Gisela Tschofenig

Gisela Tschofenig, geb. Taurer (* 21. Mai 1917 in Landskron, Kärnten; † 27. April 1945 in Linz) war eine österreichische Widerstandskämpferin.

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Leben

Die Tochter einer Eisenbahnerfamilie wuchs in Kärnten auf und wurde seitens ihrer Eltern sozialistisch erzogen. Von Kindheit an war sie in Jugendorganisationen tätig, hier lernte sie auch ihren späteren Gatten Josef Tschofenig, kennen. Bereits mit 16 Jahren, 1933 kam sie wegen einer Flugblattaktion für den Kommunistischen Jugendverband in Villach mit der Polizei in Konflikt. In Kärnten absolvierte sie die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe und übersiedelte im Jahr 1935, als ihr Vater versetzt wurde, gemeinsam mit ihrer Familie nach Linz. Im Jahr 1937 versuchte sie mit einer Freundin (Margarete Gröblinger) vergeblich nach Spanien zu kommen und arbeitete ein Jahr als Gouvernante in Frankreich. In den Jahren 1938 bis 1939 arbeitete sie für die Deutsche Reichsbahn am Linzer Hauptbahnhof als Kassiererin. Ihr Freund Pepe musste emigrieren, als sie erfuhr, wo er sich aufhielt folgte sie ihm 1939 vorübergehend nach Belgien nach.

Die politisch Interessierte war als Verbindungsperson für Josef Sepp Teufl, den Landesobmann der Kommunistischen Partei tätig. Sie übermittelte Nachrichten für ihn und verfasste Flugblätter.
Im Jahr 1940 wurde ihr Sohn Hermann geboren, 1944 heiratete sie Josef Pepe Tschofenig, welcher in das KZ Dachau eingeliefert worden war, nachdem die Deutschen 1940 in Belgien einmarschierten. Vergeblich hatte sich Gisela um eine Freilassung Josef Tschofenigs bemüht. Die Gestapo verhaftete Gisela Tschofenig am 25. September 1944 wegen politischer Betätigung gegen das NS-Regime, nachdem sie sich zuvor bei der großen Verhaftungswelle der „Welser Gruppe“ mit ihrem Sohn nach Kärnten zurückgezogen hatte. Sie wurde im Linzer Frauengefängnis Kaplanhof inhaftiert. Nachdem das Gefängnis bombardiert wurde, wurde Gisela Tschofenig in das Arbeitserziehungslager Schörgenhub verlegt. Hier wurde sie am 27. April 1945 erschossen, nur sechs Tage vor dem Tag, an welchem das Lager befreit wurde. Sie scheint auf keiner Totenliste auf, da durch das Heranrücken der Amerikaner Lagerleitung und Bewachung flüchteten und keine mehr ausstellten. Eine überlebende Freundin wusste jedoch die Stelle, wo Gisela Tschofenig und weitere fünf Opfer begraben waren. Ihr Vater exhumierte die Toten am 13. Mai 1945 und am 15. Mai 1945 wurde sie auf dem Friedhof Linz-Kleinmünchen beigesetzt.[1]

Ehrungen

  • 2006 wurde im Linzer Stadtteil Ebelsberg eine Straße nach Gisela Tschofenig benannt. Der Tschofenigweg verläuft nach Kremsmünsterer Straße 38 (Volkshaus) erst in nördlicher, dann in westlicher Richtung durch die Wohnanlage und endet als Sackgasse.

Einzelnachweise

  1. http://replay.waybackmachine.org/20060111152700/http://www.kpoe.at/bund/frauen/html/kain.html

Weblinks