Kleinmünchen

Statistische Bezirke des Stadtteils Kleinmünchen
Basisdaten
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Linz (L)
Statistische Bezirke: Kleinmünchen, Scharlinz,
Neue Welt, Neue Heimat,
Bergern, Wegscheid,
Schörgenhub
Fläche: 12,72 km²
Geografische Lage: 48° 17' n. Br.
14° 18' ö. L.
Höhe: 266 m ü. A.
Einwohner: 41.174 (1. Januar 2006)
Postleitzahl: 4030
Vorwahl: 0 732

Kleinmünchen ist ein Stadtteil von Linz. Er umfasst die statistischen Bezirke Kleinmünchen, Scharlinz, Neue Welt, Neue Heimat, Bergern, Wegscheid und Schörgenhub.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage und Nachbargemeinden

Der Stadtteil Kleinmünchen liegt im Süden der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz und grenzt im Norden an den Stadtteil Waldegg, im Osten an den Stadtteil St. Peter, im Süden an den Stadtteil Ebelsberg und im Westen an die Linzer Nachbarstädte Traun und Leonding.

Ausdehnung des Stadtteilgebietes

Die größte Ausdehnung des Stadtteiles von Osten nach Westen beträgt rund 4,6 Kilometer, von Norden nach Süden rund 3,3 Kilometer. Die Gesamtfläche aller statistischen Bezirke des Stadtteils Kleinmünchen beträgt 12,72 Quadratkilometer.

Wichtige Flüsse und Gewässer

Kleinmünchen wird im Süden durch den Fluss Traun begrenzt. Die statistischen Bezirke Schörgenhub und Kleinmünchen werden vom Jauckerbach (Oberwasserkanal des Kraftwerks Kleinmünchen) durchflossen. Zum Teil unter den Straßen verrohrt fließt ein geringer Teil des ehemaligen Werkskanals der Linz Textil, beginnend beim Traunwehr im statistischen Bezirk Schörgenhub durch den Stadtteil und mündet kurz unterhalb des Kraftwerks Kleinmünchen in dessen Unterwasserbereich.

Eingemeindungen

Kleinmünchen wurde 1923 nach Linz eingemeindet.

Geschichte

Namensherkunft

Ursprünglich gehörte ein großer Teil von Kleinmünchen einem reichen Mann mit dem Namen Otto ze Munichen (Otto aus München). Er schenkte seinen Besitz dem in diesem Gebiet befindlichen Quirinus-Kirchlein, und im Laufe der Zeit änderte sich der Name Quirin über Kyrein zu Klein.

Kleinmünchen im 19. Jahrhundert

Kleinmünchen bestand noch im 19. Jahrhundert aus den vier Ortschaften Kleinmünchen, Scharlinz, Bergern und Sankt Martin. Sankt Martin wurde jedoch 1876 in die Gemeinde Traun ausgegliedert. 1834 lebten in der Gemeinde Kleinmünchen insgesamt 765 Menschen in 102 Häusern bei 167 Wohnparteien. Die Ortschaft Kleinmünchen bestand zur damaliegen Zeit aus 63, großteils zusammenstehenden Häusern, die nördlich gelegene Ortschaft Scharlinz aus einer geschlossenen Siedlung mit 12 Häusern. Bergern verfügte 1834 über sieben Häuser in Streulage, Sankt Martin über 20 Häuser, die teilweise geschlossen, teilweise zerstreut an der Traun lagen. Die Bevölkerung lebte überwiegend von der Landwirtschaft oder verdingte sich als Tagelöhner. Wichtigster Betrieb dieser Zeit war eine Baumwoll- und Tuchdruckerei mit 15 Arbeitern. 1830 wurde des Weiteren eine Baumwoll-Spinnfabrik mit 30 Spinnstühlen errichtet, in der 150 bis 200 Arbeiter beschäftigt wurden. An der Traun wurden acht Mahlmühlen betrieben.

Religion

Das erste Mal wird eine römisch-katholische Kirche in Kleinmünchen im Jahre 1290 erwähnt und zwar in einem Ablassbrief des Papstes Nikolaus IV. an die Kirche von Leonding zu der auch die Filiale „sancti Quirini in Municheyn“ gehört. Archäologische Grabungen aus dem Jahre 1982 brachten ans Licht, dass diese Kirche bereits die dritte an dieser Stelle war und somit die Geschichte Kleinmünchens bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht. Seit 1784 sandte das Stift St. Florian Geistliche nach Kleinmünchen. Schließlich wurde Kleinmünchen eine Expositur von Ebelsberg und 1878 Josef Denk zum Pfarrkurator von Kleinmünchen ernannt.

Kleinmünchen war von zunehmender Industrialisierung geprägt und Denk erkannte die Notwendigkeit einer neuen, größeren Kirche und gründete 1889 einen Kirchenbauverein. Bereits fünf Jahre später – Kleinmünchen war seit drei Jahren eine eigenen Pfarre – wurde der Grundstein für die neue Kirche vom Ölberg aus Jerusalem mitgebracht. Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. August 1905 und bereits am 18. März 1906 fand die Feier der Turmkreuzstreckung statt. Am 22. Juli 1906 wurden die Glocken durch Propst Josef Sailer vom Stift St. Florian geweiht und am Nachmittag zum ersten Mal geläutet. Am 19. August 1906 weihte Bischof Franz Maria Doppelbauer die neue Kirche und zelebrierte die erste Heilige Messe.

Im Ersten Weltkrieg musste die Kirche ihre Glocken abliefern, ebenso das Kupferdach und die Prospektpfeifen, die 17 Kilogramm Zinn enthielten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wiederum ihrer Glocken beraubt. Am 20. Dezember 1944 wurde die Kirche durch eine Fliegerbombe schwer beschädigt, die unter anderem auch die Hälfte des Presbyteriumgewölbes einstürzen ließ.

Verschiedenes

Kleinmünchen hat eine lange Weber- und Spinnereitradition. Im Jahr 1840 wurde der Baumwollenzeug-Fabrika die Landes-Fabriks-Befugnis erteilt, und 1871 wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Heute befindet sich die LinzTextil in Kleinmünchen.

Im Südwesten des Stadtteils entstand ab 1990 der Gewerbepark Franzosenhausweg. Seit 1951 verbindet eine Straßenbahnlinie die statistischen Bezirke Schörgenhub, Kleinmünchen, Scharlinz und Neue Welt mit den nördlichen Stadtteilen, seit 2002 auch mit Ebelsberg und seit Sommer 2005 mit der Solar City.

Siehe auch

Literatur

  • Bohdanowicz, Franz Xaver: Die Linzer Vororte. Dargestellt nach dem Josephinischen Lagebuch und dem Francisceischen Kataster, darin Band 6: Gemeinde Kleinmünchen/Hausruckviertel, Linz 1963.
  • Dobusch, Franz/Mayr, Johann (Hrsg.): Linz - Stadt der Arbeit und Kultur, Linz (Gutenberg-Werbering) 1997.
  • Hinterleitner, Barbara/Hinterleitner, Helfried (Hrsg.): Kleinmünchen 75 Jahre bei Linz, Linz (Kleinmünchner Kulturkreis) 1998.
  • Hinterleitner, Helfried: Kleinmünchen. Eine Reise durch die Geschichte, Linz (Kleinmünchner Kulturkreis) [Jahr], ISBN 978-3-902598-27-1.
  • Höfler, Stephanie: Die soziale Lage der Arbeiterschaft in Kleinmünchen 1919 bis 1938. Eine Frauen Alltagsgeschichte, Salzburg (Dipl.Arb.) 1991.
  • Kapplinger, Astrid Maria: Arbeitersiedlung der Kleinmünchner Spinnerei. Historische Bedeutung, Sanierung und Erweiterung, Innsbruck (Dipl.Arb.) 1993.
  • Stadtforschung Linz: Linz 2000. Fakten, Bilder, Grafiken, CD-ROM, Linz 2000.