen.

Tini zieht derweil mit dem Baron von einem Lokal ins andere, weil der feine Herr ihr erzählt, dass man in einem der Lokale sicher auf Fred treffen werde. Trotz des vielen Alkohols, den sie im Laufe des Abends zu sich nimmt, geht Tini auf keinen der Annäherungsversuche des Barons ein. Bei einem erneuten Lokalwechsel wird der Baron mit einem Haftbefehl konfrontiert, setzt seinem Leben aber ein Ende, bevor er noch abgeführt werden kann.

Als Tini und Fred spätabends aufeinandertreffen, ist Fred infolge seiner Verhaftung und weil er Tini in einem neuen Kleid und stark beschwipst antrifft, stark ungehalten und überschüttet sie mit Vorwürfen, um sie dann allein im Prater zurückzulassen. Tini ist verzweifelt und irrt ziellos durch die dunkle Nacht. Als der Morgen schon graut, hat sie den Entschluss gefasst, ihrem Leben in der Donau ein Ende zu setzen. Zum Glück wird sie im letzten Moment gerettet. Glücklich schließt der ins Spital geeilte Fred sie in seine Arme.

Produktionsnotizen

Die Dreharbeiten begannen Anfang Mai 1936. Die Uraufführung des Films fand am 11. September 1936 in Wien statt. Die Erstaufführung in Deutschland war am 4. August 1937 im Atrium in Berlin.

Der Film wurde am 22. Juli 1937 (B.45803) mit einem Jugendverbot belegt. In Österreich wurde am 20. November 1936 (B.44013) ebenfalls ein Verbot ausgesprochen.

Produktionsfirma war die Mondial-Film, Mondial Internationale Filmindustrie AG (Wien), für den Kinoverleih in Deutschland war die Siegel-Monopolfilm zuständig. Hans Grimm war für den Ton zuständig, Julius von Borsody für die Bauten.

Die Musiktitel des Films heißen "Liebe ist mein Schicksal" und "Schenk' mir von Dir ein Foto"

Weblinks

Einzelnachweise