George von Washington

George Freiherr von Washington (* 31. Juli 1856 auf Schloss Pöls; † 22. Dezember 1929 in Graz-Geidorf), war ein österreichischer Verwandter des ersten amerikanischen Präsidenten George Washington. Die Familiengruft befindet sich im evangelischen Teil des St. Peter Stadtfriedhofes in Graz.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

George von Washington war der Sohn von Freiherr Maximilian Emanuel von Washington und Herzogin Friederike von Oldenburg. Sie nannten ihren erstgeborenen Sohn nach den amerikanischen Präsidenten, dessen entfernter Verwandter er war. Sein Taufpate war Herzog Elimar von Oldenburg, Sohn von Großherzog Paul Friedrich August I. von Oldenburg aus dessen dritter Ehe mit Prinzessin Cäcilie von Schweden (Haus Wasa). Zeit seines Lebens hatte George von Washington ein enges Verhältnis mit seinem künstlerischen Onkel sowie mit seiner Tante, Königin Amalie von Griechenland. Außerdem bestand ein Verwandtschaftsverhältnis mit dem britischen Königshaus: Die Großmutter der derzeitigen Königin Elisabeth II., Maria von Württemberg (Teck) war eine Cousine 3. Grades (die beiden hatten einen gemeinsamen Urgroßvater/Großherzog Friedrich Eugen von Württemberg). Während einer Rundreise durch die europäischen Fürstenhäuser besuchte die damalige Prinzessin Maria von Württemberg-Teck auch ihren Cousin auf Schloss Pöls.

Ebenso bestand ein Verwandtschaftsverhältnis zum Hause Habsburg: die Großmutter mütterlichseits (Herzogin Friederike von Oldenburg) war die Schwester der ersten Gemahlin von Kaiser Franz II., Elisabeth Wilhelmine Luise von Österreich, geb. Prinzessin von Württemberg. Eine weitere Verbindung von George von Washington mit dem österr. Kaiserhaus besteht über die Verbindung der Häuser Oldenburg-Wittelsbach-Habsburg durch die Eheschließung von Otto von Bayern mit Amalie von Oldenburg (später von Griechenland) – Otto von Bayern war ein Onkel von Elisabeth von Österreich (gen. Sisi).[1]

Am 27. März 1883 heiratete George von Washington Gräfin Gisela Welser von Welsersheimb (* 25. August 1857 in Graz; † 1. Juli 1913 auf Schloss Pöls), die Ehe blieb kinderlos. Er erbte den Familiensitz Schloss Pöls samt Ländereien. Im Ersten Weltkrieg trat Baron Washington dem Galizischen Ulanen-Regiment „Fürst zu Schwarzenberg“ Nr. 2 bei und kämpfte an der Ostfront gegen Russland. Wie sein Vater war er Mitglied des königlich-preußischen Johanniterordens.

Da er kinderlos war, dachte er daran, einen amerikanischen Verwandten als Erben zu adoptieren. Er wandte sich an William Lanier Washington aus New York City, der das Oberhaupt der Familie Washington in Amerika war. Beide hielten brieflichen Kontakt und Baron Washington präsentierte seinem amerikanischen Verwandten einen goldenen Siegelring seines Großvaters Jakob (James)von Washington, der das Familienwappen von Präsident George Washington zeigte, sowie Portraits seines Vaters und Großvaters. Da Österreich-Ungarn sich aber ab 1916 im Krieg mit den Vereinigten Staaten von Amerika befand und die Monarchie kurz darauf zusammenbrach, gab es keinen amerikanischen Verwandten, der das Erbe antrat.

Am 24. November 1924 schloss er eine weitere Ehe mit Maria (verw. Kreuzig, geb. Pichler). Aus diesem Anlass übertrug er sein gesamtes Vermögen, mit kleinen Ausnahmen für seine außereheliche Tochter Huberta von Hohenpriel (unehel. Tochter aus einer Liaison mit einer Bediensteten), an seine zweite Gemahlin.

Da sein Bruder Stephan Ludwig am 10. September 1899 mit 41 Jahren in Palermo kinderlos verstarb, erlosch diese adelige Nebenlinie mit dem Ableben des letzten Baron von Washington.

Einzelnachweise

  1. hierzu auch Margarethe Pauly: Friederike v. Washington Herzogin von Oldenburg. In: Oldenburger Forschungen Band 25, Seite 36

Literatur

  • Baron George Washington Fighting for Austria. In: New York Times. 3. September 1916, S. SM14, abgerufen am 21. Juli 2009 (englisch): „Collateral Descendant of the First President of the U.S., an Officer of the Austrian Lancers, May Make New Yorker His Heir“
  • Charles und Hugh Brogan Mosley (Hrsg.): American Presidential Families. Alan Sutton and Morris Genealogical Books, London 1994, S. 47.

Weblinks