Hans Kafka

Hans Kafka, in der Emigration: John Kafka (* 26. Dezember 1902 in Wien, Österreich-Ungarn; † 6. Februar 1974 in München, Deutschland) war ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Drehbuchautor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kafka hatte kurz nach dem Ersten Weltkriegs in Wien als Journalist zu arbeiten begonnen. 1925 ging er nach Berlin und setzte dort seine Tätigkeit für Die literarische Welt bzw. als Theater- und Filmkritiker fort. Nebenbei verfasste er seinen ersten Roman Geschichte einer großen Liebe. Ab 1930 arbeitete Kafka als Redakteur der Zeitschrift Tempo, zwei Jahre darauf erhielt er beim Lustspiel Im Bann des Eulenspiegels des Regie-Debütanten Frank Wisbar erstmals die Gelegenheit für eine Drehbuchmitarbeit.

1934 verließ der Jude Hans Kafka Deutschland in Richtung Frankreich, zwei Jahre darauf fand er sich in England ein. Für die französische Filmproduktion Carrefour kehrte er 1938 nach Paris zurück. Im Februar 1940 reiste Hans Kafka in die USA, wo er sich fortan John Kafka nannte. Kafka fand nur mühsam Anschluss an das US-Filmgeschäft, er musste sich nahezu ausschließlich mit ungenannter Drehbuchmitarbeit, Entwicklung von Storyvorlagen und der Erstellung nie realisierter Treatments begnügen. Kafkas Hauptbetätigungsfeld wurde die Autorentätigkeit für das Emigrantenblatt Aufbau. Mit Hollywood Calling… besaß der in Los Angeles ansässige Autor seine eigene, ab September 1941 regelmäßig erscheinende, englischsprachige Rubrik. Anfang 1947 stellte er seine Aufbau-Arbeit vorläufig, 1949 endgültig ein. Kafka übersiedelte nach New York, um dort seinen ersten englischsprachigen Roman, The Apple Orchard, zu schreiben. Seit 1945, dem Jahr, in dem er in den USA eingebürgert wurde, wirkte John Kafka primär als Deutschland-Korrespondent der Fachzeitschrift Variety.

1958 ging er in die Bundesrepublik und ließ sich in München nieder, wo sich Kafka nunmehr auch als Drehbuchautor für Fernsehfilme verdingte. Sein letztes Kinofilmmanuskript schrieb Hans 'John' Kafka 1960 – für eine Inszenierung des Regisseurs Wolfgang Liebeneiner, über den er noch 15 Jahre zuvor in einer Aufbau-Ausgabe (Artikel „Nazi Business With a Future“ vom 28. September 1945) wütend geschimpft hatte.

Filme

als namentlich genannter Drehbuchautor, ohne Storyentwürfe

  • 1932: Im Bann des Eulenspiegels
  • 1938: Carrefour
  • 1942: Crossroads
  • 1944: Johnny Doesn’t Live Here Anymore
  • 1949: Family Theatre: A Picture of the Magi (TV)
  • 1959: Geheimakte M (Man on a String)
  • 1960: Schlußakkord

Literatur

  • Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 271 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

Weblinks