Gustav Januš

Gustav Alois Januš (* 19. September 1939 in Zell-Pfarre, Kärnten) ist ein österreichischer Maler, Dichter und Übersetzer, der ausschließlich slowenisch schreibt.

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Biografie

Gustav Januš wurde am 19. September 1939 in Zell-Pfarre / Sele-Fara, Kärnten geboren und besuchte das Gymnasium in Tanzenberg / Plešivec. Ein Jahr lang studierte er katholische Theologie an der theologischen Diözesanlehranstalt in Klagenfurt und wurde nach seinem Austritt aus dem Priesterseminar in einem einjährigen Maturantenlehrgang zum Volksschullehrer ausgebildet. Nach seiner Lehrtätigkeit an mehreren zweisprachigen Schulen, war er von 1971 bis 1998 Hauptschullehrer in Sankt Jakob im Rosental / Šentjakob v Rožu, wo er die Fächer Slowenisch, Bildnerische Erziehung, Physik und Chemie unterrichtete. Gustav Januš ist verheiratet und Vater einer Tochter. Er lebt in Frießnitz / Breznica in der Gemeinde St. Jakob im Rosental / Šentjakob v Rožu.

Literarisches Werk

Januš ist als Dichter und Maler Autodidakt. Er schreibt modern in freien Versen. Satirisch stellt er die Realität des Landes Kärnten dar und meditiert über allgemeine existenzielle Probleme. Seine neueren Gedichte sind auf eine gewisse Intellektualität aus, die sich durch Nachdenklichkeit äußert. Bis 1981 veröffentlichte Januš einen Großteil seiner Texte in der Zeitschrift mladje, bei der er ab 1961 ständiger Mitarbeiter war, zunächst unter dem Pseudonym »Fran Korojan«, und von 1972 bis 1981 war er Redakteur des Lyrikteils. Er hat mehrere Bücher mit Gedichten veröffentlicht, von denen zahlreiche durch seinen Freund Peter Handke ins Deutsche übersetzt wurden. Durch die prominente Übersetzung von Handke und die darauf folgenden Bücher vom Residenz-Verlag, wurde Januš rasch über Österreich hinaus bekannt und anerkannt. Handke bezeichnete Januš als das einzige lebende Genie[1]. Als Übersetzer übersetzt er aus dem Deutschen ins Slowenische.

Malerei

Sein zweites künstlerisches Ich ist der Maler Gustav Januš, der seit 1969 in zahlreichen Gruppen- und über 70 Einzelausstellungen im In- und Ausland ausgestellt hat. Seine künstlerische Sprache ist modern wie seine Poesie. Januš verwendet eine kunstvolle Bildsprache, die ihren Zeichencharakter mit der wiederholten Wahl bestimmter Formen unterstreicht. Seine Malerei ist häufig eine Abstraktion von Naturformen. Ein häufig wiederkehrendes Motiv sind Zacken, die zum einen einer Krone zugeordnet werden können, genauso aber einem Berggipfel oder gar der Sonne. [2] Andere Elemente, aus denen er seine Bilder im Gleichgewicht von Vitalität und Ruhe zu entwickeln versucht sind Kalkberge, Hügel, Täler, Steine; ihre Strukturen, Spuren, Zeichen, Farben. Seine Bilder und Gedichte geben eine Antwort aufeinander, obgleich beides auch für sich stehen kann und muss. In Bildern und Gedichten, so Januš, suche er „nach Zuständen oder Orten, die vorher nicht da waren.“

Literaturliste

  • P(e)s(m)i (Gedichte/Hunde). (1978), Ljubljana/Laibach.
  • Pesmi, (1983), Mohorjeva/Hermagoras.
  • Gedichte: 1962-1983, (1983), Suhrkamp-Verlag,
  • Pesmi / Gedichte / Poesiis, (1985)
  • Ko bom prekoračil besedo / Wenn ich das Wort überschreite, (1988), Residenz-Verlag.
  • Sredi stavka / Mitten im Satz, (1990), Residenz.
  • Schwarzer Flügelschlag. (1996).
  • Krog je zdaj moje okno / Der Kreis ist jetz mein Fenster, (1998), Residenz.
  • Metulj / Schmetterling / La farfalla / The butterfly (1999), Mohorjeva.
  • Moja beseda klije navzgor kot slika / Mein Wort keimt aus als Bild, (2005) Wieser-Verlag.
  • V barve spremenjena beseda / Wort, verwandelt in Farben, (2009) zum 70. Geburtstag gesammelte Gedichte (1962-2009) in Slowenisch und Deutsch, Mohorjeva.

Übersetzungen:

  • Francesco d'Assisi, Cantico di Frate Sole. Cormòns: Braitan 1991.

Auszeichnungen

  • Preis des Landes Salzburg für sein grafisches Werk, 1974
  • Preis des Hermagoras Verlags, 1983
  • Petrarca-Preis, Avignon 1984
  • Preis der France-Prešeren-Stiftung, Ljubljana 1985
  • Jahresstipendium aus dem Jubiläumsfonds der Literar-Mechana, Wien 1988
  • Würdigungspreis des Landes Kärnten, 1989
  • Projektstipendium für Literatur, Wien 1997
  • Joško Tischler Preis, 2008

Quellen

  • Enciklopedija Slovenije; knjiga 4, Mladinska knjiga, Ljubljana, 1990
  • Janež, Stanko, Pregled Slovenske književnosti, Založba Obzorja Maribor, 1978
  • Thomas Zaunschirm, Gustav Januš, Maler und Dichter / Slikar in pesnik, Hermagoras/Mohorjeva, Klagenfurt/Celovec-Ljubljana/Laibach-Wien/Dunaj, 1995
  • Klaus Amann/Fabian Hafner (Hrsg.), Worte. Ränder. Übergänge., Zu Gustav Januš, Ritter Verlag, Klagenfurt und Wien, 2002

Einzelnachweise

  1. zitiert nach Mirko Bogataj: Die Kärntner Slowenen. Ein Volk am Rand der Mitte. kitab, Klagenfurt 2008, ISBN 978-3-902585-16-5, S. 227.
  2. Christian Brugger, Karin Leitner-Ruhe, Gottfried Biedermann: Moderne in Kärnten. Carinthia Verlag, Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-85378-582-9, S. 236.

Weblinks