Fritz Fröhlich (Maler)

Fritz Fröhlich (* 13. Mai 1910 in Linz; † 19. November 2001) war ein österreichischer Maler.

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Leben

Fritz Fröhlich stammt aus einer Eisenbahnerfamilie und besuchte die Volksschule am Dürnberg bei Ottensheim. 1940 wurde Fritz Fröhlich zur Wehrmacht eingezogen und rückte in die Kaserne Kagran ein.

1941 heiratete er seine Frau Beatrix, geborene Weißgärber. Er wurde im Frühsommer desselben Jahres an die Front in Südosteuropa, ans Schwarze Meer verlegt und floh 1945 vor der amerikanischen Kriegsgefangenschaft. 1958 wurde ihm der Berufstitel Professor verliehen. Am 19. November 2001 starb Fritz Fröhlich an den Folgen eines Sturzes.

Ausbildung und künstlerisches Wirken

Zwischen 1929 und 1937 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Wilhelm Dachauer und Ferdinand Andri. 1937 beteiligte er sich an der Ausstellung „Österreichische Kunst der Gegenwart“ in der ehemaligen Südbahnhalle in Linz und begann als freischaffender Künstler zu arbeiten. Bereits 1938 wurde seine künstlerische Entwicklung durch eine Atelierbrand am Dürnberg bei Ottensheim unterbrochen. Alle Jugendarbeiten – mit Ausnahme einiger ausgelagerter Arbeiten – wurden vernichtet.

Ab 1946 begann Fritz Fröhlich mit unterschiedlichen künstlerischen Experimenten. Seine Arbeit war zunächst nachhaltig durch seine Kriegserlebnisse beeinflusst. Der Besuch der Picasso-Ausstellung in München im Jahr 1952 gab den Ausschlag für seine Hinwendung zum analytischen Kubismus unter Beibehaltung des Gegenständlichen. 1956 erhielt er den Auftrag vom Stift Engelszell für eines seiner bekanntesten Werke, die Freskierung der Langhauswölbung „Die neun Engelchöre“.

Seine erste Italienreise führte ihn in die Toskana. Außerdem begann er die Arbeit am Fresko „Mythos von Orpheus“ im Linzer Landestheater.

Eine Spanienreise im Jahr 1961 war Anlass für Fröhlichs Auseinandersetzung mit der maurischen Kultur und mit der historischen Persönlichkeit Karls V..

Im Jahr 1965 begann Fritz Fröhlich mit der Freskierung der von Fritz Goffitzer erbauten Linzer Synagoge unter dem Titel „Die zwölf Stämme Israels“. 1968 wurde die Synagoge durch Oberrabiner Akiba Eisenberg eingeweiht.

1993 begann er mit der Arbeit im Festsaal des Stiftes Wilhering am Deckenfresko „Das Narrenschiff“. Der Festsaal wurde 1995 wieder eröffnet.

Im Jahr 2000 wurde anlässlich seines 90. Geburtstags im Linzer Stadtmuseum Nordico eine große Retrospektive gezeigt.

Sgraffitodarstellungen in den Feldern der Sonnenuhr des Linzer Landhausturmes von Fritz Fröhlich

Werke

Neben Bildern, Pastellarbeiten, Guckkästen und Skulpturen auch Freskenarbeiten u.a. in:

  • Stift Engelszell: Freskierung der Langhauswölbung Die neun Engelchöre
  • Freskierung der von Fritz Goffitzer erbauten Linzer Synagoge: Die zwölf Stämme Israels
  • Deckenfresko im Festsaal des Stiftes Wilhering: Das Narrenschiff
  • Reliefbild und Deckenfresko in der Volksschule Gunskirchen

Publikationen

  • Fritz Fröhlich. Neue Galerie, Linz.
  • Confessio Jeremiae. Mappenwerk, Scripta.
  • Mein Weg als Maler. OÖ. Kunstverein.
  • Fritz Fröhlich oder die Kunst am Lande. Nordico, Linz.
  • Werkverzeichnis I. City Galerie, Linz.

Auszeichnungen

1937 österreichischen Staatspreis. Er erhielt diesen Preis noch zweimal 1947 und 1948. 1983 Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und Preise bei Ausschreibungen. 1983 Eröffnung der Fritz-Fröhlich-Sammlung im Stift Wilhering eröffnet. 1989 Alfred-Kubin-Preis des Landes Oberösterreich. 1995 Kulturmedaille des Landes Oberösterreich. 2000 Große Goldene Ehrenzeichen der Stadt Linz (erstmalige Verleihung dieser Ehrung) 2000 Heinrich-Gleißner-Preis für Lyrik und Prosa

Literatur

  • Rainer Bentmann: Fritz Fröhlich. Wanderausstellung 1979. OÖLV Linz 1979.
  • Fritz Fröhlich. Annäherung an das Werk. Landes-Verlag, Linz 1985, ISBN 3-85214-419-1.
  • Peter Gorsen: Fritz Fröhlich, Narr und Satiriker der Humanität. Gierig, Frankfurt am Main 1988.
  • Herbert Helml (Hrsg.): Fritz Fröhlich – Die Kunst des Lebens. 2001, ISBN 3-205-99368-3.

Weblinks